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Europa

 

Indikatoren für die Verkehrssicherheit

Zielvereinbarungen sollen in der EU messbar und vergleichbar werden

Von Jacqueline Lacroix

Mit dem Maßnahmenpaket III „Europa in Bewegung“ hat die EU-Kommission im Mai 2018 einen neuen Ansatz für die Verkehrssicherheitspolitik der EU – den Safe System Approach – sowie einen mittelfristigen strategischen Aktionsplan vorgelegt. Im Juni dieses Jahres veröffentlichte die EU-Kommission ein sogenanntes „Arbeitsdokument“, das darlegt, wie die neue Verkehrssicherheitspolitik umgesetzt werden soll. Um diesem neuen Ansatz gerecht zu werden, ist es von Bedeutung, dass sich die Denkweise der „Vision Zero“ – die Vermeidung von Getöteten und Schwerverletzten im Straßenverkehr und die Minderung der Unfallschwere – sowohl bei den politischen Entscheidungsträgern als auch in der Gesellschaft stärker verbreitet. Ausgehend von der Vermeidbarkeit der Unfallschwere und der -folgen hat die EU-Kommission das Zwischenziel der Halbierung der Anzahl der Verkehrstoten und Schwerverletzten von 2020 bis 2030 mit einem langfristigen Ziel von null Verkehrstoten im Jahr 2050 festgelegt.

Safe System-Ansatz
Bestandteil des Safe System-Ansatzes ist die Messung der Fortschritte der Verkehrssicherheitsarbeit mittels Indikatoren. In Schweden („Road safety management by objectives“ mit zehn Indikatoren) und Spanien („Plan de seguridad vial“ mit 13 Indikatoren) findet sich dieser Ansatz bereits in den Verkehrssicherheitsprogrammen wieder. Die EU-Kommission hat das Ziel, Indikatoren für alle EU-Staaten zu definieren, um die Bemühungen der einzelnen Länder künftig besser vergleichen zu können.

Qualität der Daten
Gemeinsame Indikatoren setzen eine gleiche Qualität der Erfassung der Daten voraus – dies ist eine besondere Herausforderung für die Länder, wie zum Beispiel die Slowakei, die noch keine langjährige Erfahrung in systematischer Verkehrssicherheitsarbeit haben. Darüber hinaus müssen die Indikatoren genau definiert werden, damit Gleiches mit Gleichem verglichen werden kann. Die EU-Kommission startet daher im Herbst dieses Jahres in Kooperation mit dem Europäischen Verkehrssicherheitsrat ETSC das EU-Projekt „EU-Road Safety Exchange“, im Rahmen dessen ein intensiver Erfahrungsaustausch und der Aufbau von Kenntnissen in den Ländern mit einem niedrigeren Verkehrssicherheitsniveau erfolgen soll.

Die EU-Mitgliedstaaten haben sich nunmehr auf acht Indikatoren geeinigt, wobei einige noch weiterentwickelt werden müssen. Sie umfassen dennoch die wichtigsten Bereiche der Verkehrssicherheitsarbeit (siehe Kasten). Für jeden Indikator wurden methodische Mindestvoraussetzungen erarbeitet, damit die Vergleichbarkeit zwischen den Ländern gewährleistet werden kann.

Die Autorin ist Leiterin der Referate Europa und Verkehrsmedizin beim DVR.
jlacroix@dvr.de

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