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Symposium: Wie wirksam sind Präventionsmaßnahmen?

Wissenschaftler und Politiker diskutierten in Berlin

Berlin, 10. Dezember 2009 (DVR) – Die Frage nach der Evaluierung von Präventionsmaßnahmen in der Verkehrssicherheitsarbeit stand im Vordergrund eines Symposiums des Deutschen Verkehrssicherheitsrates (DVR) in Berlin. „Auch in der Prävention sind überprüfbare Ergebnisse, also saubere Evaluationen, gefordert. Dieser Herausforderung müssen sich die Organisatoren und Anbieter von Präventionsmaßnahmen stellen“, sagte DVR-Präsident Dr. Walter Eichendorf zur Begrüßung der rund 60 Gäste in Berlin.

Über die Sicherheitsphilosophie „Vision Zero“ als Messlatte für eine erfolgreiche Verkehrssicherheitsarbeit referierte Psychologieprofessor Dr. Georg Rudinger, Gründungsvater des vor zehn Jahren ins Leben gerufenen Zentrums für Evaluation und Methoden (ZEM) an der Universität Bonn. Die Ziele, die Verkehrswelt zu regeln und zu gestalten, sollten immer quantifizierbar sein, lautete sein Credo. Die Evaluation einer Maßnahme mache wichtige Aussagen über deren Potenzial und Wirkung.

Grundlegende Ausführungen über Erfahrungen und Instrumente der Qualitätssicherung in der Primärprävention im Bereich der Gesundheitsvorsorge machte Dr. Beate Robertz-Grossmann von der Bundesvereinigung Prävention und Gesundheitsförderung.

Am Beispiel der Hautkampagne der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV) erläuterte Dr. Annekatrin Wetzstein, Leiterin des Bereiches „Evaluation von Präventionsmaßnahmen“ am Institut Arbeit und Gesundheit der DGUV, wie die Ziele der Kampagne in den Jahren 2007 und 2008 umgesetzt und die Ergebnisse evaluiert wurden.

Wie wirken welche Maßnahmen? Dieser Fragestellung mit Blick auf Möglichkeiten und Grenzen von Qualitätssicherung und Erfolgskontrolle widmete sich Professor Dr. Rüdiger Trimpop von der Universität Jena. Er plädierte dafür, durch Evaluation solche Maßnahmen herauszufiltern, die keine oder zu geringe Wirkung zeigen.

„So wichtig Qualitätssicherung auch ist – eines ist deutlich: Es ist nahezu unmöglich, einzelnen Maßnahmen der Verkehrssicherheitsarbeit eine definierte Zahl verhinderter Unfälle zuzuordnen“, stellte DVR-Präsident Dr. Eichendorf abschließend fest.

In einer anschließenden Podiumsdiskussion mit den Expertinnen und Experten sowie den Bundestagsabgeordneten Patrick Döring (FDP), Dr. Anton Hofreiter (Bündnis 90/Die Grünen) und Hans-Joachim Hacker (SPD) ging es neben dem Thema Evaluation auch um Überwachung und Kontrolle im Straßenverkehr, deren flächendeckende Umsetzung einhellig begrüßt wurde.

Bei der Frage, welche Maßnahmen zur Erhöhung der Verkehrssicherheit zu priorisieren seien, gab es neben dem Wunsch zielgruppenorientierter Aufklärungsarbeit und einer Wertebildung hin zu mehr gegenseitiger Rücksichtnahme deutliche Stimmen für einen stärkeren Fokus auf Fahrzeug- und Straßenverkehrstechnik. Die Gestaltung eines sicheren Verkehrssystems entspricht auch der Sicherheitsphilosophie „Vision Zero“.

Hier finden Sie die Vorträge:

Download:

pdf Dr. Beate Robertz-Grossmann: Gesundheitsvorsorge: Erfahrungen und Instrumente zur Evaluation und Qualitätssicherung in der Primärprävention (276 kB)

pdf Prof. Dr. Georg Rudinger: Vision Zero - Messlatte für eine erfolgreiche Verkehrssicherheitsarbeit? (969 kB)

pdf Prof. Dr. Rüdiger Trimpop: Wie wirken welche Maßnahmen? Möglichkeiten und Grenzen von Qualitätssicherung und Erfolgskontrolle (589 kB)

pdf Dr. Annekatrin Wetzstein: Präventionskampagne Haut: Praxisbeispiele der DGUV - Ziele, Umsetzung und Evaluierung (2,3 MB)

jpg Pressefoto (CMYK-Format, 2,3 MB)