Wir sind alle zu Fuß unterwegs! – Fußverkehr erhält endlich einen eigenen Haushaltstitel im Bund

Der DVR fordert eine Beauftragte/einen Beauftragten für den Fußverkehr auf Bundesebene, um die Fußverkehrsstrategie zu entwickeln und den Fußverkehr zu stärken.

Der Bundestag hat gestern den Einzelplan 12 „Digitales und Verkehr“ des Bundeshaushalts(gesetzes) in der Ausschussfassung für das Jahr 2023 beraten und beschlossen. Dem Fußverkehr wurde im Jahr 2022 endlich ein Haushaltsposten eingeräumt, der in den kommenden Jahren beibehalten werden soll.

Der Fußverkehr lag bislang nicht im Fokus der Bundespolitik. So werden marode Autobahnbrücken oder die in vielen Landesteilen fehlende Radinfrastruktur oft thematisiert, sichere Gehwege hingegen sind selten ein Thema. Doch für das Gelingen der Mobilitätswende, stellt eine sichere und gut ausgebaute Infrastruktur von Gehwegen eine unabdingbare Voraussetzung dar.

„Zu Fuß gehen ist die gängigste Form der Teilnahme am Verkehr, denn jeder Ortswechsel erfolgt zumindest in Teilen zu Fuß“, sagt Prof. Dr. Walter Eichendorf, Präsident des Deutschen Verkehrssicherheitsrats (DVR). Vier Jahre sind seit der Veröffentlichung der Fußverkehrsstrategie des Umweltbundesamts und der Ankündigung des BMDV, ein Referat auch mit dem Schwerpunkt Fußverkehr zu schaffen, vergangen. Jetzt ist die Zeit, die Vorschläge der Verkehrsministerkonferenz zur Fußverkehrspolitik konkret umzusetzen.

„Um das Unfallrisiko für Zufußgehende zu minimieren, müssen zusammenhängende barrierefreie Netze ohne Gefahrenstellen gebaut werden. Die Sichtbeziehungen an Querungsstellen sind essenziell für die Verkehrssicherheit. Querungsstellen müssen konsequent freigehalten und die Parkverbote in Kreuzungsbereichen erweitert werden. Außerdem können Unfälle mit Querungshilfen und getrennten und ausreichend langen Ampelphasen vermieden werden“, ergänzt Prof. Dr. Walter Eichendorf. Um die Fußverkehrsstrategie auf den Weg zu bringen und entsprechend umzusetzen, fordert der DVR eine Beauftragte/einen Beauftragten für den Fußverkehr im Bundesministerium für Digitalisierung und Verkehr, die es in vielen Kommunen bereits gibt.

Weiterführende Informationen

>> DVR-Beschluss „Verbesserung der Sicherheit für Zufußgehende“

>> Vier Vorschläge für einen sicheren Fußverkehr