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Gesunkene Verkehrsunfallzahlen kein Grund für Verschnaufpause

Für den Deutschen Verkehrssicherheitsrat (DVR) sind die rückläufigen Zahlen bei den Verkehrsunfällen, den Getöteten und Verletzten 2020 kein Grund durchzuatmen. Der historische Tiefstand der im Straßenverkehr Getöteten von 2.724 (- 10.6 % im Vergleich zu 2019) sei im Wesentlichen auf das geringe Verkehrsaufkommen durch die Lockdowns, nicht aber auf erfolgreiche Verkehrssicherheitsmaßnahmen zurückzuführen.

Pedelec: Zahl der Getöteten trotz Lockdowns angestiegen

Besonders deutlich werde das anhand der verunglückten Pedelecfahrenden. Von Januar bis November 2020 stieg die Zahl der Getöteten um 19,1 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum an. Viele Menschen sind im vergangenen Jahr vom ÖPNV auf das Pedelec umgestiegen, um sich besser vor dem Corona-Virus zu schützen. Der Absatz an Pedelecs hat laut Zweirad-Industrie-Verband stark zugenommen.

Mangelnde Infrastruktur für Fahrrad und Pedelec

„Dass mehr Menschen auf dem Pedelec ums Leben kamen ist sicherlich auch auf die vielerorts nicht ausreichend sichere Infrastruktur für Fahrräder zurückzuführen“, sagt DVR-Präsident Prof. Dr. Walter Eichendorf. Gerade in ländlichen Räumen, in denen das Pedelec für Pendler eine interessante Option sei, fehle es an separaten Radwegen und generell an einer sichtbaren Radinfrastruktur. „Hier haben die Kommunen dringenden Nachholbedarf“, so Eichendorf.

Vor der Teilnahme im Straßenverkehr Pedelecfahren üben

Hinzu komme, dass Neulinge auf dem Pedelec häufig den Antrieb und die Bremswirkung unterschätzten. Wichtig sei es, zu üben, bevor man mit dem Pedelec am Straßenverkehr teilnehme.

Pedelecfahrende sollten sich zudem bewusstmachen, dass andere Verkehrsteilnehmende nicht erkennen, ob sie mit einem Pedelec oder Fahrrad unterwegs seien. Dadurch könne es aber zu Fehleinschätzungen bei der Geschwindigkeit von Pedelecfahrenden kommen, die schlimmstenfalls dramatische Unfälle mit sich brächten.

„Umsicht und Rücksichtnahme sind nach wie vor Grundvoraussetzungen für ein sicheres Miteinander im Straßenverkehr“, so der Präsident.

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