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Risiko für Motorradfahrer steigt

DVR fordert Unterfahrschutz in Kurven und mehr Trainings im Realverkehr

Stuttgart/Bonn, 10. Juli 2012 – Der Deutsche Verkehrssicherheitsrat (DVR) und der ACE Auto Club Europa zeigen sich aufgrund der aktuellen Unfallstatistiken für das Jahr 2011 alarmiert. Im vergangenen Jahr wurden 708 Motorradfahrer bei Verkehrsunfällen getötet, das entspricht einem Anstieg um 11,5 Prozent gegenüber 2010. Den stärksten Anstieg mit knapp 50 Prozent gab es in der Gruppe der 25- bis 34-Jährigen Motorradfahrer. Der DVR fordert, die Unfallprävention weiter voranzutreiben und Unfallfolgen deutlich zu begrenzen. „Die Wahrscheinlichkeit, mit dem Motorrad zu verunglücken, ist europaweit 18-mal höher als mit einem Pkw“, stellt DVR-Präsident Dr. Walter Eichendorf in einem Gastbeitrag für die Clubzeitschrift „ACE Lenkrad“ (Ausgabe 7/2012) fest.

Bereits mit geringem Aufwand kann viel bewirkt werden, um die Straßen für Motorradfahrer sicherer zu machen. Dr. Eichendorf weist exemplarisch auf die Möglichkeit hin, die Schutzplanken entlang gefährlicher Streckenabschnitte mit einem Unterfahrschutz zu versehen. Die einmalige Investition für eine Kurve betrage rund 5.000 Euro und brächte einen deutlichen Sicherheitsgewinn. Der DVR verfolgt ein neues, ergänzendes Konzept für Motorrad-Sicherheitstrainings (SHT). Diese finden nicht nur auf abgesperrtem Gelände, sondern auch im Realverkehr und damit unter Alltagsbedingungen statt. Dr. Eichendorf ruft Motorradfahrer auf, qualifizierte Trainingsangebote zu nutzen, damit in Zukunft auch für Biker die Vision Zero gelte: Keiner kommt um, alle kommen an.

Die meisten folgenschweren Motorradunfälle ereignen sich nach Angaben des ACE in der Freizeit, auf Landstraßen und bei gutem Wetter, auf trockener Fahrbahn, bei hoher Geschwindigkeit und ohne Beteiligung anderer Verkehrsteilnehmer. Von 100.000 Motorradnutzern kamen im Jahr 2010 statistisch gesehen 16,9 bei Verkehrsunfällen ums Leben. 2011 stieg diese Quote auf 18,5.

Der ACE verweist außerdem auf eine aktuelle Prognose der Bundesanstalt für Straßenwesen (BASt), nach der die Summe aller Verkehrstoten bis 2020 auf etwa 2.500 sinken wird. Dies wäre eine Halbierung des Wertes aus dem Jahr 2006. Den mit 34 Prozent geringsten Rückgang soll es bei den Nutzern motorisierter Zweiräder geben.

Den Gastbeitrag von Dr. Walter Eichendorf lesen Sie hier im Wortlaut.

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