Sie sind hier: Startseite

Vorfahrt für „Vision Zero“


Logo Vision Zero


Der Vorstand des Deutschen Verkehrssicherheitsrates (DVR) hat eine grundlegende Entscheidung für seine weitere Verkehrssicherheitsarbeit getroffen, indem er sich 2007 für „Vision Zero“ ausgesprochen hat. Die Grundsätze dieser Sicherheitsstrategie sollen der koordinierten Verkehrssicherheitsarbeit des DVR zugrunde gelegt werden.

Ziel von „Vision Zero“ ist: keine Toten und Schwerverletzten im Straßenverkehr. Kern der Strategie ist ein sicheres Verkehrssystem und die Einsicht, dass der Mensch als Teil dieses Systems nicht fehlerfrei agiert. Die Gestaltung der Verkehrsmittel und der Verkehrswege muss dieser Erkenntnis entsprechen und die Regelwerke zur Teilnahme am Straßenverkehr sind entsprechend anzupassen.

„Vision Zero“ als politisches Programm setzt Prioritäten. Und diese Priorität muss lauten: Bei der Abwägung von unterschiedlichen Werten oder Zielen muss die Unversehrtheit des Menschen an erster Stelle stehen. Leben ist nicht verhandelbar.

Als erstes DVR-Mitglied setzte 3M das Logo von „Vision Zero“ ein und gibt damit ein Bekenntnis zur gemeinsamen Sicherheitsphilosophie ab. Alle Mitglieder und Partner sind aufgefordert, dem zu folgen und sich für die Umsetzung der Vision Zero einzusetzen.


Rainer Armbruster
Rainer Armbruster
Abteilungsleiter
Arbeitsschutz/Soziales
Deutsche Post AG

Als Mitglied im Deutschen Verkehrssicherheitsrat setzt sich die Deutsche Post DHL seit vielen Jahren für die Verbesserung der Sicherheit auf unseren Straßen ein. Im Vorstand des DVR konnten wir daran mitwirken, die Vision Zero als Sicherheitsstrategie des Deutschen Verkehrssicherheitsrates zu verankern.

Die Umsetzung der Vision Zero in der praktischen Verkehrssicherheitsarbeit ist uns ein großes Anliegen. Sie geht davon aus, dass die Verkehrswelt an den Menschen angepasst sein muss, an seine physische Verletzbarkeit und an die Tatsache, dass Menschen Fehler machen. Die Verantwortung für ein sicheres Verkehrssystem tragen alle, die diese Verkehrswelt gestalten.

Dies bedeutet aber nicht, dass die Verkehrsteilnehmer aus der Verantwortung entlassen werden. Hier setzt die umfangreiche Präventionsarbeit der Deutschen Post DHL an: Wir sind davon überzeugt, dass es grundlegende Aufgabe eines international agierenden Unternehmens mit hunderttausenden Mitarbeitern ist, ein verantwortungsvolles Neben- und Miteinander im Straßenverkehr zu stärken. Die konzernweit gültigen Regeln für Sicherheit im Straßenverkehr, verankert im Deutsche Post DHL „Road Safety Code“, beinhalten grundlegende und international anwendbare Regeln für verantwortungsvolles und sicherheitsorientiertes Verhalten im Straßenverkehr und sollen von jedem Mitarbeiter befolgt und umgesetzt werden.


Prof. Dr. Axel Ekkernkamp
Prof. Dr. Axel Ekkernkamp
Ärztlicher Direktor und Geschäftsführer
Unfallkrankenhaus Berlin

Tagtäglich sind wir hier im Unfallkrankenhaus Berlin mit den Folgen von Verkehrsunfällen konfrontiert. Der Tod von Patienten, schwerste Verletzungen und das schreckliche Leiden der Angehörigen bringen auch uns Ärzte oftmals an den Rand der Belastungs­fähigkeit. Manchmal können wir nicht mehr helfen. Oder wir verlieren den Kampf um das Leben eines Patienten nach einigen Wochen zuletzt doch.

Auch wenn es der Hochleistungsmedizin heute häufig gelingt, das Leben von schwerst verletzten Patienten zu retten, müssen viele Betroffene und ihre Angehörigen dennoch ihr Leben lang unter den Folgen der Unfälle leiden. Manche Patienten können ihren Alltag nicht mehr selbständig gestalten; (sie) brauchen ständig Hilfe beim Essen, Waschen, Umziehen. Manche leiden ihr Leben lang unter schweren Depressionen, Schuldgefühlen und anderen posttraumatischen Störungen.

