Neue Destatis-Zahlen: 284 Alkoholunfälle an Himmelfahrt – DVR warnt vor dreifachem Unfallrisiko am 14. Mai
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© Christoph Rieger, DVR
Pressemitteilung
Berlin, 11. Mai 2026
Christi Himmelfahrt markiert regelmäßig einen negativen Rekord in der deutschen Unfallstatistik. Neue vorläufige Zahlen des Statistischen Bundesamtes (Destatis), die dem Deutschen Verkehrssicherheitsrat (DVR) vorliegen, belegen die Gefahr: Am sogenannten Vatertag ereigneten sich im Jahr 2025 bundesweit 284 Unfälle unter Alkoholeinfluss. Der DVR warnt eindringlich, dass das Risiko für Alkoholunfälle an Himmelfahrt damit etwa dreimal so hoch wie an einem durchschnittlichen Tag ist – und damit höher als an jedem anderen Tag des Jahres. Bei Alkoholunfällen am Vatertag 2025 wurden insgesamt 64 Menschen schwer und 167 leicht verletzt. Zwar gab es im Vergleich zum Vorjahr einen minimalen Rückgang (2024: 287 Alkoholunfälle) und erfreulicherweise kein Todesopfer (2024: ein Todesfall), doch die Lage bleibt alarmierend. Zum Vergleich: 2024 wurden bei Alkoholunfällen an Himmelfahrt 58 Menschen schwer und 145 Menschen leicht verletzt.
Angesichts der neuen Destatis-Zahlen ruft der DVR für den kommenden Feiertag am 14. Mai zur Vorsicht auf. „Das Grundrecht auf Leben und körperliche Unversehrtheit hat auch an Feiertagen Vorrang vor jeder Trinktradition“, sagt Stefan Grieger, Hauptgeschäftsführer des DVR. „Gerade an Himmelfahrt müssen wir uns unserer Verantwortung im Straßenverkehr bewusst werden – egal ob im Auto, auf dem Motorrad, dem E-Scooter oder Fahrrad. Ein einziger Fehler unter Alkoholeinfluss kann ein Leben zerstören. Wahre Stärke beweist nicht, wer am meisten trinkt, sondern wer sicher nach Hause kommt.“
Alkohol im Straßenverkehr: Ein Dauerproblem über den Feiertag hinaus
Die neuen Zahlen verdeutlichen, dass Alkohol im Straßenverkehr auch ganzjährig ein Problem bleibt. Laut Destatis ereigneten sich 2025 insgesamt 34.269 Alkoholunfälle – ein Rückgang von etwa zwei Prozent gegenüber dem Vorjahr (2024: rund 35.100). Statistisch gesehen ereignete sich damit in Deutschland alle 15 Minuten ein Alkoholunfall. Die Folgen sind oft verheerend: 2025 wurden bei Alkoholunfällen 166 Menschen getötet, 3.733 schwer und 13.839 leicht verletzt. Das bedeutet: Etwa alle zwei Tage starb ein Mensch infolge eines Alkoholunfalls – und etwa alle zwei Stunden wurde ein Mensch wegen eines Alkoholunfalls im Straßenverkehr schwer verletzt. Im Vergleich zu 2024 (198 Getötete, rund 4.000 Schwerverletzte) sank die Zahl der Todesopfer um rund 16 Prozent und die der Schwerverletzten um etwa sieben Prozent. Die Zahl der Leichtverletzten blieb mit etwa 13.800 nahezu unverändert.
„2025 sind deutlich weniger Menschen infolge von Alkoholunfällen ums Leben gekommen. Das ist eine gute Entwicklung. Doch wir dürfen nicht nachlassen“, betont Stefan Grieger. „Verkehrssicherheit braucht klare Regeln – und verständlich ist nur eine einzige: Kein Alkohol am Steuer oder auf dem Fahrrad – weder an Himmelfahrt, noch an einem anderen Tag des Jahres. Denn am Ende jedes Tages zählt nicht, wie ausgelassen wir gefeiert und getrunken haben, sondern dass wir alle unversehrt nach Hause zurückkehren.“
Die unterschätzte Gefahr: Das Risiko steigt exponentiell
Bereits geringe Mengen Alkohol beeinträchtigen das Hör- und Sehvermögen sowie die Koordinations- und Reaktionsfähigkeit deutlich. Während unter Alkoholeinfluss Geschwindigkeiten und Distanzen falsch eingeschätzt werden, sinkt die Gefahrenwahrnehmung – bei gleichzeitig steigender Risikobereitschaft. Zahlen der Deutschen Hauptstelle für Suchtfragen (DHS) verdeutlichen die Gefahr: Schon ab 0,3 Promille Blutalkoholkonzentration (BAK) verdoppelt sich das Unfallrisiko am Steuer, bei 0,8 Promille ist es 4,5-mal so hoch und bei 1,5 Promille steigt es auf das 16-fache.
„Die neuen Zahlen von Destatis mahnen mit aller Deutlichkeit: Alkohol im Straßenverkehr ist keine Nachlässigkeit, sondern eine ernsthafte Gefahr“, sagt Stefan Grieger. „Unsere Botschaft ist klar: Wer trinkt, fährt nicht. Wer fährt, trinkt nicht.“
Weiterführende Informationen
DVR-Beschlüsse
Alkoholverbot am Steuer (2021)
Einführung von Alkohol-Interlocks für alkoholauffällige Kraftfahrer (2020)
Indikation zur Überprüfung der Fahreignung bei Alkoholkonsum (2016)
Einführung eines Ordnungswidrigkeitentatbestandes für alkoholisierte Fahrradfahrer (2014)
DVR-Website
DVR-Publikationen
DVR Blickpunkt: 64. Deutscher Verkehrsgerichtstag (2026)
Flyer: Alkohol & Straßenverkehr (2024)
DVR Blickpunkt: Fit und nüchtern unterwegs (2023)
Pressefotos
Pressefotos von Stefan Grieger sind unter diesem Link abrufbar. Ein Symbolfoto ist unter diesem Link abrufbar. Nutzung honorarfrei bei Nennung der Quelle.
Über den DVR
Der DVR ist Deutschlands unabhängiger Vorreiter und Kompetenzträger in allen Belangen der Straßenverkehrssicherheit. Mit dem Ziel der Vision Zero („Alle kommen an. Niemand kommt um.“) setzt er sich für die gemeinsame Verantwortung aller Gesellschaftsgruppen ein, um den Straßenverkehr sicher zu machen. Durch die hohe Sachkenntnis und die Erfahrung seiner Mitglieder bildet der DVR ein effizientes Netzwerk für Verkehrssicherheit.
Kontakt
Christoph Rieger
Pressesprecher
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