Zahl der Verkehrstoten europaweit gesunken – auch durch Corona

Laut dem heute veröffentlichten Road Safety Performance Index (PIN) des Europäischen Verkehrssicherheitsrates (ETSC) ist europaweit die Zahl der im Straßenverkehr Getöteten binnen zehn Jahren um durchschnittlich 31 Prozent zurückgegangen. In Deutschland sanken die Zahlen von 2011 bis 2021 um 36 Prozent. Allerdings wirkt sich dabei die gesunkene Mobilität durch die Covid-19-Pandemie aus, so dass auch europaweit mit einem Wiederanstieg der Zahlen gerechnet werden muss.

DVR-Präsident Prof. Dr. Walter Eichendorf kommentiert die Zahlen wie folgt:

Die Absenkung der Getötetenzahl um 31% in der europaweiten Betrachtung ist ein Erfolg. Fast 60.000 seit 2011 gerettete Menschenleben stehen hinter dieser abstrakt wirkenden Zahl. Aber es gibt zwei Wermutstropfen:

Erstens: Die Dynamik der letzten zehn Jahre würde nicht ausreichen, um das EU-Ziel einer Halbierung der Anzahl der Getöteten von 2020 bis 2030 zu erreichen. Um dieses Zwischenziel hin zur Vision Zero zu schaffen, ist eine deutlich stärkere Reduktion nötig als in der Vergangenheit.

Zweitens: Ein beträchtlicher Teil des Rückgangs geht auf die Covid-19-Pandemie zurück, die eine geringere Mobilität bewirkt hat. Die vorläufigen Zahlen der letzten Monate aus Deutschland zeigen, dass sich die erfreuliche Entwicklung zumindest hierzulande nicht automatisch fortsetzt.

Der Road Safety Performance Index (PIN) wird vom Europäischen Verkehrssicherheitsrat (ETSC) mit Unterstützung durch den DVR erarbeitet und herausgegeben. Zusätzlich werden einzelne Länder für ihre Verdienste um die Verkehrssicherheit mit dem PIN Award ausgezeichnet. In diesem Jahr geht die Auszeichnung nach Litauen, das als einziger EU-Mitgliedstaat eine Halbierung der Verkehrstoten von 2011 bis 2021 erreicht hat. Weitere Informationen finden Sie hier.