Menu Suche
 

Reifendruckkontrollsystem: Verschärfte Regelung

2. Mai 2018   Reifendruckkontrollsysteme (RDKS), die nicht funktionsfähig sind, werden ab dem 20. Mai 2018 bei der Hauptuntersuchung (HU) als erheblicher Mangel eingestuft. Die Änderung geht zurück auf die Erneuerung der EU-Richtlinie 2014/45/EU. Bislang galt ein nicht funktionsfähiges RDKS als geringer Mangel. Die Initiative Reifenqualität des DVR und seiner Partner erklärt, was die Änderung für Autofahrende und den Fachhandel bedeutet.

Alle zwei Jahre müssen Fahrzeuge zur HU, Neuwagen zunächst nach drei Jahren. Dort werden sie auf ihre Verkehrssicherheit und Umwelttauglichkeit hin überprüft. Werden bei der HU erhebliche Mängel gefunden, haben Autofahrer einen Monat Zeit zum Nachbessern und erneuten Vorstellen des Fahrzeuges. Neben dem Technischen Überwachungsverein (TÜV) führen auch der Deutsche Kraftfahrzeug-Überwachungs-Verein (DEKRA), die Gesellschaft für Technische Überwachung (GTÜ) und die Kraftfahrzeug-Überwachungsorganisation freiberuflicher Kfz-Sachverständige (KÜS) Hauptuntersuchungen durch.

Wie RDKS beim Fahren unterstützen

Quelle: DVR
Quelle: DVR
RDKS informieren Fahrende darüber, ob der Reifendruck innerhalb der eingestellten Grenzwerte liegt und warnen den Autofahrer, wenn der Druck fällt. Grundsätzlich lassen sich RDKS in zwei Klassen unterteilen: Aktive Systeme liegen direkt am Reifen, messen dort Druck und Temperatur und senden die ermittelten Daten ins Cockpit – auch wenn der Wagen steht. Das System zeigt entweder die Daten für jeden Reifen im Cockpit an oder warnt bei Veränderung des Reifendrucks.

Indirekte Systeme nutzen bereits im Wagen verbaute Technik, nämlich ABS-Sensoren und interpretieren diese ermittelten Daten: Verringert sich der Reifendruck, wird auch der Außendurchmesser des Reifens kleiner und die Drehzahl des Reifens steigt. Dieses passive System zeigt also nicht den tatsächlichen Druck in den Reifen an, sondern warnt lediglich bei einem Druckabfall.

Position des DVR zu RDKS

RDKS müssen beim Reifenwechsel eingestellt werden

Bei direkten Systemen müssen die Sensoren bei jedem Reifenwechsel korrekt eingestellt werden. Dies sollte von einer Fachwerkstatt durchgeführt werden, die am besten auch gleich das RDKS überprüft.

Zusätzlich empfiehlt die Initiative Reifenqualität – „Ich fahr‘ auf Nummer sicher!“ des Deutschen Verkehrssicherheitsrates (DVR) und seiner Partner, den Reifendruck trotz RDKS auch manuell zu kontrollieren. So können auch kleine Abweichungen vom optimalen Reifendruck schnell behoben werden.

Hintergrund zum Einsatz von Reifendruckkontrollsystemen

Seit November 2014 müssen alle Neuwagen mit einem Reifendruckkontrollsystem (RDKS) ausgestattet sein, denn der Reifendruck hat Einfluss auf die Länge des Bremsweges. Schon eine Differenz von 0,5 bar kann den Bremsweg um zehn Prozent verlängern – dies kann den entscheidenden Unterschied machen zwischen einem rechtzeitigen Halt und einem Unfall. Bei einem zu niedrigen Reifendruck tragen die Schultern der Reifen die Hauptlast des Fahrzeugs, die Mitte der Lauffläche hat weniger Bodenkontakt. Das vermindert die Fahrstabilität und verlängert den Bremsweg. Darüber hinaus wird das Fahrverhalten schwammiger und der Reifen wird schneller heiß. Aber auch zu hoher Reifendruck hat nachteilige Auswirkungen: Die Hauptlast liegt dann auf der Mitte der Lauffläche, die sich stärker abfährt. Da ein schlechterer Bodenkontakt besteht, ist auch der Bremsweg länger und die Kurvenstabilität geringer. Die Initiative Reifenqualität rät, regelmäßig kurze Reifenchecks zu machen und bei jedem zweiten Tankstopp den Reifendruck am handwarmen Reifen zu kontrollieren.

Position des DVR zu Reifen

Mehr Informationen der Kampagne Reifenqualität