Tag der Verkehrssicherheit – Zwei Räder, ein Ziel: Null Unfälle
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Pressemitteilung
Berlin, 11. Juni 2026
Am Samstag, den 20. Juni 2026, findet bundesweit der Tag der Verkehrssicherheit statt. Unter dem Motto „Zwei Räder, ein Ziel: Null Unfälle“ steht in diesem Jahr die Sicherheit von Motorradfahrerinnen und Motorradfahrern im Mittelpunkt. Mit zahlreichen Veranstaltungen und Aktionen machen Polizeibehörden, Verkehrswachten, Schulen und Kommunen auf die Bedeutung sicherer Mobilität aufmerksam. Der Tag der Verkehrssicherheit wird seit 2005 jedes Jahr vom Deutschen Verkehrssicherheitsrat (DVR) ausgerufen.
Social Media-Kit ab sofort verfügbar
Der DVR begleitet das Motto intensiv auf seinen Social-Media-Kanälen und ruft Organisationen, Verbände und Initiativen dazu auf, die Inhalte über eigene Kanäle zu verbreiten. Ziel ist es, gemeinsam mehr Aufmerksamkeit für die Sicherheit von Motorradfahrenden zu schaffen. Ab sofort steht auf der Website www.tag-der-verkehrssicherheit.de ein Social-Media-Kit zum Download bereit. Beiträge können unter den Hashtags #TagDerVerkehrssicherheit, #TdV2026 und #VisionZero veröffentlicht werden.
„Jeder schwere Motorradunfall ist einer zu viel – und fast immer vermeidbar“, sagt DVR-Präsident Manfred Wirsch. „Der Tag der Verkehrssicherheit erinnert uns daran, dass Sicherheit im Straßenverkehr keine Selbstverständlichkeit ist. Sicher anzukommen gelingt nur dann, wenn alle Verkehrsteilnehmenden – auch Motorradfahrende – achtsam und rücksichtsvoll am Straßenverkehr teilnehmen. Motorradfahrerinnen und Motorradfahrer gehören zu den verletzlichsten Verkehrsteilnehmenden. Deshalb setzen wir gemeinsam ein Zeichen für mehr Vorsicht, Respekt und Verantwortung auf unseren Straßen.“
25-fach höheres Todesrisiko auf dem Motorrad
Trotz erheblicher Fortschritte bei der Verkehrssicherheit für Pkw-, Lkw- und Bus-Insassen besteht bei Motorradfahrenden weiterhin großer Handlungsbedarf. Im Jahr 2024 saß jeder fünfte im Straßenverkehr getötete Mensch auf einem Motorrad. Bezogen auf die Fahrleistung tragen Motorradfahrerinnen und Motorradfahrer ein rund 25-fach höheres Risiko, bei einem Verkehrsunfall ums Leben zu kommen als Pkw-Insassen.
„Sicherheit darf kein Privileg der Mehrheit im Auto sein – sie ist ein Grundrecht aller Verkehrsteilnehmenden, unabhängig davon, auf wie vielen Rädern sie unterwegs sind“, sagt Manfred Wirsch. „Neben Rücksicht und Vorsicht der Verkehrsteilnehmenden brauchen wir aber auch entschlossenes politisches Handeln.“
Technische Maßnahmen zur Unfallreduzierung
Der DVR fordert die Bundesregierung auf, sich auf europäischer Ebene für den verpflichtenden Einbau des automatischen Notrufsystems eCall auch für Motorräder einzusetzen. Zudem sollen für Motorräder – analog zu Vorschriften für Pkw, Lkw oder Busse – verbindliche europäische und nationale Ausrüstungsvorschriften für moderne Assistenzsysteme eingeführt werden, die nachweislich die Verkehrssicherheit erhöhen. Dazu zählt etwa das Kurven-Antiblockiersystem. Um die Wahrnehmbarkeit von Motorrädern für andere Verkehrsteilnehmende zu erhöhen, sollten Motorräder zudem in die digitale Vernetzung von Fahrzeugen und Infrastruktur einbezogen werden.
