Menu Suche
 

Verkehrsunfälle in Europa: Soziale Kosten belaufen sich auf 100 Milliarden Euro jährlich

Brüssel, 4. April 2016 – Rund 26.000 Menschen kamen im Jahr 2015 bei Verkehrsunfällen auf europäischen Straßen ums Leben. Im Vergleich zum Vorjahr ist somit kein nennenswerter Rückgang zu verzeichnen. Zu diesem Ergebnis kommt ein Bericht der Europäischen Kommission, der auch eine konkrete Summe zur Bezifferung der Unfallfolgekosten nennt.

So belaufen sich die Kosten für Rehabilitation, Gesundheitsversorgung und das Regulieren von Sachschäden auf jährlich rund 100 Milliarden Euro. Neu ist eine einheitliche Definition für Schwerverletzte, die erstmals einen direkten Vergleich der EU-Länder ermöglicht. Demnach wurden 2015 europaweit rund 135.000 Menschen schwer verletzt. Besonders häufig traf es Personen, die zu Fuß, mit dem Fahrrad oder mit dem Motorrad unterwegs waren.

Mehr als jede fünfte bei Verkehrsunfällen getötete Person war eine Fußgängerin oder ein Fußgänger. Insgesamt verläuft der Rückgang bei Getöteten in dieser Gruppe mit elf Prozent zwischen 2010 und 2014 wesentlich langsamer als der allgemeine Rückgang von 18 Prozent über alle Verkehrsteilnahmearten hinweg. 38 Prozent aller tödlichen Unfälle ereigneten sich innerhalb von Ortschaften, mehr als die Hälfte jedoch entfiel auf Landstraßen.

Die für Verkehr zuständige EU-Kommissarin Violeta Bulc nannte die Zahlen alarmierend. „Wenn Europa sein Ziel einer Halbierung der Zahl der Verkehrstoten bis 2020 erreichen soll, muss noch viel mehr getan werden. Ich fordere die Mitgliedstaaten auf, im Hinblick auf die Rechtsdurchsetzung und die Durchführung von Kampagnen größere Anstrengungen zu unternehmen“, sagte Bulc in Brüssel.

Die Sterblichkeitsrate im Straßenverkehr beträgt im europäischen Durchschnitt 51,5 Verkehrstote je einer Million Einwohnerinnen und Einwohner. Besonders niedrig war diese Quote in Schweden (27), den Niederlanden (28), Großbritannien (29), Dänemark (30) und Malta (26). Deutschland liegt mit 42 Getöteten je einer Million Einwohnerinnen und Einwohner im Mittelfeld. Schlusslichter waren Rumänien und Bulgarien mit einer Quote von jeweils 95.

Quelle: Europäische Kommission