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Missbrauch und Abhängigkeit

Missbrauch und Abhängigkeit

Rund vier bis fünf Prozent der verordneten Arzneimittel haben ein Suchtpotenzial. Dies gilt für Schnupfenmittel über Schmerzmittel bis hin zu Psychopharmaka. Es sind vor allem die zentral wirksamen Arzneimittel (auf das Zentrale Nervensystem wirkend) wie z. B. opiumhaltige Schmerzmittel, kodeinhaltige (Husten-) Präparate, Schlaf- und Beruhigungsmittel sowie Tranquilizer (Gruppe von angstlösenden und entspannenden Psychopharmaka) und Psychostimulanzien (Gruppe von anregenden Stoffen), die als problematisch gelten. Aber auch Schmerzmittel, die frei in der Apotheke erworben werden können (z. B. Präparate, die neben einem oder zwei peripher wirksamen Schmerzmitteln noch Koffein enthalten) sind kritisch (Mischanalgetika). Nach den Zahlen im Jahrbuch Sucht 2017 werden etwas mehr als 50 Prozent aller in Deutschland verkauften Arzneimittel ohne Rezept gekauft.

Wissenschaftliche Studien zeigen, dass etwa 1,4 bis 1,9 Millionen Menschen in Deutschland von Medikamenten abhängig sind. In etwa 80 Prozent der Fälle handelt es sich dabei um eine Abhängigkeit von Benzodiazepinen. Der Anteil der gefährdeten oder abhängigen Frauen liegt dabei deutlich über dem der Männer. Eine ähnlich hohe Anzahl von Menschen kann als mittel- bis hochgradig gefährdet eingeschätzt werden, eine Medikamentenabhängigkeit zu entwickeln. Der problematische Gebrauch von Medikamenten steigt dabei mit dem Alter kontinuierlich an.

Hat sich jemand daran gewöhnt, unangenehme körperliche wie seelische Befindlichkeiten mit Hilfe von Arzneimitteln zu unterdrücken, wird es mit andauernde Einnahme und / oder steigender Dosis immer schwerer, das Arzneimittel abzusetzen.

Ähnliches gilt für den Fall, dass sich jemand daran gewöhnt hat, tagsüber nur noch unter Einnahme bestimmter Präparate leistungsfähig zu sein und / oder nachts ohne chemische Mittel nicht (ein)schlafen zu können. Erfolgsdruck, das immer Funktionieren müssen sowie eine zu beobachtende Zunahme verschiedenster Befindlichkeitsstörungen (z. B. Depressionen) begünstigen eine Abhängigkeit. Aber auch das nicht immer unproblematische Verschreibungsverhalten der Ärzte spielt dabei eine Rolle. Der z.T. aggressiv beworbene Medikamentenmarkt beeinflusst das Verschreibungs- als auch das Einnahmeverhalten sicherlich ebenfalls.

 

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