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Rekordbeteiligung beim 15. Tag der Verkehrssicherheit

250 Aktionen und Veranstaltungen in ganz Deutschland

Von Cornelia Bamberg

E-Scooter beherrschten diesen Sommer nicht nur das Bild in vielen Innenstädten und sorgten für Schlagzeilen, auch mehrere Aktionen rund um den Tag der Verkehrssicherheit nahmen dieses Thema zum Anlass. Auf einem Elektrokleinstfahrzeug-Parcours des Polizeikommissariats Weyhe (Landkreis Diepholz in Niedersachsen) konnten sich Besucherinnen und Besucher auf dem Rathausplatz den neuen Herausforderungen stellen.

Einen weiteren thematischen Schwerpunkt bei den rund 250 Aktionen und Veranstaltungen rund um das 15-jährige Jubiläum des Tages der Verkehrssicherheit bildete das sichere Rad- und Pedelecfahren. In diesem Zusammenhang wurde auch die Gefahr des sogenannten „Toten Winkels“ thematisiert, zum Beispiel auf dem baden-württembergischen Landestag der Verkehrssicherheit in Offenburg, der vom Partnerverbund „Gib Acht im Verkehr“ organisiert wurde. Schülerinnen und Schüler staunten nicht schlecht über die Tatsache, dass sich 32 von ihnen in den toten Winkel eines Lastwagens (aufgemaltes Straßendreieck) stellen konnten. „Cool war, dass alle von unserer Klasse im Fahrerhaus des Lastwagens probesitzen durften“, meinte ein Schüler.

Bundesanstalt für Straßenwesen (BASt)
Auch die BASt öffnete am 15. Juni ihre Türen und präsentierte mit ihren Partnern an 50 Aktions- und Informationsständen den rund 2.000 Gästen ein umfangreiches Programm zum Mitmachen und Ausprobieren. DVR-Präsident Prof. Dr. Walter Eichendorf begleitete den Tag bei der BASt und konnte so hautnah zwei Fahrzeug-Crashs miterleben, bei denen zum Glück nur Dummys zu Schaden kamen. BASt-Präsident Prof. Stefan Strick schaltete gemeinsam mit Prof. Dr. Eichendorf und Silke von Beesten von der Verkehrsunfall-Opferhilfe Deutschland (VOD) das neue Internetportal zu psychischen Unfallfolgen www.hilfefinder.de offiziell online.

Landesverband Südost der DGUV
Der Verkehrssicherheitstag ist auch fester Bestandteil der Präventionsarbeit von Berufsgenossenschaften und Unfallversicherungen. Am 22. Juni begrüßten Stadträtin Bettina Messinger, Prof. Dr. Walter Eichendorf und Prof. Dr. Marco Einhaus vom Landesverband Südost der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV) die zahlreichen Gäste auf dem Odeonsplatz in München. Auf dem Programm des 4. Verkehrssicherheitstages der DGUV standen Akrobatikvorführungen, Livemusik, ein Stuntman-Fahrradunfall, eine Rettungsaktion der Freiwilligen Feuerwehr, Simulatoren, Gurtschlitten, Toter-Winkel-Demonstration und vieles mehr.

Kampagnenstarts
Bundesweit wird der Tag der Verkehrssicherheit, traditionell der dritte Samstag im Juni, auch für verstärkte Verkehrskontrollen oder für Kampagnenstarts genutzt. So startete die Deutsche Verkehrswacht (DVW) die Kampagne „#crashtag“, um auf die Gefahren durch Ablenkung im Straßenverkehr aufmerksam zu machen.

Unter dem Motto „Blöde Idee“ veröffentlichte die Präventionskampagne „kommmitmensch" der DGUV Motive, die regelverletzendes Verhalten darstellen. So wollen Berufsgenossenschaften und Unfallkassen Aufmerksamkeit für sicheres Verhalten erregen. Wie man es besser, also regelkonform und ohne Unfallgefahr, macht, wird auf der Webseite der Kampagne aufgelöst.

Auf Initiative des Deutschen Blinden- und Sehbehindertenverbandes (DBSV) forderten sieben Verbände und der DVR anlässlich des Tages der Verkehrssicherheit den sofortigen Einbau eines künstlichen Warngeräusches in alle Hybrid- und Elektrofahrzeuge, um die Unfallgefahr besonders für blinde und sehbehinderte Menschen zu reduzieren.

Seit diesem Jahr ist der Tag der Verkehrssicherheit auch auf Instagram vertreten: Alle Fotos von Aktionen, die auf Instagram unter „#tagderverkehrssicherheit“ gepostet wurden, sind auch auf tag-der-verkehrssicherheit.de dokumentiert.

Der nächste Tag der Verkehrssicherheit findet am 20. Juni 2020 statt.

Die Autorin ist Sachgebietsleiterin Öffentlichkeitsarbeit Initiativen/Veranstaltungen beim DVR.
cbamberg@dvr.de

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Schön gefährlich!

