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Eine erfolgreiche Unternehmensführung braucht sichere Wege
 

Von Volker Enkerts

Wer ein Unternehmen dauerhaft erfolgreich führen will, analysiert laufend die Risiken in seinem Betrieb mittels der Gefährdungsbeurteilung. Regelmäßig ist das geeignete Personal die zentrale Erfolgsgröße und das knappste Gut. Das heißt: Der Ausfall guter Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ist der größte Risikofaktor. Es lohnt sich also, in den Erhalt der Arbeitskraft zu investieren – zum Beispiel durch Unfallverhütung, eine gesunde Arbeitsumgebung und -gestaltung oder eine auf Prävention ausgerichtete Unternehmenskultur.

Allerdings haben auch gute Unternehmenslenkerinnen und -lenker häufig einen blinden Fleck in ihrer Risikoanalyse. Sie betrachten den Arbeitsplatz und die betrieblichen Abläufe, bemühen sich vielleicht auch um eine gute Vereinbarkeit von Berufs- und Privatleben, lassen aber die Wege dazwischen außer Acht. Das ist ein häufiger und leider schwerer Fehler, denn wer am Straßenverkehr teilnimmt, begibt sich in Gefahr. Sei es auf dem Weg von und zur Arbeit, in seinem Beruf als Lkw-Fahrer oder unterwegs auf einem Botengang oder zum Kundengespräch. Zusammengenommen übersteigt die Zahl der tödlichen Wege-, Dienstwege- und Arbeitsunfälle im Straßenverkehr inzwischen die Zahl der sonstigen tödlichen Arbeitsunfälle. Zusätzlich führen natürlich auch Unfälle auf privaten Wegen zu einem Personalausfall.

Was kann man tun, um dieses Unternehmensrisiko zu verringern? Wie in anderen Bereichen der Prävention auch, ist betriebliche Verkehrssicherheitsarbeit, die die Wege von zu Hause zur Arbeit und wieder zurück mit betrachtet, eine Frage der Haltung und Kultur. Wer für seinen Fuhrpark Fahrzeuge mit modernen Assistenzsystemen bestellt,1 seine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter konsequent nicht während der Fahrt kontaktiert und sich bemüht, übermäßigen Zeitdruck zu vermeiden, der hat die ersten Schritte zu mehr Sicherheit gemacht.

Für das, was sich anschließen sollte, hat der DVR in langjähriger Zusammenarbeit mit den Unfallkassen und Berufsgenossenschaften umfassende Angebote erarbeitet, die für die betriebliche Verkehrssicherheitsarbeit unverzichtbar geworden sind. Von Seminaren, die über Gefahren und sichere Verhaltensweisen informieren, bis hin zu passgenauen Fahrsicherheitstrainings stehen den Unternehmen bewährte und erprobte Maßnahmen unter www.deinewege.info bereit.

Dabei informiert die jährliche Schwerpunktaktion zu Themen wie Emotionen im Straßenverkehr oder in Kürze zur Verhütung von Alleinunfällen.2 Der DVR bietet seit einiger Zeit sogar die Möglichkeit, die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter anhand der realen Unfallhäufungspunkte im Umfeld der Arbeitsstätte zu schulen.3 Welche Instrumente für ein einzelnes Unternehmen die passenden sind, kann mit dem DVR in einem Beratungsgespräch vor Ort geklärt werden.4

Wer sich dafür entscheidet, seine Belegschaft auch auf ihren Wegen zu schützen, wird zudem mit günstigen Nebeneffekten belohnt: Eine verkehrssichere Fahrweise ist kraftstoffsparend, senkt die Kosten für Kfz-Versicherungen, Verschleiß und Bußgelder. Aber der wichtigste Nutzen bleibt: die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter kommen sicher an.

Der Autor ist Vorsitzender des Vorstandes der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV).

1 Welche Systeme wem nutzen, ist unter http://bester-beifahrer.de zu erfahren.
2 https://www.dvr.de/praevention/kampagnen/uk-bg-dvr-schwerpunktaktion/
3 https://www.sicher-in-meiner-region.de/
4 https://www.dvr.de/praevention/beratung/betriebsberatung/

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Auf sicheren Wegen an einen sicheren Arbeitsplatz
 

Von Manfred Wirsch

Wer arbeitet, geht ein Risiko ein. Nicht nur besonders gefahrgeneigte Berufe wie die von Feuerwehrleuten, Seeleuten oder Bergleuten sind mit einem Risiko belegt. Auch wer in ein Büro geht, lebt gefährlicher, als es auf den ersten Blick scheint.

Dank der Fortschritte in der Unfallverhütung bewegt sich das Unfallgeschehen in den Betrieben in kleinen Schritten in Richtung des Ziels der Vision Zero: eine Welt ohne Arbeitsunfälle und arbeitsbedingte Erkrankungen. Wobei die Vermeidung tödlicher und schwerer Arbeitsunfälle die höchste Priorität hat.

Seit einiger Zeit sterben allerdings mehr Menschen bei beruflich bedingten Wegen im Straßenverkehr als in den Betrieben.1 Ob auf dem Weg zum Betrieb, am Steuer eines Lkw oder auf einem kurzen Botengang, wer sich in den Straßenverkehr begibt, lebt gefährlich. Es ist Zeit, dass dies ins Bewusstsein der Menschen vordringt und die Vision Zero auch für die Wege von und zur Arbeit sowie während der Arbeitszeit ihre Wirkung zeigt.

