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Autofahrer unterschätzen die Gefahr des Sekundenschlafs

Viele fahren trotz Müdigkeitsanzeichen weiter

22. August 2018 – Müdigkeit am Steuer kündigt sich langsam an: Die Augenlider werden schwer, das Blickfeld verengt sich und die Konzentration lässt nach. Der Sekundenschlaf schlägt dann auf der Autobahn oft ganz plötzlich zu: Dabei verpasst man binnen drei Sekunden bei 100 km/h bereits 80 Meter seiner Strecke – und vielleicht sogar den Rest seines Lebens.

Müdigkeit ist kein Zeichen von Schwäche

Müdigkeit ist grundsätzlich etwas Menschliches und kann hinter dem Steuer ganz unterschiedliche Ursachen haben – wie etwa Schlafmangel, aber auch Medikamente, Erkrankungen, lange Fahrten ohne Begleitung oder monotone Strecken auf der Autobahn. „Sehen Sie es nicht als Zeichen von Schwäche, wenn Sie müde werden, sondern nehmen Sie sich bitte die Zeit, dann eine Pause zu machen", rät Dr. med. Alfred Wiater, Vorsitzender der Deutschen Gesellschaft für Schlafforschung und Schlafmedizin (DGSM).

Grafik: 17 Prozent aller Autofahrenden fahren trotz Müdigkeit weiter. Quelle: DVR/Kampagne
Grafik: 17 Prozent aller Autofahrenden fahren trotz Müdigkeit weiter. Quelle: DVR/Kampagne
2016 zeigt eine Kantar-EMNID-Befragung im Auftrag des Deutschen Verkehrssicherheitsrats (DVR) im Rahmen der Kampagne „Vorsicht Sekundenschlaf!": Viele Pkw-Fahrendende bemerken durchaus, dass sie müde werden. So nehmen etwa 41 Prozent dann häufiges Gähnen und 40 Prozent häufiges Blinzeln und brennende Augen wahr. Viele Pkw-Fahrende ignorieren dennoch diese Signale: 45 Prozent meinen, die Müdigkeit durch ihre Erfahrung ausgleichen zu können und 17 Prozent fahren trotz ihrer Müdigkeit einfach weiter. „Ein solches Verhalten hinter dem Steuer kann für alle Beteiligten tödlich enden", so DVR-Geschäftsführerin Ute Hammer.

Mehr Informationen zu Müdigkeit bei der Autofahrt

Tipps für die perfekte Pause während der Fahrt

Vor einer Fahrt sollten Autofahrende ausreichend schlafen. Der DVR empfiehlt allen, die zu spät ins Bett gekommen sind oder unruhig geschlafen haben, sich lieber noch einmal hinzulegen und die Fahrt etwas später zu beginnen. Während einer Fahrt sollten Autofahrende dann die Signale ihres eigenen Körpers wirklich ernst nehmen und sich nicht nur auf eingebaute Müdigkeitswarner im Fahrzeug verlassen. Mitfahrende sind aufgerufen einen Fahrerwechsel anzubieten und auf eine Pause zur Erholung zu bestehen: Ein Kurzschlaf oder alternativ Bewegung an der frischen Luft machen wieder fit für eine sichere Weiterfahrt.

Der Kurzschlaf sollte maximal 20 Minuten umfassen. Denn je länger der Kurzschlaf, desto größer die Wahrscheinlichkeit, dass während dessen die Rapid Eye Movement-Phase (REM-Phase) eintritt und der Kurzschlaf folglich als nicht erholsam erlebt wird. Der REM-Schlaf ist das letzte von vier Schlaf-Stadien, aus denen ein gesunder Schlaf besteht. „Dieser REM-Schlaf ist oft mit starken Emotionen und intensiven Träumen verbunden und sollte daher während eines Kurzschlafs tagsüber vermieden werden", ergänzt Dr. Wiater.