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DVR vergibt Förderpreis „Sicherheit im Straßenverkehr“

25. Mai 2018 – Wie erreichen wir mehr Sicherheit auf der Straße? Mit dieser Frage beschäftigten sich auch 2017 mehrere Studierende deutschlandweit in ihren Abschlussarbeiten. Drei von ihnen wurden heute mit dem DVR-Förderpreis ausgezeichnet. Der erste Preis ging an Marc-Philipp Waschke, dessen Masterarbeit von der Organisation der Verkehrssicherheit in Deutschland handelt.

Standards für die Organisation der Verkehrssicherheitsarbeit

Quelle:Pixabay, Nr.thirty-2428143_1920
Quelle:Pixabay, Nr.thirty-2428143_1920

Am Beispiel der drei Stadtstaaten Berlin, Bremen und Hamburg arbeitete Marc-Philipp Waschke (Universität Potsdam) in seiner Masterarbeit die Auswirkungen des Organisationsgrades auf das Unfallgeschehen heraus. Laut Jury besteht der besondere Wert der Abschlussarbeit im Praxisbezug. Waschke entwickele Standards, wie die Verkehrssicherheit in den verschiedenen Ländern effektiver organisiert werden könne, nämlich durch „feste Zuständigkeiten und Federführung, feste Verantwortungsbereiche, ausreichend Fachpersonal, ausreichende und planbare Mittel, die Einbindung von Verbänden und privaten Akteuren, Wissensnutzung und Monitoring.“ Notwendig sei eine langfristige Strategie, mittelfristige Ziele sowie ein umfassendes Aktionsprogramm und detaillierte Maßnahmen. All dies könne dann dazu führen, die Unfallzahlen langfristig zu verringern. Die Jury lobt, dass diese Kriterien auf alle 16 Bundesländer übertragbar seien. „Die Arbeit sollte Pflichtlektüre für die Verantwortlichen im Bereich der Verkehrssicherheit und Verkehrssicherheitsarbeit sein“, urteilt sie in ihrem Fazit.

1. Preis: Marc-Philipp Waschke

„Die Organisation der Verkehrssicherheitsarbeit in Deutschland - Ein Vergleich zwischen dem Land Berlin, der Freien Hansestadt Bremen sowie der Freien und Hansestadt Hamburg“

Masterarbeit, Universität Potsdam
Förderung: 3.500 Euro

Mehr Verkehrssicherheit durch Tempo 30 innerorts?

Quelle: Pixabay, Nr. thirty-2428143_1920
Quelle: Pixabay, Nr. thirty-2428143_1920

Wie sich Tempo 30 als Regelgeschwindigkeit in Ortschaften auf die Verkehrssicherheit auswirkt, untersuchte Christian Niebrügge in seiner Bachelorarbeit (Fachhochschule für öffentliche Verwaltung NRW). Die Arbeit, die vorwiegend auf einschlägiger Literatur beruht, kommt zu dem Schluss, dass Tempo 30 nicht nur Anhaltewege verkürzt, sondern vor allem Unfälle unter Tempo 30 weniger schwer sind und sich Unfälle in Tempo 30-Bereichen seltener ereignen. Für stark befahrene Durchgangsstraßen gelten diese Aussagen nicht ohne Weiteres. Um die Wirkung von Tempo 30 umfassend bewerten zu können, schlägt Niebrügge kontrollierte Modellversuche vor und die Wirkung anschließend umfassend zu evaluieren.

2. Preis: Christian Niebrügge

„Tempo 30 als Regelgeschwindigkeit innerorts“

Bachelorarbeit, Fachhochschule für öffentliche Verwaltung Nordrhein-Westfalen
Förderung: 2.500 Euro

Fahrausbildung erweitern, Verhalten ändern, Verkehrssicherheit fördern

Quelle: Guillermo Sanchez/Unsplash
Quelle: Guillermo Sanchez/Unsplash

Wer Gefahren im Straßenverkehr schneller erkennt, hat ein geringeres Unfallrisiko. Auf diese Annahme stützt sich Christiane Glogers Diplomarbeit (TU Dresden). Sie geht davon aus, dass Fahranfänger seltener Gefahren erkennen als Fahrprofis und untersucht diese Hypothese mit ausgewählten Probanden im Fahrsimulator. Das Ergebnis: Gefahrenkognitionstests könnten bei der Fahrausbildung und der -prüfung hilfreich sein.

3. Preis: Christiane Gloger

„Gefahr erkannt? Prüfung bestanden! Gefahrenkognition als Teil der Fahrerlaubnisprüfung“

Diplomarbeit, Technische Universität Dresden
Förderung: 1.500 Euro

 

Die Juroren:

Dr. Torsten Kunz, Leiter der Abteilung Prävention der Unfallkasse Hessen

Jochen Lau, Beratung I Seminare I Training, Sankt Augustin

Professor Dr. Rüdiger Trimpop, Lehrstuhl Arbeits-,Betriebs-Organisationspsychologie, Friedrich-Schiller Universität Jena

Der Förderpreis wird unterstützt von der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung.