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Hoher Anteil der Verkehrstoten in Europa ist auf Wege- oder Arbeitsunfälle zurückzuführen

Brüssel, 20. Juni 2017 – Im Jahr 2016 kamen 25.671 Menschen bei Verkehrsunfällen in Europa ums Leben. Der Europäische Verkehrssicherheitsrat ETSC schätzt in einer aktuellen Studie, dass bis zu 40 Prozent dieser Todesopfer auf Arbeits- oder Wegeunfälle zurückzuführen sind. Staatliche Stellen, Behörden und öffentliche Einrichtungen sollten mit gutem Beispiel vorangehen und betriebliche Verkehrssicherheitsarbeit für die eigenen Beschäftigten und Fuhrparks fördern. Nach Ansicht des ETSC ist eine detailliertere Unfalldatenlage nötig, um bessere Präventionsarbeit leisten zu können.

ETSC-Geschäftsführer Antonio Avenoso lobte das bisherige Engagement, mahnte jedoch auch, dass die Mehrzahl der Betriebe und Organisationen in Europa der Verkehrssicherheit nicht genug Beachtung schenkten. „Viele Unternehmen sehen Verkehrssicherheitsarbeit als Last und verkennen die Chancen“, so Avenoso.

Dabei könnten Risikominimierung durch bessere Routen- und Umlaufplanung, zielgerichtete Sicherheitstrainings oder sicherere Fahrzeuge nicht nur Versicherungskosten und Fehltage senken, sondern zusätzlich das Image eines Unternehmens verbessern. „Unternehmen müssen ihre Anstrengungen verstärken, aber unsere Studie zeigt auch, dass sie staatliche Unterstützung und Unterstützung durch die EU brauchen“, unterstrich Avenoso.

Der ETSC wiederholt in der Studie seine Forderung nach einer besseren Datenlage. So würde die Polizei in der Mehrheit der EU-Mitgliedstaaten nach einem Unfall nicht den Fahrtanlass der verunfallten Personen erheben, was möglicherweise viele betriebliche Verkehrsunfälle nicht als solche einstufe und in Folge das Problem in seinem tatsächlichen Ausmaß nur schwer greifbar mache.

Quelle: ETSC