Info-Portal Drogen im Straßenverkehr
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Folgerungen für den Straßenverkehr

Medikamente und Straßenverkehr
Alkohol baut sich gleichmäßig im Körper ab. Unabhängig von der gesamten Trinkmenge wird immer die gleiche Menge an Alkohol im Körper umgewandelt und abgebaut. Bei (geringem) Alkoholkonsum kann man also ausrechnen, wann man wieder bei „Null“ ist. Dies gilt für Drogen nicht. Der Abbau bei den meisten Drogen ist abhängig von der sich im Blut befindlichen Drogenkonzentration. Diese ist aber schon bei einer einzigen konsumierten Droge unbekannt. Sollten mehrere unterschiedliche Drogen konsumiert werden, wird der Auf- und Abbau von einzelnen Substanzen durch die gegenseitige Beeinflussung völlig unkalkulierbar. Schlimmstenfalls besteht eine Wirkung noch nach Tagen. Man fühlt sich längst wieder „normal“. Tatsächlich ist man jedoch noch beispielsweise in der Reaktions- oder Konzentrationsfähigkeit eingeschränkt.
Ebenso unkalkulierbar ist die Wirkung (Intensität, Dauer). Ganz besonders wenn mehrere Drogen zusammen und/oder zusammen mit Alkohol konsumiert werden. Das Fahren wird zum nicht mehr übersehbaren Risiko.

Drogenkonsum kann auf unterschiedliche Weise das (Fahr-)verhalten beeinflussen. Dies gilt sowohl für die erwünschten Wirkungen von Drogen, als auch für die unerwünschten Nebenwirkungen und die verschiedenen Entzugssymptomatiken:

„Kurzfristig“:

Durch Spontanhandlungen
Obwohl man eigentlich das Auto stehen lassen wollte, fährt man doch.
Ursache: Erhöhte Risikobereitschaft, Gefühl der Unverwundbarkeit, „Scheißegal-Gefühl“.

Durch körperliche und psychische Reaktionen während der Fahrt
Rausch, verspätet einsetzender Rausch, Intoxikation, Überdosierung, Entzugssymptome, (z.B. Schwindel, Kreislaufprobleme), fehlerhafte Wahrnehmung und Reaktionsfähigkeit, erhöhte Risikobereitschaft während des Fahrens, veränderte Farbwahrnehmung und körperliche Reaktionen, die die Fahrtätigkeit beeinflussen (z.B. Übelkeit).
Obiges gilt insbesondere bei Mischkonsum.

Je häufiger Drogen konsumiert und je größer die konsumierten Mengen werden, desto weniger Zeit hat der Körper, die Substanzen abzubauen und je wahrscheinlicher ist es, dass sich einzelne Substanzen in Ihrer Wirkung addieren oder es zu Wechselwirkungen kommt. Diese können sich dann auch auf die Fahrfähigkeit auswirken.


„Langzeitfolgen“ nach längerem, regelmäßigem oder abhängigem Konsum, die eine Fahreignung ausschließen (Anlage 4, FeV):

Veränderte Hirnfunktionen:
Fehlerhafte Wahrnehmung, Verlangsamung, schlechtere Konzentrationsfähigkeit, Konzentrationsausdauer und Reaktionsfähigkeit.

Psychische Störungen:
Depression, Psychosen, Angststörungen, Reizbarkeit, Aggressivität.

Erkrankungen:
Herzerkrankungen, Cerebrale Krampfanfälle, Stoffwechselerkrankungen (Diabetes mellitus), Infektionskrankheiten (Hepatitis, AIDS).

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