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Aktion Abbiegeassistent: DVR nimmt an Gespräch im BMVI teil

11. Juli 2018 - Gestern startete die „Aktion Abbiegeassistent“ des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI). Der Deutsche Verkehrssicherheitsrat (DVR) war hierzu eingeladen. DVR-Präsident Dr. Walter Eichendorf stellte klare Forderungen auf:

1. Ein eigenständiges Förderprogramm für nicht abschaltbare Abbiegeassistenten mit Warnfunktion ab dem 1. Januar 2019

Das Förderprogramm sollte finanzielle Anreize setzen, damit Spediteure und Kommunen ihre Flotten freiwillig mit Abbiegeassistenten nachrüsten. Ein besonders hohes Gefährdungspotenzial haben Fahrzeuge ab 7,5 Tonnen. Das Förderprogramm muss Mindeststandards für die Leistungsfähigkeit der Abbiegeassistenten enthalten.

2. Der Bund, die Länder und die Kommunen müssen gemeinsam handeln und jetzt vorangehen

Entscheidend ist, dass der Bund, die Länder und die Kommunen gemeinsam eine Vorreiterrolle übernehmen und alle von ihnen betriebenen Fahrzeuge zügig mit Abbiegeassistenten nachrüsten. Der Bund und die Länder sollten ihren Einfluss auf die Industrie geltend machen und so die Entwicklung von möglichst wirksamen Abbiegeassistenten für alle Fahrzeugarten vorantreiben.

3. Die EU-weite Ausrüstungspflicht über die Typgenehmigung muss schnell kommen

Der DVR fordert eine EU-weite Ausrüstungspflicht für Fahrzeuge ab 3,5 Tonnen zGG. Hierzu muss die Typgenehmigung und Zulassung auf EU-Ebene, möglichst auf Basis der zügig festzuschreibenden UNECE-Regelungen, angepasst werden. Nur so ist sichergestellt, dass alle neu zugelassenen Fahrzeuge in der EU ab 3,5 Tonnen zGG in Zukunft über Abbiegeassistenten verfügen. Ein Regulierungsvorschlag wurde bereits durch das BMVI auf Basis eines Testverfahrens der Bundesanstalt für Straßenwesen (BASt) bei der UNECE eingebracht.

4. Alle Lkw-Hersteller müssen serienmäßige Angebote anbieten

Der DVR fordert von allen Lkw-Herstellern die zügige Entwicklung für die Nachrüstung und den serienmäßigen Einsatz  von Abbiegeassistenzsystemen. Diese könnten in einer schnellen ersten Entwicklungsstufe zunächst nur mit warnenden Funktionen ausgestattet sein. Später sollen die Systeme auch eine Notbremsung einleiten können. Daran müssen Hersteller und Zulieferer mit Hochdruck arbeiten.

Aktuell sind auf dem Markt nur Nachrüstsysteme verfügbar, die primär für feste Fahrzeuge konzipiert sind. Das bedeutet: Lkw mit Wechselauflieger, Anhänger, Planen-Lkw, Seecontainer etc., müssten einzeln ausgestattet und kalibriert werden. Das ist bei verschiedenen Systemen - Kamera, Radar, Ultraschall - eine große Hürde. Die Installation von Sensoren nur an der Zugmaschine ist dagegen technisch schwieriger umzusetzen und mit heutigem Stand nur von einem Hersteller für Neufahrzeuge verfügbar.