Mit einem Verkehrssystem, das an den Menschen orientiert ist, hätten viele dieser Unfälle verhindert oder ihre Folgen gemindert werden können. Um etwas zu bewegen, muss in Gesellschaft, Politik, Öffentlichkeit, Industrie und Medien umgedacht werden. Alle tragen die Verantwortung für die Gestaltung eines Verkehrssystems, in dem niemand mehr zu Tode kommen muss oder schwerste Verletzungen davon trägt. Den Weg hierfür gibt die Vision Zero vor:

Die Umsetzung politischer Forderungen wie ein generelles Alkoholverbot am Steuer oder eine Anpassung der erlaubten Höchstgeschwindigkeiten wären Meilensteine auf dem Weg hierhin. Der deutlich verstärkte Einsatz von Fahrerassistenzsystemen oder die bauliche Umgestaltung von Unfallschwerpunkten in Richtung fehlerverzeihender Straßen ist für die Rettung von Menschenleben unabdingbar, auch wenn hierfür an anderen Stellen eingespart werden muss. Aber: Das Leben ist nicht verhandelbar!


Dieter Freitag
Dieter Freitag
Direktor
Michelin Deutschland, Österreich, Schweiz

Das Ziel der Sicherheitsstrategie Vision Zero lautet „Null Getötete, null Schwerverletzte im Straßenverkehr“. Wie leben wir diese Strategie bei Michelin? Unser Engagement leitet sich aus dem Selbstverständnis des Unternehmens und unserem Grundsatzprogramm „Leistung und Verantwortung“ ab.

Als wichtiger und verantwortungsvoller Akteur in der Automobilbranche übernehmen wir gezielt Verantwortung und fördern kontinuierlich eine saubere, nachhaltige und sichere Mobilität. Michelin entwickelt deshalb nicht nur Reifen mit sehr hohem Sicherheitsniveau, sondern engagiert sich auch konsequent dafür, das Autofahren selbst sicherer zu machen und das Thema Verkehrssicherheit einer breiten Öffentlichkeit zu vermitteln. So haben wir z.B. allein durch die Aktion „Achtung Auto“ in Zusammenarbeit mit dem ADAC sowie durch das mit dem österreichischen ÖAMTC durchgeführte Programm „Hallo Auto“ über zwei Millionen Kinder darin geschult, den Anhalteweg von Fahrzeugen richtig einzuschätzen.

Zudem engagieren wir uns stark für die Sicherheit unsere Mitarbeiter. Aus diesem Grund haben wir z.B. interne Kampagnen zur Förderung einer sicheren Fahrweise und ein effizientes Reisemanagement eingeführt. Seit 2009 nehmen alle Vertriebs- und Marketing-Mitarbeiter an Fahrsicherheitsschulungen teil. Alles in allem hat Michelin in 2012 weltweit Sicherheits-Initiativen mit sechs Millionen Euro unterstützt. Damit setzt das Unternehmen seinen Kernwert Respekt vor den Menschen konkret um.


Dirk Lange
Dirk Lange
Geschäftsleitung Safety & Graphics Business Group
3M Deutschland GmbH

Menschen machen Fehler – auch im Straßenverkehr. Die Sicherheitsstrategie Vision Zero gibt vor, das Straßenverkehrssystem so zu gestalten, dass diese Fehler möglichst nie zu katastrophalen Folgen wie schwersten Verletzungen oder gar zum Tod führen.

Eine einwandfreie Sichtbarkeit von Straßenmarkierungen, Verkehrsschildern und Baustellen auch bei schlechten Sichtverhältnissen trägt dazu bei, menschliche Fehler zu vermeiden. Verkehrsteilnehmer, die frühzeitig erkennen, welche möglichen Gefahrensituationen in Verkehrsräumen auf sie zukommen, können ihr Verhalten schneller dieser Situation anpassen. Wir gehen davon aus, dass Menschen bei guter Sichtbarkeit im Straßenverkehr auch in unübersichtlicheren Situationen weniger Fehler machen und schwere Unfälle so vermieden werden können.

Unser Unternehmen ist überzeugt davon, dass die Vision Zero den richtigen Weg für mehr Sicherheit auf unseren Straßen vorgibt. Das Logo mit dem prägnanten Slogan „Keiner kommt um. Alle kommen an.“ haben wir deswegen bereits kurz nach seiner Einführung aufgenommen und verbreiten es über unsere Produkte.


Pierre-Enric Steiger
Pierre-Enric Steiger
Präsident
Björn Steiger Stiftung

Vor mehr als 40 Jahren haben meine Eltern ihren Sohn Björn durch einen Autounfall verloren und in Anbetracht der schlechten Notfallversorgung in den 60er Jahren die Björn Steiger Stiftung gegründet. Seit 1969 kämpft die Stiftung für die Verbesserung der Notfallhilfe in Deutschland. Sicherlich haben unsere Initiativen wie die Einführung der bundesweiten Notrufnummer 110/112, die Aufstellung der Notruftelefone, die Finanzierung der zivilen Luftrettung oder unsere Entwicklung der Handyortung bei Notruf bereits einiges dazu beigetragen, um die Zahl von 20.000 Verkehrstoten in den 70er Jahren auf 3.606 im Jahr 2012 zu reduzieren.

