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Europa

 

Weichenstellung für die künftige Verkehrssicherheitsarbeit in der EU

Ein schützendes Europa – Verkehrssicherheit 2020+

Von Jacqueline Lacroix

Vor dem Hintergrund der österreichischen Ratspräsidentschaft der Europäischen Union haben das österreichische Bundesministerium für Verkehr, Innovation und Technologie, das österreichische Kuratorium für Verkehrssicherheit (KFV) und der Europäische Verkehrssicherheitsrat (ETSC) eine hochrangige Verkehrssicherheitskonferenz in Wien durchgeführt.

Norbert Hofer, Bundesminister für Verkehr, Innovation und Technologie eröffnete die Konferenz, die vorrangig zum Ziel hatte, die Herausforderungen der künftigen Verkehrssicherheitsarbeit und -politik zu beleuchten. Im Rahmen des bestehenden Verkehrssicherheitsprogramms 2010 bis 2020 führte Österreich 2011 die Helmpflicht für Kinder, 2012 die digitale Aufzeichnung von Unfalldaten, 2013 ein Handyverbot für Fahrradfahrende und 2017 die Verlängerung der Probephase für Fahranfänger und -anfängerinnen sowie die Nutzung alkoholsensitiver Wegfahrsperren für auffällige Kraftfahrende ein. Trotz dieser legislativen Maßnahmen und weiterer im Bereich Infrastruktur und Organisation der Verkehrssicherheitsarbeit stagniert – ähnlich wie in Deutschland und in der Europäischen Union – auch in Österreich der Rückgang der Anzahl der Verkehrstoten, der Verletzten aber auch der Unfälle insgesamt.

Die Verkehrssicherheitspolitik sollte evidenzbasiert entwickelt und gestaltet werden – diese Prämisse begleitet von Beginn an die Lobbyarbeit des ETSC, der sich verstärkt für bestimmte Fahrerassistenzsysteme einsetzt, wie zum Beispiel Intelligente Geschwindigkeitsassistenten, Notbremsassistenten oder sichere Frontschutzsysteme für Pkw und Lkw.

Wie Verkehrssicherheitsarbeit zum Beispiel in der Schweiz umgesetzt wird und an welche Grenzen die Machbarkeit von Innovationen stößt, zeigt die Umsetzung des Verkehrssicherheitsprogramms „Via Sicura“. Eine vorgeschlagene Geschwindigkeitsbegrenzung für Motorradfahrende konnte aufgrund mangelnder Akzeptanz nicht durchgesetzt werden. Hier wurde deutlich, dass Kommunikation ein entscheidender Aspekt sein kann, wenn es um die Einführung möglicherweise unbeliebter Maßnahmen geht. Gute Kommunikation ist Bestandteil einer Verkehrssicherheitskultur. Nicht nur zwischen den unterschiedlichen Verkehrsteilnehmergruppen, sondern auch im Sinne der Weitergabe von Informationen, Einstellungen und Werten.

Eine Podiumsdiskussion zum Thema „Verkehrssicherheit 2020+: Herausforderungen in Bezug auf menschliche Faktoren, Fahrzeuge und Infrastruktur“ rundete die Vorträge ab und bot den Teilnehmern und Teilnehmerinnen die Gelegenheit, mit den Fachleuten über vorrangige Maßnahmen der nationalen Straßenverkehrssicherheitsstrategien zu diskutieren.

Die Autorin ist Leiterin der Referate Europa und Verkehrsmedizin beim DVR.
jlacroix@dvr.de

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