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DVR fordert qualitätsgesicherte Erste-Hilfe-Ausbildung

Hoher Standard des Rettungswesens muss garantiert sein

Bonn, 2. August 2011 (DVR) – Ziel des Deutschen Verkehrssicherheitsrates (DVR) ist es, im Sinne der Strategie „Vision Zero – keiner kommt um, alle kommen an“ die Zahl der im Straßenverkehr Getöteten und Verletzten, insbesondere der Schwerverletzten, weiter zu reduzieren. Einen wesentlichen Beitrag dazu leistet ein funktionierendes Rettungswesen. Voraussetzung dafür ist allerdings eine qualitativ hochwertige Ausbildung der potenziellen Helfer.

Einrichtungen, die in Erster Hilfe oder lebensrettenden Sofortmaßnahmen ausbilden, benötigen für ihre Anerkennung einen Nachweis der personellen, sachlichen und organisatorischen Voraussetzungen. Von Seiten der Hilfsorganisationen ist für diese Ausbildung ein definiertes Kurskonzept verbindlich vorgeschrieben. „Dies ist jedoch für Anbieter auf dem so genannten freien Markt nicht verpflichtend. Deren Schulungsmaßnahmen sind völlig frei – mangels qualitativer Vorgaben oder Überprüfungen“, warnt Professor Dr. med. Peter Sefrin, Vorsitzender des DVR-Ausschusses Verkehrsmedizin, Erste Hilfe und Rettungswesen. Das führe dazu, dass beliebige Umsetzungen angeboten werden. „So entstehen erhebliche Verzerrungen und Wettbewerbseinschränkungen – mit der Folge, dass das vorgesehene Ziel, dem Antragsteller durch theoretischen Unterricht und praktische Übungen die Grundzüge der Erstversorgung von Unfallverletzten im Straßenverkehr zu vermitteln, nicht sicher erreicht wird“, so der Mediziner weiter. Die Folge: Mangels Regelvorgaben und sachkundiger Überprüfung ziehe der freie Markt die Kursteilnehmer ab. Vielerorts werden von den Hilfsorganisationen vor Ort keine Kurse mehr angeboten, da diese mangels ausreichender Teilnehmerzahlen nicht mehr kostendeckend durchgeführt werden können. Dem gegenüber stehen Schulungsangebote freier Anbieter, die durch geringeren Zeitaufwand (sechs statt acht Unterrichtseinheiten) und günstigere Teilnehmergebühren von Fahrerlaubniserwerbern bevorzugt werden. „Immer häufiger wird sogar von einem Kursbesuch komplett abgesehen, da ein Selbststudium im Internet und ein halbstündiges Praxistraining angeboten werden“, erläutert Professor Sefrin.

Um den hohen Standard des deutschen Rettungswesens auch in Zukunft zu garantieren, ist es nach Meinung des DVR dringend geboten, die Voraussetzungen der Ausbildungsanbieter festzuschreiben und dadurch Qualitätsstandards zu setzen.

Der DVR empfiehlt deshalb die von der Bundesarbeitsgemeinschaft Erste Hilfe erarbeiteten „Voraussetzungen für die Anerkennung von Stellen für die Ausbildung in Erster Hilfe gemäß § 68 Fahrerlaubnisverordnung“ bundesweit umzusetzen. „Die darin definierten Voraussetzungen garantieren einen einheitlichen Standard der Ausbildungsanbieter, ein qualitätsgesichertes Angebot von Ausbildungsinhalten und damit einen hohen Standard der Ausbildung im deutschen Rettungswesen. Beliebige Schulungen ohne Qualitätssicherung wären damit nicht mehr durchführbar“, hofft Professor Sefrin. Dieser Beschluss des DVR-Vorstands sei vorab mit allen Institutionen des Rettungsdienstes in der Bundesrepublik Deutschland abgestimmt und von diesen befürwortet worden.

Ansprechpartnerin: Jacqueline Lacroix, Tel. 0228/40001-32, jlacroix@dvr.de

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