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Rundschau

 

„Liefern lieber in der ersten Reihe!“
 

Der Bundesverband Paket & Expresslogistik (BIEK) möchte mit seiner Initiative „Liefern lieber in der ersten Reihe!“ einen Beitrag zu mehr Verkehrssicherheit leisten. Das Halten in der zweiten Reihe, zu dem viele Lieferanten aus Platzgründen gezwungen seien, könne laut BIEK durch ausgewiesene Ladezonen verhindert werden. Dadurch könnten insbesondere Radfahrende vor Unfällen geschützt werden. Im Vergleich zu 2017 ist die Anzahl getöteter Radfahrender 2018 eklatant um 16,5 Prozent gestiegen.

BIEK schlägt vor, mittels eines Verkehrszeichens „Ladezone“ die Flächen für den Lieferverkehr durch ein absolutes Halteverbot freizuhalten. In den Ladezonen wäre dann nur noch das Be- und Entladen erlaubt.

DVR-Hauptgeschäftsführer Christian Kellner begrüßt den Vorschlag und ergänzt: „Damit dadurch das Parken des Lieferverkehrs in zweiter Reihe vermieden und so die Sicherheit insbesondere des Rad- und Fußverkehrs verbessert werden kann, gilt jedoch: Polizei und Ordnungsämter müssen mit verstärkten Kontrollen sicherstellen, dass Ladezonen nur von den dazu Berechtigten genutzt werden.“

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50-jähriges Jubiläum des Deutschen Verkehrssicherheitsrates

Symposium in Berlin

Keine Getöteten und Schwerverletzten auf Deutschlands Straßen ist das Ziel des DVR. Anlässlich seines 50-jährigen Bestehens veranstaltete er ein Fachsymposium in Berlin, das sich vor allem mit den Herausforderungen für die Verkehrssicherheit beschäftigte. Rund 300 Gäste aus Politik, Verbänden, Wissenschaft und Forschung nahmen daran teil.

„Hallo Partner, Dankeschön“

„Hallo Partner, Dankeschön“ – an die äußerst erfolgreiche Kampagne erinnerte Prof. Dr. Walter Eichendorf in seiner Begrüßung. Mit ihr, so der DVR-Präsident, habe man den Anstoß zur Gurtpflicht gegeben. Was heute selbstverständlich ist, war in den 1970er Jahren ein enormer Erfolg. Seitdem wurden die Belange, für die sich der DVR einsetzt, vielfältiger: Runter vom Gas, Alkoholverbot am Steuer, Verbreitung von Fahrerassistenzsystemen, Finger vom Handy und, aktuell, für eine Neuaufteilung des Straßenraums zugunsten schwächerer Verkehrsteilnehmender. All das, so Eichendorf, geschehe immer im Sinne der Vision Zero. Die Strategie ist das Leitbild des DVR und besagt, dass das gesamte Verkehrsumfeld, von Technik über Infrastruktur, so gestaltet werden muss, dass menschliche Fehler im Straßenverkehr verziehen werden und keine Menschen sterben oder schwer verletzt werden. Eichendorf mahnte, dass sich gerade die Politik dies bei all ihren Entscheidungen immer wieder vor Augen führen müsse.

Guido Beermann, Staatssekretär im Bundesverkehrsministerium (BMVI) griff das in seinem Grußwort auf. Er dankte dem DVR für seine Beharrlichkeit in Fragen der Verkehrssicherheit und stellte gemeinsame Erfolge heraus.

Internationale Zusammenarbeit
Wie es international um die Verkehrssicherheit bestellt ist, stellte Dr. Hans-Michael Kloth vom International Transport Forum (ITF) der OECD heraus. Weltweit würden jährlich 1,3 Millionen Menschen bei Verkehrsunfällen ums Leben kommen. Diese Zahl müsse dringend reduziert werden. Grundlage dafür sei auch die internationale Zusammenarbeit. Länder wie Deutschland, die technische Vorreiter seien, zum Beispiel bei Fahrerassistenzsystemen, müssten dieses Wissen auch in weniger entwickelte Regionen der Welt vermitteln und so dazu beitragen, dass dort weniger Menschen im Straßenverkehr getötet oder verletzt werden.

