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Im Blickpunkt

 

Sicher und umweltverträglich ankommen

Eco Safety Trainings des DVR

Wenn auf Wegen oder Dienstwegen Unfälle passieren, müssen Betriebe mit längeren Ausfallzeiten und teilweise hohen Kosten für Sachschäden rechnen. Hier setzen die Eco Safety Trainings des DVR an. Unternehmen, denen die Sicherheit ihrer Belegschaft, ökologisches und umweltverträgliches Fahren ein Anliegen ist, können mit diesen Trainings einen Beitrag dazu leisten.

Kay Kutschbach, Leiter der Geschäftseinheit „Refinery“ der Clariant Produkte (Deutschland) GmbH, wollte schon lange ein Fahrsicherheitstraining für seine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Deutschland anbieten. „Wegeunfälle in der Vergangenheit wurden zwar inhaltlich aufgearbeitet, was sicherlich zu einem gesteigerten Sicherheitsbewusstsein führt, andererseits ist sicherheitskonformes Verhalten permanent zu üben und noch stärker zu verinnerlichen“.

In Gründau auf dem Gelände des ADAC-Fahrsicherheitszentrums Rhein-Main ging es für zwölf Beschäftigte seiner Firma los. Als erstes stand eine Bremsübung an. Drei DVR-Trainer analysierten währenddessen das Fahrverhalten in Notfallsituationen. Anschließend wurde die Gruppe geteilt, damit sich die Trainer individueller um die Teilnehmenden kümmern konnten.

Fahrpraxis auf dem Trainingsplatz
Während eine Gruppe direkt mit dem Eco Safety Training im Realverkehr begann, absolvierte die andere den fahrphysikalischen Teil des Trainings auf dem Übungsplatz.

Dort waren weitere Bremsübungen ein zentraler Bestandteil. Ziel war es, selbst zu erfahren, wie sehr sich der Bremsweg bei zunehmender Geschwindigkeit verlängert. Im Mittelpunkt stand die Notbremsung aus 40 km/h.

Unfallrisiko Ablenkung
Auch Ablenkung spielte bei diesem Teil des Trainings eine wichtige Rolle. Denn schon ganz einfache Tätigkeiten wie das Fensteröffnen können vom Verkehrsgeschehen ablenken. Das bekamen alle beim Fahren entlang eines Parcours mit Tempo 40 km/h zu spüren. Über Funk fordert Trainer Henning Swirski eine der Teilnehmerinnen auf, das Licht umzustellen. Die Frau versucht sich im Cockpit zurechtzufinden. Dann ist das Licht an. Eine Pylone hat sie umgefahren. Da kommt auch schon die nächste Aufgabe: „Was ergibt 17 mal 48?“, fragt Swirski. Eine weitere Pylone fällt und noch eine. „Das funktioniert nicht“, erklärt die Fahrerin, „ich kann mich nicht konzentrieren“. Genau das soll den Teilnehmenden vermittelt werden: Ob eine Rechenaufgabe oder die Annahme eines Telefonats per Freisprechanlage – beides lenkt vom Verkehrsgeschehen ab und erhöht somit das Risiko für einen Unfall.

Eco Safety Training im Realverkehr
Vom geschützten Übungsplatz ging es anschließend in den Realverkehr. Beim Coaching im öffentlichen Straßenverkehr wurde das Fahrverhalten in realen Fahrsituationen trainiert. Bevor es losging, legten die Teilnehmenden gemeinsam mit dem Trainer die Ziele und Techniken fest, die im Rahmen des Trainings umgesetzt werden sollten: zum Beispiel Tipps für defensives Fahren, das Abstandsverhalten zu trainieren, aber auch den CO2-Ausstoß zu reduzieren.

Rückmeldung
Nach insgesamt etwa acht Stunden trafen sich alle wieder auf dem Trainingsgelände in Gründau. Hat das Training den Erwartungen entsprochen? Am Ende des Eco Safety Trainings gaben und bekamen sie Feedback und ließen den Tag noch einmal Revue passieren. Das Resümee von Kay Kutschbach: „Das Training hat nicht nur Spaß gemacht, sondern auch praktische Tipps gegeben, wie wir unser Fahrverhalten tagtäglich anpassen können, um sicher anzukommen“. Ein weiteres Training ist bereits fest eingeplant.

Eco Safety Trainingsangebote

Ziel der Eco Safety Trainings des DVR ist es, die Zahl der Unfälle zu reduzieren, den Spritverbrauch zu senken und weniger Material zu verschleißen. Die Trainings richten sich in erster Linie an Betriebe, können aber auch von Einzelpersonen gebucht werden. Häufig ist ein Zuschuss für die Eco Safety Trainings durch die jeweilige Berufsgenossenschaft oder Unfallkasse möglich.

Aktuell bietet der DVR vier Varianten des Eco Safety Trainings an:

  • Individuelles Eco Safety Training für Einzelpersonen
  • flexibles Eco Safety Training für sechs Personen
  • klassisches Eco Safety Training für drei bis sechs Personen
  • Kombi Eco Safety Training für bis zu zwölf Teilnehmende

Weitere Informationen zu den Trainings unter:
www.ecosafetytrainings.de oder direkt über den Deutschen Verkehrssicherheitsrat
Kathrin Jähns I Tel. 030/22 66 77 114 I KJaehns@dvr.de

 

Drei Fragen an … Kay Kutschbach, Clariant Produkte (Deutschland) GmbH

Herr Kutschbach, für Ihre Mitarbeiter fand im Mai dieses Jahres ein Kombi Eco Safety Training statt. Wie kamen Sie auf die Idee, das Training anzubieten?
Sicherheit ist in unserem Unternehmen ein wichtiges Thema. Wegeunfälle in der Vergangenheit waren Anlass, das Thema noch intensiver anzugehen. Daher hatte ich die Idee, ein Fahrsicherheitstraining für die Belegschaft zu buchen. Ich denke, es ist enorm wichtig, die Bedeutung von sicherheitskonformem Verhalten im Berufsalltag wie auch im Privaten zu verinnerlichen. Denn statistisch gesehen passieren mehr Unfälle auf dem Weg zur Arbeit als während der Arbeitszeit.

Wie sind Sie auf die Trainingsvariante des DVR gestoßen?
Das ergab eine Internetrecherche. Außerdem ist der DVR vielen durch verschiedene Aktionen und Kampagnen, so zum Beispiel die Autobahnplakate „Runter vom Gas“, bekannt.

Wie waren die Erfahrungen der Teilnehmenden?
Die Rückmeldungen meiner Mitarbeiter waren durchweg positiv. Eine Mitarbeiterin berichtete, dass sie sich seit dem Training an eine ganze Reihe von „Denkanstößen“ erinnert und jetzt auch umsetzt. Aber auch viele Informationen und praktische Erläuterungen der Trainer haben sich verinnerlicht.

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