Gefragt ist hier nicht nur die Verkehrspolitik, die für sichere Straßen zu sorgen hat. Gefragt sind auch die Arbeitgeber und die Beschäftigten selbst. Nur wer mit einer gesunden Arbeitsbelastung und ohne heftigen Zeitdruck unterwegs ist, kann die nötige Gelassenheit für eine vorausschauende Teilnahme am Straßenverkehr aufbringen. Die Kontrolle der eigenen Emotionen ist ein zentraler Faktor für ein sicheres Verhalten am Steuer, Lenker und auch zu Fuß. Der Deutsche Verkehrssicherheitsrat (DVR) und die Berufsgenossenschaften und Unfallkassen haben deshalb die Sensibilität für und den Umgang mit Emotionen zum Thema der letzten Schwerpunktaktion gemacht.2 Mit einem Angebot aus Informationen und Seminarkonzepten wollen sie Beschäftigte und Arbeitgeber unterstützen, Unfälle im Straßenverkehr zu vermeiden. Die nächste Schwerpunktaktion wird sich mit den Unfällen befassen, bei denen keine andere Person verantwortlich ist, mit Alleinunfällen.

Auch wer, beispielsweise als erfahrener Außendienstmitarbeiter, schon viele hunderttausend Kilometer auf dem Tacho hat und zweifellos ein routinierter Verkehrsteilnehmender ist, sollte sich mit den Angeboten des DVR näher beschäftigen oder seinen Betriebsrat darauf aufmerksam machen. Wer ernsthaft dafür sorgen will, den Präventionsgedanken auf den zahlenmäßig gefährlichsten Teil der beruflichen Tätigkeit anzuwenden, die Teilnahme am Straßenverkehr, kommt am DVR nicht vorbei und wird dort passgenaue Angebote finden. Natürlich hat die Teilnahme etwa an einem Eco Safety Training Vorteile, die über die Sicherheit auf dienstlichen Wegen hinausgehen. Zu lernen, sicher, wirtschaftlich und umweltschonend zu fahren, bringt Vorteile auch für die private Mobilität. Und die Teilnahme an Radfahr- oder Pedelec-Trainings macht nicht nur Spaß, sondern fördert Gesundheit und Wohlbefinden.

Es wird Zeit, dass die betriebliche Verkehrssicherheitsarbeit stärker ins Zentrum der Präventionsbemühungen rückt. Die Voraussetzungen dafür sind gegeben, bewährte Instrumente für eine Umsetzung der Vision Zero auf den Wegen stellt der DVR bereits zur Verfügung.

Der Autor ist Vorsitzender des Vorstandes der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV).

1 Im Bereich der gesetzlichen Unfallversicherung starben 2017 bei Arbeitsunfällen im Straßenverkehr 352 Menschen; bei Arbeitsunfällen außerhalb des Straßenverkehrs 279 Menschen.
2 https://www.dvr.de/praevention/kampagnen/uk-bg-dvr-schwerpunktaktion/


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Nur gemeinsam sind wir stark

Vernetzte Verkehrssicherheitsarbeit

Mit der Gründung des DVR 1969 wurde in der Satzung ein anspruchsvolles Ziel festgeschrieben: „Zweck des Vereins ist die Förderung der Unfallverhütung und Verstärkung aller Maßnahmen zur Verbesserung der Sicherheit auf den Straßen“. Dies habe „in enger Zusammenarbeit mit den zuständigen Behörden sowie allen an dieser Zielsetzung interessierten Vereinigungen, Organisationen und sonstigen Stellen“ zu erfolgen.

Damit war klar, dass erfolgreiche Verkehrssicherheitsarbeit nach dem Motto „Nur gemeinsam sind wir stark“ in Verbindung mit den Mitgliedern und weiteren Partnern betrieben werden muss. Dieses Netzwerk zu knüpfen, zu erweitern und aufrechtzuerhalten ist eine zentrale Aufgabe des DVR. Er bringt Mitglieder, Partner, Politik und Wissenschaft an einen Tisch. So werden Sachverstand und Engagement gebündelt. Die gemeinsam erarbeiteten Ideen, Beschlüsse und Programme werden von den Mitgliedern umgesetzt und wirken somit in die Breite.

Mit seinen rund 200 Mitgliedern ist der DVR breit aufgestellt. Sie umfassen eine bunte Palette relevanter Multi­plikatoren: Behörden und Ministerien stehen als Teil der Exekutive für staatliches Handeln; Automobilindustrie, Versicherungswirtschaft und Prüforganisationen repräsentieren ganze Branchen; die gesetzliche Unfallversicherung umfasst alle gewerblichen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, Schülerinnen und Schüler sowie Studierende; die Verkehrswachten, Fahrlehrerverbände, Automobilclubs und weitere Institutionen bringen ihr Know-how in der Verkehrserziehung ein.

In den 50 Jahren seines Bestehens hat der DVR eine beispiellose konzertierte Aktion für die Verkehrssicherheit auf den Weg gebracht – auch dank des Engagements seiner Mitglieder. Der DVR wird auch in der Zukunft nicht nachlassen, aus den Bemühungen einzelner Mitglieder gemeinsames, sinnvolles und wirksames Handeln abzuleiten. So wie es ihm in den vergangenen fünf Jahrzehnten in vielen Bereichen überzeugend gelungen ist.

Auch auf europäischer Ebene muss und wird der DVR verstärkt in Erscheinung treten. Sein Engagement als Gründungsmitglied des Europäischen Verkehrssicherheitsrates (ETSC) ist hierfür eine gute und solide Grundlage. In ein europäisches Netzwerk der Verkehrs­sicherheit wird sich der DVR auch weiterhin nach Kräften einbringen.

Seitdem der DVR die Sicherheitsstrategie Vision Zero zur Grundlage seiner Verkehrssicherheitsarbeit gemacht hat, ist sein Augenmerk darauf gerichtet, diese Vision mit Leben zu füllen. Das Netzwerk im DVR bietet hierfür eine geeignete Basis.

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