Mecklenburg-Vorpommern: Neue Kampagne gegen den Unfalltod in Alleen

Von Michael Heß

Ein herrlicher Frühsommertag in Mecklenburg-Vorpommern. Im Sonnenlicht liegt malerisch eine schöne Allee. Eine von vielen. Zwei Kilometer Strecke von über 4.000 Kilometern im ganzen Land. Kulturgut mit 400-jähriger Geschichte und Touristenmagnet. Ein sympathisches Paar genießt die Fahrt im offenen Cabrio. Einfach nur schön, das Sujet.

Ein Knall! Aus dem Nichts ändert sich die Situation. Feuerwehr, Polizei und Rettungskräfte im Einsatz. Die Szene illustriert die hässliche Seite einer Allee: Sie ist auch gefährlich.

Menschen lieben Bäume. Spätestens dann, wenn ein Mensch sein Fahrzeug gegen einen Baum fährt, wird aus einem landschaftlichen Traum ein Albtraum. Ein Baum verzeiht keinen Fehler. Er gibt nicht nach und schickt die gesamte Aufprallenergie zurück ins Auto.

Diesen Gegensatz „Schön – gefährlich!“ greift die neue Alleen-Kampagne der Landesverkehrswacht Mecklenburg-Vorpommern auf.

Baumunfälle – tödliche Gefahr
Zum Auftakt wurde am 24. Juli 2019 bei Greifswald das erste neue Landstraßenplakat enthüllt. Mit der Kampagnen-Botschaft soll das Bewusstsein für die wunderschönen, aber auch gefährlichen Alleen geschärft werden.

Hans-Joachim Hacker, Präsident der Landesverkehrswacht, erläuterte zum Auftakt den Hintergrund der Kampagne: „40 Prozent der Menschen, die in Mecklenburg-Vorpommern im Straßenverkehr sterben, werden bei Baumunfällen getötet. Es sind Menschen jeder Altersgruppe, Männer, Frauen und Kinder. Alleen gehören zum Naturreichtum unseres Landes, aber sie können auch sehr gefährlich sein. Unfälle in Alleen sind in der Regel besonders schwer. Dafür wollen wir die Verkehrsteilnehmerinnen und Verkehrsteilnehmer sensibilisieren und sie auffordern, nicht zu schnell zu fahren.“

Christian Pegel, Minister für Energie, Infrastruktur und Digitalisierung in Mecklenburg-Vorpommern, unterstützt den präventiven Gedanken: „Die Zahl derer, die Jahr für Jahr auf unseren Straßen auf tragische Weise ums Leben kommen oder schwer verletzt werden, ist immer noch erschreckend hoch. Unsagbare Trauer und großes Leid bei ihren Familien und Freunden sind die Folge, darüber hinaus hohe wirtschaftliche Schäden. Dies kann vielfach vermieden werden, wenn partnerschaftlich, aufmerksam und insgesamt defensiver gefahren wird. Die Kampagne ist ein wirksames Mittel, Autofahrerinnen und Autofahrer immer wieder daran zu erinnern, dass angepasste Geschwindigkeiten Leben retten.“

Kampagnenpartner der Landesverkehrswacht sind das Ministerium für Energie, Infrastruktur und Digitalisierung sowie die Landespolizei. Die Kosten der Aktion trägt der Strategiefonds des Landes.

Geschwindigkeit anpassen
Im Rahmen der Kampagne wurden neben dem Alleenvideo über hundert Landstraßenplakate in ganz Mecklenburg-Vorpommern aufgestellt. Das Plakatmotiv zeigt eine traumhafte Allee – nur ein beschädigter Baum mit den Folgen eines schweren, wahrscheinlich tödlichen Unfalls stört die Idylle.

Ebenfalls Teil der zweijährigen Kampagne sind diverse Aktionsmedien, eine Alleenfahrt im Aufprallsimulator der Verkehrswacht und ein neuer Film im Jugendprojekt „CrashKurs MV“.

Ein wesentliches Element in allen Medien ist die Aufforderung, die Geschwindigkeit den objektiven Gefährdungen durch Bäume anzupassen. Andrea Leirich, Geschäftsführerin der Landesverkehrswacht, betont: „Wer die Verkehrssicherheit verbessern will, muss bestrebt sein, Geschwindigkeiten zu reduzieren. Das gilt auf allen Straßen, innerorts und außerorts. Dort, wo Bäume am Fahrbahnrand stehen, zählt das umso mehr. Bei niedrigeren Geschwindigkeiten entstehen weniger gefährliche Situationen, Fahrfehler können leichter kompensiert werden, und bei einem Unfall sind die Folgen für die Insassen meist geringer.“

Folgerichtig endet das Video auch mit einem symbolisierten Tacho, der vom roten in den grünen Bereich wechselt. Die unmissverständliche Botschaft: nicht zu schnell fahren – dann die Allee genießen. Somit ist der Film nicht nur Mahner vor Gefahren und Werbeträger für ein wunderschönes Bundesland, sondern auch Ratgeber, der Leben retten kann.

Das Video zur Alleenkampagne steht kostenfrei zum Download bereit: https://www.verkehrswacht-mv.de/angebote/sicherheit-alleen

Der Autor, bis September 2018 Geschäftsführer der DVR-Tochter VKM Verkehrssicherheit Konzept & Media GmbH, hat die Kampagne konzipiert und das Drehbuch geschrieben.


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