Automatisiertes Fahren muss Ethik berücksichtigen
Fahrerassistenzsysteme und automatisiertes Fahren standen im Fokus des Vortrags von Prof. Dr. Dr. Udo di Fabio, Bundesverfassungsrichter a.D. und Vorsitzender der „Ethikkommission Automatisiertes und Vernetztes Fahren“ des BMVI. Wie sieht es mit Dilemma-Situationen aus? Sollte der Mensch am Steuer darüber entscheiden, ob er ausweicht oder bremst, wenn spontan mehrere Menschen von rechts und links die Fahrbahn betreten, obwohl er vermutlich nicht schnell genug reagieren kann? Oder können entsprechend programmierte automatisierte Fahrzeuge diese Aufgabe besser lösen? Unter anderem mit diesen Fragen beschäftigt sich die von ihm geleitete Ethikkommission. Sein Fazit: „Wenn wir international die Ethik im Straßenverkehr gestalten und bestimmen wollen, müssen wir Innovationen zulassen. Sonst bestimmen andere die Regeln.“

Vision Zero als Gesamtaufgabe
Wie sieht das ideale Verkehrssystem der Zukunft für alle aus? Was wünschen sich die verschiedenen Verkehrsteilnehmenden und was benötigen sie für eine sichere Mobilität? Damit beschäftigte sich Prof. Dr. Peter König von der Hochschule Trier. In seinem Vortrag ging er auf verschiedene Verkehrswelten ein: die von Senioren, Kindern, Erwachsenen auf dem Weg zur Arbeit, in ländlichen Regionen und in der Stadt. Dabei wurde klar, dass noch einiges getan werden muss und auch nicht alle neuen Angebote sinnvoll sind oder gut angenommen werden. Die Menschen und ihre Bedürfnisse müssten im Mittelpunkt stehen. Und sie seien auch selbst in der Verantwortung. Denn wollten wirklich alle, dass die Vision Zero Wirklichkeit werde, müssten auch alle daran mitwirken, meinte König.

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„Kopf drehen, Rad Fahrende sehen!“

Neue Kampagne macht auf die Gefahr von „Dooring-Unfällen“ aufmerksam

Von Anna-Sophie Börries

Es ist nicht für alle Fahrzeuginsassen eine Selbstverständlichkeit, vor dem Öffnen der Tür und Verlassen des Fahrzeuges immer einen Blick über die Schulter zu werfen und sich nach Radfahrenden umzusehen. Die Folge können gefährliche Zusammenstöße von Radfahrerinnen und Radfahrern mit Fahrzeugtüren sein, zum Teil mit schweren, mitunter tödlichen Verletzungen des Kopfes. Der DVR hat daher Mitte August die Kampagne „Kopf drehen, Rad Fahrende sehen!“ mit Unterstützung des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) und der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV) gestartet. „Ziel ist es, vor allem Pkw-Fahrende und Insassen sowie natürlich Radfahrende für solche ‚Dooring-Unfälle‘ zu sensibilisieren“, sagt DVR-Präsident Prof. Dr. Walter Eichendorf.

Kurzfilm in den sozialen Netzwerken
Im Mittelpunkt der neuen Kampagne steht ein über die sozialen Netzwerke veröffentlichter kurzer Film: Ein junges Paar fährt nach einem Besuch bei den Eltern der jungen Frau gut gelaunt nach Hause und unterhält sich während der Fahrt. Der Fahrer parkt das Auto und öffnet – durch das vorherige Gespräch noch in Gedanken – ohne einen Blick in die Spiegel oder über die Schulter die Tür. Ein Radfahrer kommt von hinten angefahren, kann nicht mehr reagieren und prallt gegen die Tür. „Der Spot zeigt, dass schwere Verkehrsunfälle selbst nach der eigentlichen Fahrt passieren und macht deutlich, dass beim Aussteigen aus dem Fahrzeug auf Radfahrende geachtet werden muss“, erklärt Prof. Dr. Eichendorf. Ergänzend zu dem Film wurden passende Shareables für die sozialen Netzwerke entwickelt. Ein Flyer mit Tipps für Fahrzeuginsassen und Radfahrende sowie eine Postkarte mit integriertem Aufkleber als Erinnerungsstütze für das Fahrzeug können beim DVR kostenfrei bestellt werden.

