Fahrradselbsthilfewerkstatt, Integrierte Gesamtschule Grünthal

Schülerinnen und Schüler lernen, Fahrräder zu prüfen, zu reparieren und verkehrssicher zu halten.

Ort: Integrierte Gesamtschule Grünthal Stralsund

Akteure: Integrierte Gesamtschule Grünthal Stralsund gemeinsam mit dem ADFC, Ortsgruppe Stralsund-Rügen, und dem Förderverein der IGS Grünthal e.V.

Projektstart: März 2024

Handlungsfelder: Mobilität von Kindern und Jugendlichen; Sicherer Radverkehr

Mehr Informationen: ADFC Stralsund-Rügen - Fahrradselbsthilfewerkstatt IGS Grünthal Stralsund; plattrad 74 - ADFC Fahrradmagazin für Mecklenburg-Vorpommern 

Die Integrierte Gesamtschule Grünthal in Stralsund bietet seit März 2024 eine Fahrradselbsthilfewerkstatt an. Schülerinnen und Schüler können dort ihre Fahrräder auf Verkehrssicherheit prüfen, kleinere Reparaturen durchführen und lernen, sicherheitsrelevante Mängel zu erkennen. Unterstützt werden sie von Mitgliedern des ADFC sowie vom Kollegium der Schule. 


Motivation

Ein erster Impuls kam aus der Lehrerschaft der IGS, die sich für ihre Schülerinnen und Schüler im schulischen Rahmen Mobilitätsbildung wünschte. Diese wurde gemeinsam mit dem ADFC in die Unterrichtsplanung integriert, der Schwerpunkt lag auf den Klassenstufen 7 bis 9. Im Rahmen der Mobilitätsbildung wurden auch kleinere Reparaturen an Fahrrädern durchgeführt. Daraus entstand die Idee, eine Fahrradselbsthilfewerkstatt an der IGS einzurichten.


Maßnahmen

Für die Grundausstattung der Werkstatt wurde ein Bedarf von 1.500 Euro angesetzt. Die Finanzierung sollte anteilig durch ADFC und Schule erfolgen.

Der ADFC-Landesverband Mecklenburg-Vorpommern unterstützte das Projekt mit 1.000 Euro. Über ein Crowdfunding warb die IGS zusätzlich 1.750 Euro ein. Angeschafft wurden Werkzeuge, abschließbare Schränke und Verbrauchsmaterialien. Weitere Geld- und Sachspenden ergänzten die Ausstattung. Ein vorhandenes Gartenhaus auf dem Gelände der IGS dient als Werkstatt.

Die Fahrradselbsthilfewerkstatt ist in der Regel einmal im Monat geöffnet. Das Projekt wird vollständig ehrenamtlich von Mitgliedern des ADFC und engagierten Lehrkräften betreut.

Das Prinzip ist praxisnah: Fachkundige Personen zeigen den Schülerinnen und Schüler, wie sie die Reparaturen selbst durchführen, begleiten sie bei der Umsetzung und prüfen anschließend die Verkehrssicherheit der Fahrräder. Werkzeug und kleinere Materialien werden kostenfrei bereitgestellt, größere Ersatzteile müssen in der Regel selbst beschafft werden.

Das Angebot richtet sich auch an Eltern, Lehrkräfte und Mitarbeitende der Schule sowie ADFC-Mitglieder.

Spenden für die Werkstatt werden weiterhin durch Nutzende der Werkstatt sowie über Aktionen und Veranstaltungen eingeworben, etwa im Umfeld von Kampagnen wie dem Stadtradeln. Zusätzlich werden gespendete gebrauchte Fahrräder instandgesetzt und gegen eine geringe Spende an sozial bedürftige Schülerinnen und Schüler weitergegeben.

Drei Personen stehen vor einer Fahrradwerkstatt; zwei von ihnen, darunter ein Schüler, prüfen gemeinsam ein Fahrrad. Im Vordergrund liegt ein geöffneter Werkzeugkoffer mit verschiedenen Reparaturwerkzeugen auf einem Tisch.

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© Emma Lühe

Verkehrssicherheit

Die Werkstatt leistet einen direkten Beitrag zur Verkehrssicherheit: Fahrräder werden auf sicherheitsrelevante Mängel geprüft und bei Bedarf repariert. Gleichzeitig lernen die Schülerinnen und Schüler, worauf sie bei einem verkehrssicheren Fahrrad achten müssen und wie sie eigenständig kleinere Reparaturen umsetzen können.


Ergebnisse und Evaluation

Die Selbsthilfewerkstatt stößt auf großes Interesse und wird regelmäßig genutzt. Fahrräder werden kontinuierlich auf Verkehrssicherheit geprüft und bei Bedarf repariert. Dabei hat sich gezeigt, dass einzelne Reparaturen größere Schäden oder Unfälle verhindern konnten; so fehlte z. B. bei dem Pedelec eines Schülers eine wichtige Schraube.

Zugleich zeigt sich, dass die Schülerinnen und Schüler aktiv auf die Öffnungszeiten der Werkstatt aufmerksam gemacht werden müssen, etwa durch Flyer, Ankündigungen auf der Website oder Durchsagen über die Schulsprechanlage. Für den Erfolg des Projekts ist auch die Einbindung von Kollegium und Elternschaft wesentlich, sowohl hinsichtlich der Mitarbeit in der Werkstatt als auch beim Einwerben von Spenden und der Bekanntmachung des Werkstattangebots. 

Fazit und Übertragbarkeit

Das Projekt ist mit überschaubarem finanziellem Aufwand sowie durch ehrenamtliches Engagement und lokale Kooperationen gut umsetzbar. Zentrale Voraussetzungen sind geeignete Räumlichkeiten, verlässliche Ansprechpersonen und fachkundige Unterstützung. Empfehlenswert ist zudem, Eltern, den Förderverein oder den Freundeskreis der Schule frühzeitig einzubinden. Sie können wesentlich zur Bekanntmachung des Angebots, zur Einwerbung von Spenden und zur langfristigen Verankerung des Projekts beitragen.