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Wissenschaft

 

Streitthema „Dashcam“
Lösung für den datenschutzkonformen Kameraeinsatz im Auto

„Dashcams“ erfreuen sich in Deutschland wachsender Beliebtheit: Bei einem Unfall können die kleinen Kameras im Streitfall Klarheit über den genauen Hergang schaffen. Doch das dauerhafte Aufzeichnen der Verkehrsumgebung kann gegen Persönlichkeitsrechte und den Datenschutz verstoßen. Mit der „Privacy BlackBox“ stellen die Uniscon GmbH, die Universität Passau und das Fraunhofer AISEC eine Lösung vor, die den datenschutzkonformen Einsatz von Dashcams im Automobil ermöglichen soll.

Um sich für einen möglichen Schadensfall abzusichern, setzen immer mehr Autofahrende auf sogenannte Dashcams, die das Verkehrsgeschehen vor dem Auto filmen. Was vielen dabei nicht bewusst ist: das anlasslose und vor allem das permanente Filmen durch die Windschutzscheibe ist ein Verstoß gegen das Datenschutzgesetz und die Persönlichkeitsrechte der Verkehrsteilnehmenden. Damit sind die Aufnahmen vor deutschen Gerichten, anders als in Amerika oder Russland, als Beweismittel umstritten.

Aktuell gibt es keine einheitliche EU-weite datenschutzrechtliche Regelung darüber, wie mit den Aufnahmen umzugehen ist. Die Frage, ob und wie die erfassten Daten verwendet werden dürfen, muss im Einzelfall beantwortet werden. Sie erforderte in der Vergangenheit meist den Einsatz mehrerer gerichtlicher Instanzen.

Datenschutz und Nachvollziehbarkeit
Das Fraunhofer AISEC arbeitet gemeinsam mit der Universität Passau und der Uniscon GmbH an einer Lösung, die eine datenschutzkonforme Aufzeichnung, Speicherung und Auswertung sensibler Daten ermöglicht: Die in Entwicklung befindliche „Privacy BlackBox“ sieht einen zuverlässigen Schutz von Bild-, Ton- und Videodaten vor Missbrauch vor sowie in begründeten Einzelfällen eine strikt zweck- und anlassgebundene Auswertung.

Die Privacy BlackBox basiert auf zwei zentralen Bestandteilen: Ein vertrauenswürdiges Aufnahmegerät ermöglicht eine dezentrale Datenspeicherung und eine betreibersichere Datenverschlüsselung direkt auf dem Gerät. Eine digitale Treuhänder-Infrastruktur schützt vor unbefugtem Zugriff auf die Daten und garantiert transparente Nachvollziehbarkeit.

Vertrauenswürdiger Datenschreiber
Die technologische Ausgestaltung des Aufnahmegeräts hat das Fraunhofer AISEC übernommen. Die dezentral gespeicherten Daten werden sofort im Gerät verschlüsselt und digital signiert. Auch physische Angriffe gegen das System, beispielsweise gewaltsames Öffnen des Gehäuses, werden umgehend erkannt. Das Gerät stoppt sofort weitere Aufnahmen, zusätzlich wird einer der zum Auslesen der Daten notwendigen Schlüssel zerstört, sodass bereits aufgenommene Daten nicht mehr entschlüsselt werden können und für den Angreifer wertlos werden.

Juristisch wird das Projekt vom Lehrstuhl für öffentliches Recht, Europarecht und Informationstechnologierecht der Universität Passau begleitet.

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Aufmerksamkeit ist die beste Lösung
UDV-Studie zur Ablenkung am Steuer

Verschiedene Hersteller haben unterschiedliche technische Produkte entwickelt, um Ablenkung durch Smartphones und Tablets während der Fahrt zu vermeiden oder zumindest abzumildern. Die Unfallforschung der Versicherer (UDV) hat einen Überblick über derzeit am Markt befindliche Lösungsansätze und Produkte erstellt. Anschließend wurde bewertet, ob diese geeignet sind, Fahrerablenkung zu vermeiden.

Im Ergebnis erfülle keines der Produkte oder Lösungsansätze den selbst gestellten Anspruch, Fahrerablenkung zu reduzieren oder zu vermeiden. Ein Smartphone, Tablet oder ähnliche technische Geräte während der Fahrt nicht zu benutzen, sei immer noch die beste Lösung, um Ablenkung zu vermeiden.

Die Integration der Kommunikationsgeräte in das bordinterne Infotainment-System von Fahrzeugen in Kombination mit einer ausreichend leistungsfähigen Sprachsteuerung habe laut UDV durchaus das Potenzial, die Ablenkung zu minimieren. Dazu müssten die Systeme aber deutlich leistungsfähiger werden. Außerdem müssten die Fahrer-Fahrzeug-Schnittstellen systematisch optimiert werden.

Da nicht alle Fahrzeuge über ein geeignetes bordinternes Infotainment-System mit der Möglichkeit, ein Smartphone zu integrieren, verfügen, müsste eine Lösung bereitgestellt werden, die ausschließlich auf Basis des Smartphones funktioniert. Dafür böten sich Apps an. Bereits am Markt verfügbare Apps seien dafür jedoch nicht geeignet.

Es sei absehbar, dass das Problem der Ablenkung durch Kommunikationsgeräte allein durch technische Funktionen nicht zu lösen sein wird. Ein kombinierter Ansatz aus Information und Aufklärung, um das Problembewusstsein zu erhöhen, in Verbindung mit einer auf die Verkehrssicherheit fokussierten Unterstützung der Kommunikationstätigkeiten dürfte der vielversprechendste Weg sein, mit dem Problem umzugehen.

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