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Transporter werden sicherer

Stuttgart, 24. September 2010 – Transporter bewegen sich im Straßenverkehr nahezu so sicher wie Pkw und bieten den Insassen einen vergleichbaren Schutz. Zudem ist die Unfallbeteiligung von Transportern seit dem Jahr 2001 stark rückläufig. Zu diesen Ergebnissen kommt die Studie „Sicherheit von Transportern“, die die Bundesanstalt für Straßenwesen (BASt), der Verband der Automobilindustrie (VDA), die Unfallforschung der Versicherer (UDV) und die DEKRA Unfallforschung erarbeitet haben.

Der Eigenschutz der Transporterinsassen wird durchweg als gut bewertet, jedoch liegt die Gurtanlegequote zwischen 74 und 83 Prozent. Die Unfallforscher schlagen daher eine intensivere Schulung und bessere Aufklärung für die Fahrer sowie den Einbau von Seat-Belt-Remindern vor. Insgesamt verlieren Fahrer von Transportern seltener die Kontrolle über ihr Fahrzeug. Dennoch müssten Probleme, die durch den höheren Schwerpunkt, Ladungseinflüsse und eingeschränkte Rundumsicht entstehen, den Fahrern stärker bewusst gemacht werden.

Jüngere Fahrer verursachen einer Analyse der BASt zufolge Unfälle hauptsächlich durch zu geringen Abstand, überhöhte Geschwindigkeit, beim Rückwärtsfahren und im Längsverkehr in der Stadt. Jeder vierte Unfall wurde von einem Fahrer verursacht, der weniger als drei Jahre im Besitz der Fahrerlaubnis war. Ältere Fahrer missachten die Vorfahrt, verhalten sich falsch gegenüber Fußgängern oder machen Fehler beim Wenden.

Die Zahl der Menschen, die in Unfällen mit Transportern getötet wurden, ging von 132 im Jahr 2001 auf 111 im Jahr 2006 zurück. Je 1.000 zugelassene Fahrzeuge sank die Zahl der unfallbeteiligten Transporter von 15,9 auf 11,8 im Jahr 2008.

Aus der Studie ergibt sich die Forderung nach einer „gemeinsamen Interaktionszone“ beim Frontalunfall zwischen Pkw und Transporter. Das durch Höhendifferenzen der Fahrzeuge begünstigte Über- oder Unterfahren soll dadurch vermieden werden. Auch zu steife Strukturen erhöhen das Verletzungsrisiko beim Unfallgegner. Höhere Anforderungen bei Crashtests seien daher kontraproduktiv, so die Forscher. Da Pkw-Tests für Transporter nicht anwendbar seien, empfehlen die Experten, eigene Prüfverfahren für Transporter zu entwickeln. Der Studie lagen die Daten von 1.637 Transporter- und 14.866 Pkw-Unfällen der Jahre 1997 bis 2009 zugrunde. Sie wird zum Frühjahr 2011 veröffentlicht.

Quelle: DEKRA