Jeder vierte Autofahrer ist schon einmal am Steuer eingeschlafen

Zum „Aktionstag erholsamer Schlaf“ der DGSM ruft der DVR dazu auf, sich nur ausgeschlafen hinter das Steuer zu setzen

Berlin, 21. Juni 2017 (DVR) – Müdigkeit am Steuer kann jeden treffen. Daher macht der Deutsche Verkehrssicherheitsrat (DVR) gemeinsam mit dem Kooperationspartner der Deutschen Gesellschaft für Schlafforschung und Schlafmedizin (DGSM) anlässlich des „Aktionstages erholsamer Schlaf“ auf die Kampagne „Vorsicht Sekundenschlaf“ und damit die Gefahr von Müdigkeit am Steuer aufmerksam.

26 Prozent der befragten Autofahrer sind laut einer TNS-Emnid-Umfrage im Rahmen der Kampagne des DVR mit Unterstützung des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) und der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV) mindestens schon einmal am Steuer eingeschlafen. Dabei sind vielen die Anzeichen von Müdigkeit am Steuer hinreichend bekannt oder schon begegnet: 41 Prozent müssen häufig gähnen, 40 Prozent oft blinzeln, da die Augen anfangen zu brennen, und 24 Prozent können sich schwer auf die Straße konzentrieren, da die Gedanken abschweifen.

Trotzdem überschätzen immer noch viele ihre Fähigkeiten: 45 Prozent der Befragten glauben, Müdigkeit durch ihre Erfahrung ausgleichen zu können, und 43 Prozent der Befragten sind überzeugt, den Zeitpunkt des Einschlafens sicher vorhersehen zu können. Zusätzlich setzen die meisten bei akuter Müdigkeit auf die falschen Maßnahmen: 60 Prozent der Befragten lassen frische Luft durch das offene Fenster rein, 38 Prozent trinken koffeinhaltige Getränke und 30 Prozent drehen die Musik lauter, um ihre Müdigkeit zu besiegen. Doch weder durch langjährige Erfahrung noch durch derartige Tricks kann akute Müdigkeit hinter dem Steuer langfristig überwunden werden.

Darüber hinaus fährt ein Teil der Befragten regelmäßig nachts: Elf Prozent der Befragten sind mehrmals pro Monat und sechs Prozent mehrmals pro Woche während ihrer üblichen Schlafenszeiten unterwegs. Mitten in der Nacht beziehungsweise in den frühen Morgenstunden ist jedoch die Einschlafneigung hinter dem Steuer und damit die Wahrscheinlichkeit für das Eintreten eines Sekundenschlafes besonders hoch: „Wer kurz einnickt, legt binnen drei Sekunden bei einer Geschwindigkeit von 100 km/h über 80 Meter im Blindflug zurück. In dieser kurzen Zeit können ein schwerer Unfall verursacht und Menschenleben gefährdet werden“, so DVR-Geschäftsführerin Ute Hammer.

Eine solche Verschiebung des Schlaf-Wach-Rhythmus sollte mit Bedacht erfolgen und von ausreichend Schlaf vor einer Fahrt begleitet werden. Alle, die trotzdem müde werden, sollten eine Pause einlegen, auf einem Parkplatz zehn bis 20 Minuten schlafen oder den Kreislauf durch Bewegung in Schwung zu bringen. „Wer möchte, kann vor dem Kurzschlaf noch einen Kaffee trinken. Das darin enthaltene Koffein wirkt erst nach 30 Minuten, hindert daher nicht beim Einschlafen, erleichtert aber das Wachwerden und verstärkt so den Erfrischungseffekt“, ergänzt Dr. Hans-Günter Weeß, Vorstandsmitglied der DGSM.

Weitere Informationen:

www.dvr.de/vorsicht-sekundenschlaf

Über die Umfrage:

Befragt wurden im Oktober 2016 insgesamt über 1.000 Autofahrerinnen und Autofahrer über 18 Jahre, repräsentativ nach Alter, Geschlecht, Region und Bildungsabschluss verteilt.

Hintergrund zur Kampagne:

Müdigkeit am Steuer ist ein unterschätztes Unfallrisiko im Straßenverkehr. In der Unfallstatistik wird Übermüdung für nur 0,5 Prozent aller schweren Unfälle als Ursache deklariert. Die Dunkelziffer liegt laut Experten jedoch weitaus höher. Jeder übermüdete Autofahrer und jede übermüdete Autofahrerin ist somit potenziell der Gefahr des Sekundenschlafs ausgesetzt. Der DVR hat deshalb gemeinsam mit dem Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) und der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV) im Dezember 2016 eine Aufklärungskampagne mit dem Titel „Vorsicht Sekundenschlaf! Die Aktion gegen Müdigkeit am Steuer.“ gestartet. Ziel der Kampagne ist es, alle Autofahrerinnen und Autofahrer für die Gefahren von Müdigkeit am Steuer zu sensibilisieren und präventive sowie akute Maßnahmen dagegen aufzuzeigen.

Kontakt: Kampagnenbüro:

Kampagnenbüro „Vorsicht Sekundenschlaf!“
Telefon: 030- 700186-980
Fax: 030-700186-193
E-Mail: sekundenschlaf-group@s-f.com

Pressekontakt:

Deutscher Verkehrssicherheitsrat (DVR)
Anna-Sophie Börries
Auguststraße 29
53229 Bonn
Telefon: 0228-40001-43
E-Mail: ASBoerries@dvr.de



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