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Erschreckende Unfallbilanz: DVR-Präsident zeigt sich erschüttert

27. Februar 2019 – „Das Ziel der Bundesregierung, die Zahl der Getöteten von 2010 bis 2020 um 40 Prozent zu senken, rückt in immer weitere Ferne“, kommentiert Professor Walter Eichendorf, Präsident des Deutschen Verkehrssicherheitsrats (DVR) die vorläufigen Unfallzahlen für das Jahr 2018. Im vergangenen Jahr wurden 3.265 Menschen auf Straßen in Deutschland getötet, das sind 2,7 Prozent oder 85 Getötete mehr als noch 2017. Auch die Zahl der Verletzten stieg um 1,1 Prozent an. 

Straßenraum sicher für Radfahrer gestalten 

Besonders schockierend: Im Vergleich zum Vorjahr kamen deutlich mehr Menschen ums Leben, die mit dem Fahrrad- oder Kraftrad unterwegs waren. „Der Trend aus den Vorjahren hat sich noch einmal verschärft“, sagt der Präsident. Beide Gruppen seien im Straßenverkehr besonders gefährdet. In den vergangenen Jahren hätten der Bund, die Länder und Kommunen die Sicherheit von Radfahrern und Bikern zu sehr vernachlässigt. „Das betrifft vor allem die Infrastruktur: Der Radverkehr nimmt besonders innerorts zu. Dort steigen auch die Unfallzahlen. Der Straßenraum muss so gestaltet werden, dass Rad- und Kraftradfahrer sicher ankommen können“, so Eichendorf. Das bedeute auch, dass die neu geplanten Empfehlungen zu Radverkehrsanlagen (ERA) dem gewachsenen Verkehr Rechnung tragen müssten. Hier seien besonders die Länder gefordert. 

Merkblatt MVMot in allen Bundesländern umsetzen 

Auch um das Motorradfahren sicherer zu machen, seien infrastrukturelle Maßnahmen notwendig. Priorität müsse die Schaffung von Schutzplanken mit Unterfahrschutz haben, vor allem vor Bäumen. Diese und weitere Empfehlungen zur Sicherheit von Motorradfahrern sieht auch das Merkblatt zur Verbesserung der Verkehrssicherheit auf Motorradstrecken „MVMot“ vor. „Die Vorschläge des MVMot sollten schnellstmöglich von allen Bundesländern umgesetzt werden“, so der Präsident.