Projektstart: seit 2019 Trainingsangebote für Erwachsene; seit Frühjahr 2026 Ausbau als schulisches Präventionsangebot für Jugendliche
Initiierung: Verkehrswacht Düsseldorf e.V.
Partner: örtliche Verkehrswachten, Städte und Kommunen, Schulen, E-Scooter-Anbieter
Ort: Nordrhein-Westfalen, u. a. Düsseldorf, Dortmund, Köln
Handlungsfeld: Sichere Mobilität – jeder trägt Verantwortung, alle machen mit
Mehr Informationen: Verkehrswacht Düsseldorf – E-Scooter Academy; Landesverkehrswacht Nordrhein-Westfalen
E-Scooter gehören für viele Jugendliche zum Alltag. Zugleich steigt die Zahl der Unfälle mit Elektrokleinstfahrzeugen deutlich an. Besonders junge Fahrerinnen und Fahrer unterschätzen häufig Risiken im Straßenverkehr und sind mit den Verkehrsregeln oder dem sicheren Fahren mit dem E-Scooter noch nicht ausreichend vertraut.
Ausgangslage und Ziel
E-Scooter werden besonders von Jugendlichen und jungen Erwachsenen intensiv genutzt. Gleichzeitig zeigen die Unfallzahlen in Nordrhein-Westfalen einen deutlichen Anstieg von Verkehrsunfällen mit E-Scootern: Für 2025 verzeichnete die Verkehrsunfallbilanz für Nordrhein‑Westfalen landesweit mehr als 3.900 Verkehrsunfälle mit einem E-Scooter mit Personenschaden – rund 50 Prozent mehr als im Vorjahr. (Verkehrsunfallbilanz 2025: Weniger Tote, mehr Drogen am Steuer, mehr illegale Autorennen | Land.NRW).
Mit der E-Scooter-Academy, die von der Verkehrswacht Düsseldorf e.V. gegründet wurde, setzt mittlerweile die Landesverkehrswacht NRW gemeinsam mit lokalen Partnern auf eine praxisnahe Präventionsarbeit. Ziel ist es, junge Menschen frühzeitig für die sichere Nutzung von E-Scootern zu sensibilisieren, Wissen über Verkehrsregeln zu vermitteln und das Verantwortungsbewusstsein im Straßenverkehr zu stärken.
Übergeordnetes Ziel des Projekts ist es, Kinder frühzeitig für mögliche Gefahrenquellen zu sensibilisieren und ihr Bewusstsein für Risiken im Straßenverkehr zu stärken. Gleichzeitig gewinnen die Kinder mehr Sicherheit in ihrer eigenständigen Mobilität.
Das Besondere an dem Projekt
Die E-Scooter-Academy greift aktuelle Herausforderungen urbaner Mobilität auf und richtet sich gezielt an eine junge Ziel- und Altersgruppe, für die bislang nur wenige spezifische Angebote in der Mobilitäts- und Verkehrssicherheitsbildung existieren.
Maßnahmen
Die Trainings beinhalten zum einen theoretische Inhalte und Gespräche über Rücksichtnahme und das sichere Miteinander verschiedener Verkehrsarten im urbanen Raum. Zum anderen sammeln die Jugendlichen auf Verkehrsübungsplätzen oder in Parcours praktische Fahrerfahrungen und trainieren unter Anleitung typische Fahrsituationen mit dem E-Scooter. Das Angebot richtet sich an Schülerinnen und Schüler ab Jahrgangsstufe 9. Die Neuntklässlerinnen und -klässler sind in der Regel 14 Jahre alt und damit in dem Alter, ab dem das Fahren mit privatem E-Scooter erlaubt ist.
Die Trainingsinhalte umfassen unter anderem:
- welche Verkehrsregeln und gesetzlichen Vorgaben für E-Scooter gelten
- wie sicher gebremst und abgebogen wird und wie Kurven sicher gefahren werden
- wie defensives Fahrverhalten zu mehr Sicherheit beiträgt
- dass das Fahren zu zweit auf einem E-Scooter verboten ist
- welche Risiken etwa durch Ablenkung, unangepasste Geschwindigkeit oder die Nutzung des Smartphones während der Fahrt entstehen
- welche Gefahren und rechtlichen Folgen das Fahren unter Alkoholeinfluss mit sich bringt
- wie E-Scooter sicher und barrierefrei abgestellt werden können, damit sie andere Verkehrsteilnehmende weder gefährden noch behindern.
Die Academy wird gemeinsam mit Städten, örtlichen Verkehrswachten sowie E-Scooter-Anbietern umgesetzt. Für Schulen ist das Angebot kostenlos.
Verkehrssicherheit
Die E-Scooter-Academy vermittelt den Teilnehmenden durch praktische Fahrübungen sowie Aufklärung über Verkehrsregeln und Unfallrisiken wichtige Kompetenzen für eine sichere Teilnahme am Straßenverkehr. Das Projekt macht zugleich deutlich, dass Verkehrssicherheit bei E-Scootern nicht nur vom Fahrverhalten abhängt, sondern auch von einem verantwortungsbewussten und regelkonformen Verhalten im öffentlichen Raum. Dazu gehört auch das sichere Abstellen der E-Scooter, damit insbesondere Fußwege für andere Verkehrsteilnehmende frei und barrierearm bleiben.
Damit leistet die Academy einen wichtigen Beitrag zur Prävention von Unfällen mit Elektrokleinstfahrzeugen und stärkt zugleich das Bewusstsein für gegenseitige Rücksichtnahme im Straßenverkehr.
Fazit
Die E-Scooter-Academy zeigt, wie sich neue Mobilitätsformen praxisnah in die Verkehrssicherheitsarbeit integrieren lassen. Sie richtet sich gezielt an eine junge Zielgruppe und vermittelt wichtige Kompetenzen für deren sichere Teilnahme am Straßenverkehr. Gleichzeitig bringt das Projekt unterschiedliche Akteure zusammen – darunter Verkehrswachten, Schulen, Städte und E-Scooter-Anbieter –, um gemeinsam sichere, rücksichtsvolle und verantwortungsbewusste Mobilität im urbanen Raum zu fördern.