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Wissenschaft

 

Blick in die Zukunft

Hochschule Karlsruhe kann mit mobilem 360-Grad-Kamerasystem den Straßenverkehr erforschen

Ein Auto zieht ohne den Blinker zu setzen unvermittelt vor dem eigenen Fahrzeug heraus – eine typische Situation für einen Auffahrunfall. Wenn es nach den Forschern am Institut für Ubiquitäre Mobilitätssysteme (IUMS) der Hochschule Karlsruhe – Technik und Wirtschaft geht, bald nicht mehr. „Mit unserem neuen, hochauflösenden 360-Grad-Kamerasystem haben wir nun ganz andere Möglichkeiten, Verkehrssituationen detailliert in alle Richtungen zu analysieren. Außerdem können wir dieses beispielsweise auch für Laborstudien mit Fahrern in Situationen nutzen, die real zu gefährlich wären”, erläutert Institutsleiter Professor Thomas Schlegel. Mit dem Entwurf und der Fertigung eines solchen Kamerasystems beauftragte das IUMS zwei Schüler der Carl-Schäfer-Schule in Ludwigsburg, die im Rahmen ihrer Technikerarbeit nahezu zwölf Monate an dieser Aufgabenstellung tüftelten.

Exakte Analyse

Ziel der Technikerarbeit war es, ein 360-Grad-Kamerasystem, bestehend aus bis zu 32 Kameras, zur detaillierten Beobachtung und Erfassung von Verkehrssituationen, Verkehrsverhalten und Verkehrsströmen zu entwickeln. So können verkehrliche Untersuchungen zukünftig weit über Strichlisten aus Verkehrszählungen oder Befragungen hinausgehen. Mit dem neuen System lassen sich Verkehrsszenarien an Kreuzungen oder das Fußgängerverhalten exakter analysieren. Auch im Testfeld Autonomes Fahren Baden-Württemberg ist der Einsatz des Kamerasystems vorgesehen.

16 UHD-Einzelkameras mit 4K-Auflösung zeichnen Vorgänge gleichzeitig rundum in zwei Ebenen auf. Die Kameravorrichtung kann dabei stationär oder – auf einem Fahrzeug montiert – mobil eingesetzt werden. Auf der institutseigenen, sieben Meter großen Curved Displaywall des IUMS wirken die Rundvideos mit über 130 Millionen Bildpunkten dann so, als sei man direkt im Geschehen.

Weitere Informationen unter: www.hs-karlsruhe.de/presse/360-grad-kamera/

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Sind Elektrokleinstfahrzeuge sicher?

Die Bundesanstalt für Straßenwesen (BASt) hat ermittelt, unter welchen Bedingungen Elektrokleinstfahrzeuge im Straßenverkehr sicher betrieben werden können.

Stehend gefahrene (das heißt Fahrzeuge ohne Sitz, zum Beispiel Tretroller mit Elektrounterstützung) und selbstbalancierende, zum Beispiel dem Segway ähnliche, Elektrokleinstfahrzeuge konnten bis 2016 nach der Rahmenrichtlinie 2002/24/ EG, die nun außer Kraft ist, genehmigt werden. Die dort genannten Anforderungen wurden durch die Elektrokleinstfahrzeuge größtenteils nicht erfüllt. Seit 2016 gilt die neue Typgenehmigungs-Verordnung (EU) 168/2013 für Krafträder. Nach dieser Verordnung kann die Genehmigung solcher Elektrokleinstfahrzeuge national geregelt werden. Um bei diesen Fahrzeugen national über eine Genehmigungsfähigkeit entscheiden zu können, ist es notwendig, einschätzen zu können, wie verkehrssicher solche Fahrzeuge sind.

Die BASt hat im Rahmen dieses Forschungsprojektes Vorschläge für eine derartige Klassifizierung bestimmter Elektrokleinstfahrzeuge und die damit verbundenen technischen Anforderungen erarbeitet, um sie sicher im Straßenverkehr bewegen zu können. Insgesamt wurde aufgezeigt, dass es möglich ist, neue Kategorien mit bestimmten Mindestanforderungen zu bilden.

Seitens der aktiven Sicherheit wurden mittels fahrdynamischer Versuche und technischer Untersuchungen Anforderungen erarbeitet, die das verkehrssicherheitstechnische Risiko bestmöglich minimieren. Weiterhin wurden Empfehlungen für die passive Sicherheit von Elektrokleinstfahrzeugen ausgesprochen, die ein Sicherheitsniveau gewährleisten, das ähnlich zu heutigen bestehenden Fahrzeugen ist. Das subjektive Fahrverhalten zeigte, dass Elektrokleinstfahrzeuge grundsätzlich sicher von den Fahrenden kontrollierbar sind, solange bestimmte Systemgrenzen eingehalten werden. Hinsichtlich der Aspekte des Nutzerverhaltens wurden Schutzausrüstung und das Kräfteverhältnis zu anderen Verkehrsteilnehmenden bewertet. In Abhängigkeit von den vorgeschlagenen Fahrzeugkategorien werden entsprechende Verkehrsflächen für die Benutzung empfohlen, basierend auf der im öffentlichen Verkehr analysierten subjektiven Sicherheit und auf einer Analyse des Konfliktpotenzials gegenüber anderen Verkehrsteilnehmenden.

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