Reißverschlussverfahren: Zu frühes Einfädeln ist gefährlich

Berlin, 8. September 2017 (DVR) – Egal, ob Urlaubsreise oder die tägliche Pendelstrecke zur Arbeit – wer mit dem Auto fährt, braucht starke Nerven. Unfälle, Baustellen und andere Fahrbahnverengungen führen vor allem auf Autobahnen häufig zu Staus – auch, weil viele Autofahrerinnen bzw. -fahrer sich nicht immer richtig verhalten.

Dabei ist das Vorgehen in solch einem Fall in § 7 Absatz 4 der Straßenverkehrsordnung eindeutig geregelt. Wenn auf einer Straße mit mehreren Fahrstreifen für eine Richtung ein Fahrstreifen endet oder wegen eines Hindernisses nicht weiter befahrbar ist und sobald der Verkehr so dicht ist bzw. die Abstände der Fahrzeuge untereinander so gering sind, dass ein Einordnen auf den durchgehenden Fahrstreifen mit ausreichendem Abstand nicht mehr möglich ist, ist das sogenannte Reißverschlussverfahren anzuwenden. Dabei ordnen sich die Fahrzeuge abwechselnd hintereinander auf der weiterführenden Spur ein. Was viele aber nicht wissen: Das abwechselnde Einfädeln beginnt erst unmittelbar vor Beginn der Verengung. „Viele Fahrerinnen und Fahrer wechseln schon mehrere hundert Meter vor der Verengung die Spur. Das kann je nach Verkehrsdichte dazu führen, dass das Stauende sich weiter nach hinten verschiebt. Abrupte Spurwechsel erhöhen außerdem die Gefahr von Unfällen“, warnt Christian Kellner, Hauptgeschäftsführer des Deutschen Verkehrssicherheitsrates (DVR). „Im Gegenzug müssen die Fahrerinnen bzw. Fahrer auf der freien Spur den anderen Verkehrsteilnehmerinnen und -teilnehmern natürlich die Möglichkeit geben, sich dort einzufädeln.“

Die richtige Umsetzung des Reißverschlussfahrens ist eines der zehn Plakatmotive der Serie „Wie war das noch mal?“ des DVR und des VDSI – Verband für Sicherheit, Gesundheit und Umweltschutz bei der Arbeit. Die Serie soll zum sicheren Verhalten im Straßenverkehr beitragen und ist eingebettet in die Sicherheitsstrategie „Vision Zero“. Deren Ziel: Kein Mensch soll im Straßenverkehr oder bei der Arbeit getötet oder so schwer verletzt werden, dass er lebenslange Schäden davonträgt. „Auf diesen Plakaten stellen wir typische Situationen vor, in denen viele Fahrerinnen und Fahrer nicht genau wissen, wie sie sich sicher und richtig verhalten sollen“, so Professor Dr. Rainer von Kiparski, Vorstandsvorsitzender des VDSI. Alle Motive können online oder zur Integration in Printmedien frei genutzt werden. Sie stehen als kostenfreie Downloads unter vdsi-unterwegs-aber-sicher.de und www.deinewege.info zur Verfügung.
 

Unterwegs - aber sicher!

Die zentrale Schnittstelle der Aktivitäten von VDSI und DVR liegt in der Verkehrssicherheit bei der Arbeit – etwa in der Prävention von Wegeunfällen oder in der Sicherung von Lade- und Transportvorgängen. Um die Aufmerksamkeit für dieses wichtige Thema zu stärken, haben beide Verbände den Wettbewerb „Unterwegs – aber sicher!“ ins Leben gerufen. Hier werden herausragende Lösungen für mehr Sicherheit auf Dienst- oder Schulwegen bzw. im innerbetrieblichen Verkehr prämiert. Die Siegerprojekte des diesjährigen Wettbewerbs werden am 19. Oktober 2017 im Rahmen der A+A in Düsseldorf prämiert. Mehr Informationen finden sich ebenfalls unter www.vdsi-unterwegs-aber-sicher.de.

Kontakt:

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   Julia Weichsler
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Telefax: +49 611 15755-79
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Der Deutsche Verkehrssicherheitsrat (DVR) ist Ansprechpartner in allen Fragen der Straßenverkehrssicherheit. Er hat die Aufgabe, Maßnahmen zur Verbesserung der Sicherheit aller Verkehrsteilnehmer zu fördern. Zum DVR gehören rund 200 Mitglieder, darunter Ministerien, Unternehmen, gesetzliche Unfallversicherungsträger und Verbände. Die Vision Zero ist die Grundlage seiner Verkehrssicherheitsarbeit.

Der VDSI ist deutschlandweit der größte Verband für Sicherheit, Gesundheit und Umweltschutz bei der Arbeit. Seine rund 5.600 Mitglieder – Fachleute aus verschiedenen Berufen und Branchen – verfolgen das Ziel, Gefahren und Belastungen in der Arbeitswelt nachhaltig zu reduzieren. Der VDSI bietet ihnen eine Plattform für den Austausch und Hilfe für den Berufsalltag.

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TIPPS

Sicherheitstrainings und
-programme nach Richtlinien des DVR
www.dvr.de/sht
Wer macht was in Deutschland?
Verkehrssicherheitsprogramme, die bundesweit und für jeden zugänglich angeboten werden
verkehrssicherheitsprogramme.de
Kino-/TV-Spots und Videos
http://www.dvr.de/site/videos.aspx