Fehlerverzeihende Infrastruktur umsetzen
Auch bei der Straßeninfrastruktur sieht der DVR erhebliches Verbesserungspotenzial. Länder und Kommunen sind aufgerufen, motorradfreundliche Straßen zu gestalten – mit gut erkennbaren Kurvenverläufen, hindernisfreien Seitenräumen, Schutzplanken mit Unterfahrschutz sowie griffigen und gut instand gehaltenen Fahrbahnen. Als Grundlage sollten die Empfehlungen im Merkblatt zur Verbesserung der Straßeninfrastruktur für Motorradfahrende (MVMot) dienen. Besonders unfallauffällige Straßenabschnitte sollten außerdem durch Unfallanalysen und Sicherheitsaudits analysiert und gezielt verbessert werden. Darüber hinaus fordert der DVR, den Einsatz der in Nordrhein-Westfalen erfolgreich erprobten ellipsenförmigen Fahrbahnmarkierungen für Motorradfahrende an ausgewählten Gefahrenstellen verkehrsrechtlich bundesweit zu ermöglichen.
Der DVR am Tag der Verkehrssicherheit: Termine und Standorte
Samstag, 20. Juni 2026: Tag der offenen Tür der Bundesanstalt für Straßen- und Verkehrswesen (BASt)
Brüderstraße 53, 51427 Bergisch Gladbach
11:00–17:00 Uhr, Halle 5: Cannabis-Themeninsel der Aufklärungskampagne ›High fährt nicht. High lässt fahren‹ mit E-Scooter-Simulator, Quiz, Rauschparcours und Motorikspielen.
11:00–17:00 Uhr, Halle 5: Informationsstand des DVR zur Kampagne ›Runter vom Gas‹.
12:10 Uhr, Bühne: Talkrunde ›Im Dienste der Verkehrssicherheit‹ mit Patrick Schnieder (Bundesverkehrsminister), Manfred Wirsch (DVR-Präsident) und Prof. Dr. Markus Oeser (BASt-Präsident). Moderation: Mirjam Stegherr.
Vollständiges Programm des Tages der offenen Tür der BASt.
Samstag, 20. Juni 2026 und Sonntag, 21. Juni 2026: Tag der offenen Tür der Bundesregierung
Bundesministerium für Verkehr, Invalidenstraße 44, 10115 Berlin
10:00–18:00 Uhr: Informationsstand des DVR mit Fotokabine, Kugellabyrinth und interaktivem Unfallursachen-Ranking.
10:00–18:00 Uhr: Informationsstand des DVR zur Kampagne ›Runter vom Gas‹.
Vollständiges Programm des Tages der offenen Tür der Bundesregierung.
Über den Tag der Verkehrssicherheit
Der Tag der Verkehrssicherheit wurde 2005 vom DVR ins Leben gerufen und findet jährlich am dritten Samstag im Juni statt. Ziel des Tages ist es, das Bewusstsein für Verkehrssicherheit in der Bevölkerung zu stärken. Bundesweit beteiligen sich Polizeibehörden, Verkehrswachten, Schulen, Kommunen und zahlreiche weitere Organisationen mit Veranstaltungen und Aktionen, um Verkehrssicherheit sichtbar zu machen und für rücksichtsvolles Verhalten im Straßenverkehr zu werben.
Weiterführende Informationen
Tag der Verkehrssicherheit
Kampagnen
Sicher unterwegs auf der Landstraße
Publikationen
DVR Report: Schlaue Motorräder kommen besser an (2022)
Beschlüsse
Fahrbahnmarkierungen zur Verbesserung von Motorradstrecken (2025)
Technische Maßnahmen zur Erhöhung der Motorradsicherheit (2024)
Pressefotos
Logo zum Tag der Verkehrssicherheit
Honorarfreie Nutzung bei Nennung des angegebenen Bildnachweises.
Über den DVR
Der DVR ist Deutschlands unabhängiger Vorreiter und Kompetenzträger in allen Belangen der Straßenverkehrssicherheit. Mit dem Ziel der Vision Zero („Alle kommen an. Niemand kommt um.“) setzt er sich für die gemeinsame Verantwortung aller Gesellschaftsgruppen ein, um den Straßenverkehr sicher zu machen. Durch die hohe Sachkenntnis und die Erfahrung seiner Mitglieder bildet der DVR ein effizientes Netzwerk für Verkehrssicherheit.
Kontakt
Christoph Rieger
Pressesprecher
Abteilung Kommunikation
Deutscher Verkehrssicherheitsrat (DVR) e.V.
German Road Safety Council
Jägerstraße 67-69
10117 Berlin
+49 (0)30 2 26 67 71 - 30
crieger@dvr.de