1.926 getötete Radfahrer in der EU: DVR fordert 1,1-Promillegrenze für mehr Sicherheit
21.04.2026
Während die Zahl der im Straßenverkehr getöteten Pkw-Fahrenden in Europa deutlich sinkt, bleibt der Radverkehr das Sorgenkind der Verkehrssicherheit. Ein heute veröffentlichter Bericht des Europäischen Verkehrssicherheitsrates (ETSC) zeigt eine alarmierende Entwicklung: Zwischen 2014 und 2024 sank die Zahl der getöteten Radfahrenden in der EU um lediglich acht Prozent – von 2.096 auf 1.926. Zum Vergleich: Bei den Pkw-Fahrenden lag der Rückgang im selben Zeitraum bei 19 Prozent. Besonders kritisch ist die Lage in Deutschland: Entgegen dem EU-Trend stieg die Zahl der getöteten Radfahrenden laut Statistischem Bundesamt (Destatis) sogar von 396 (2014) auf 441 (2024) an.
Vor diesem Hintergrund sieht der Deutsche Verkehrssicherheitsrat (DVR) politischen Handlungsbedarf. In Deutschland gilt für Radfahrende derzeit ein Blutalkohol-Grenzwert von 1,6 Promille, ab dem eine Straftat vorliegt. Unterhalb dieser Grenze bleibt Alkoholkonsum juristisch meist folgenlos, solange keine Fahrunsicherheit erkennbar ist oder kein Unfall passiert. Der DVR fordert daher die Einführung eines zusätzlichen Ordnungswidrigkeitentatbestands ab 1,1 Promille. Damit würde Deutschland zu Ländern wie Österreich, Frankreich, Italien, Portugal, Spanien oder der Schweiz aufschließen, die bereits deutlich strengere Regeln anwenden.