Dennoch sind mehr als 3.600 Verkehrstote 3.600 zu viel. So engagieren wir uns auch heute und in Zukunft für die „Vision Zero“, zum Beispiel in Sachen eCall für Motorradfahrer in Kooperation mit dem Helmhersteller Schuberth GmbH, der Deutschen Telekom und Bosch Sicherheitssysteme. Bei einem Motorradunfall wird automatisch ein Notruf ausgelöst, der Verunfallte über GPS lokalisiert und die Rettungskette ausgelöst. Daneben arbeiten wir an der Umsetzung des SMS-Notrufs für Hörgeschädigte und einer neuen Plattform, um Leitstellen eine verbesserte Handyortung bei Notruf zu ermöglichen. Denn auch in Zukunft gilt, je schneller exakte Unfallmeldungen und Unfalldaten an Rettungskräfte übermittelt werden, desto schneller kann direkt vor Ort geholfen werden. Auf diesem Wege lässt sich die Zahl der Verkehrstoten zu einem gewissen Teil weiter reduzieren. Das ist ein Beitrag, den wir auf dem Weg der „Vision Zero“ schon heute leisten und auch zukünftig verstärkt leisten wollen.

Gemeinsam mit unseren Partnern im Deutschen Verkehrssicherheitsrat verfolgen wir darüber hinaus auch immer das Ziel, menschliche Fehler und deren Folgen im Verkehr zu minimieren, in dem wir immer wieder auf Gefahrenpotentiale hinweisen.

Für all diese Initiativen und Aktionen setzt sich die Björn Steiger Stiftung seit Jahrzehnten ein. Und ich möchte das als Präsident der Stiftung und Vorstandsmitglied des Deutschen Verkehrssicherheitsrates gerne persönlich tun: um die „Vision Zero“ miterleben zu können - von 20.000 zu 3600 zu Null Verkehrstoten!


Rainer Wendt
Rainer Wendt
Bundesvorsitzender
Deutsche Polizeigewerkschaft

Leben und Gesundheit sind das Wichtigste, was wir Menschen haben. Der Tod eines Menschen durch einen Verkehrsunfall reißt urplötzlich Lücken in unser Dasein und stürzt oft Hunderte in Trauer und Verzweiflung. Kommt es zu schweren Personenschäden, bedeutet dies oft unfassbares Leid für die Betroffenen und jahrzehntelange Belastungen für ihre Angehörigen. „Vision Zero“ will das nachhaltig verhindern.

Menschen machen Fehler, das ist natürlich und wird auch künftig so sein. Jedoch, insbesondere die schweren Folgen dieser Fehler kann man vermeiden. Deshalb sind Fahrzeuge und Straßen stets gefährdungsorientiert und „Fehler verzeihend“ zu gestalten. Aber auch Verkehrsteilnehmer selbst müssen das Bewusstsein haben, dass sie Verantwortung für ihr eigenes Leben und das ihrer Mitmenschen übernehmen, wenn sie sich im Straßenverkehr bewegen.

Polizisten, Sanitäter, Ärzte und Seelsorger erleben täglich menschliches Leid, hervorgerufen durch vermeidbares Fehlverhalten und gelegentlich unzureichende Technik. Dabei will niemand flächendeckende Überwachung, flächendeckende Verantwortung dagegen muss sein!

„Vision Zero“ vernetzt die Anstrengungen, um das Verhalten der Menschen, die Technik sowie Systeme und Gesetze an dem großen Ziel auszurichten, Leben und Gesundheit der Verkehrsteilnehmer zu bewahren. Im Straßenverkehr soll man ankommen, nicht umkommen.

„Vision Zero“ ist der richtige Weg.


Downloads


PDF DVR-Vortrag Vision Zero/Text ; DVR-Vortrag Vision Zero/Powerpoint

PDF DVR-Schriftenreihe „Vision Zero“

PDF FAQ / Häufig gestellte Fragen

WMV Spot (DGUV)

PDF Schweden: Die Nullversion ist das Bild einer Zukunft, in der niemand mehr im Straßenverkehr getötet oder so schwer verletzt wird, dass er lebenslange Schäden davon trägt.

PDF Vision Zero – English Version

PDF Verkehrssicherheitsreport der DEKRA (siehe Seiten 26-28)

TIPP!English Version

DEKRA Vision ZeroDEKRA Vision Zero: Interaktive Karte


DVR-NEWSLETTER



TIPPS

Sicherheitstrainings für Motorradfahrer
www.dvr.de/sht
Verkehrssicherheitsprogramme für Kinder
verkehrssicherheitsprogramme.de