Holländischer Griff
Pkw-Insassen müssen sich laut Straßenverkehrs-Ordnung (StVO) beim Ein- und Aussteigen so verhalten, dass sie keine anderen am Verkehr teilnehmenden Menschen gefährden. „Pkw-Fahrende und ihre Mitfahrenden sollten sich daher ihrer Sorgfaltspflicht beim Ein- und vor allem Aussteigen bewusst sein und beim Öffnen der Tür am besten den holländischen Griff anwenden“, meint der DVR-Präsident. Dabei öffnen alle, die links auf der Fahrerseite im Fahrzeug sitzen, die Tür mit der rechten Hand, und alle, die rechts auf der Beifahrerseite sitzen, nutzen dafür die linke Hand. Dadurch dreht sich automatisch der Oberkörper und erleichtert so den Schulterblick. Die Tür sollte erst dann geöffnet werden, wenn keine Radfahrenden in Sicht sind. Pkw-Führende sind aufgefordert, mitfahrende Erwachsene auf den Schulterblick hinzuweisen und vor allem Kinder beim rücksichtsvollen Verlassen des Fahrzeuges zu unterstützen.

Ein Meter Sicherheitsabstand
Radfahrende sollten zum Schutz vor Dooring-Unfällen aufmerksam mit mindestens einem Meter Abstand an längs parkenden Fahrzeugen vorbeifahren. Dabei sollten sie auf erste Signale (erste Bewegungen der Insassen oder aufleuchtende Lichter im Fahrzeug) achten, die das Aussteigen von Menschen aus dem Fahrzeug erkennen lassen und im Zweifelsfall langsamer fahren oder sogar anhalten. Prinzipiell schützt ein Helm bei einer möglichen Kollision vor schweren Kopfverletzungen.

Weitere Informationen unter: www.dvr.de/rad-sehen

Die Autorin ist Referentin Öffentlichkeitsarbeit Initiativen/Veranstaltungen beim DVR.
asboerries@dvr.de

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Internetportal hilfefinder.de leistet Unterstützung bei psychischen Belastungen nach Verkehrsunfällen
 

Das neue und bislang einzigartige Internetportal zu psychischen Unfallfolgen www.hilfefinder.de ist online. Verkehrsunfallopfer, deren Angehörige, Zeugen oder Helfer finden hier umfassende Informationen zum Thema psychische Unfallfolgen sowie Kontaktadressen zu Institutionen, die erste Unterstützung bieten. Die Bundesanstalt für Straßenwesen (BASt) hat das Portal in Zusammenarbeit mit dem DVR und der Verkehrsunfall-Opferhilfe Deutschland e.V. (VOD) entwickelt.

Schwere Verkehrsunfälle führen nicht allein zu körperlichen Verletzungen. Psychische Beschwerden, beispielsweise Ängste, Schlafstörungen oder Konzentrationsschwierigkeiten, sind ebenfalls eine häufige Folge. Solche Belastungsreaktionen auf ein Extremereignis sind zunächst normal. Halten die Symptome jedoch über einen längeren Zeitraum an oder verschlimmern sie sich, besteht das Risiko, ernsthaft psychisch zu erkranken.

Dabei wirkt sich ein Unfall häufig nicht nur auf direkt Beteiligte aus. Im Rahmen der Kampagne „Runter vom Gas“ konnte aufgezeigt werden, dass bei jedem Verkehrsunfall mit Todesfolge im Durchschnitt 113 Menschen betroffen sind. Hierzu gehören neben den Unfallbeteiligten selbst unter anderem auch Ersthelfer, Zeugen oder Angehörige. Psychische Unfallfolgen können potenziell bei all diesen Gruppen auftreten.

Weitere Informationen unter: www.hilfefinder.de

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