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Editorial

 

Sicherheit im Radverkehr verbessern
 

Von den Erfolgen der Verkehrssicherheitsarbeit in den letzten Jahren konnte eine Verkehrsteilnehmergruppe kaum profitieren: die Radfahrerinnen und Radfahrer. Die Anzahl der getöteten Radfahrenden hat sich seit 2010 nicht verringert und die Zahl der Menschen, die auf dem Rad schwer verletzt wurden, ist sogar seit 2001 nahezu unverändert. Jeder achte Getötete und jeder fünfte Verletzte auf Deutschlands Straßen ist ein Radfahrer oder eine Radfahrerin. Im Jahr 2017 sind auf deutschen Straßen 382 Radfahrende ums Leben gekommen, davon 68 mit einem Pedelec (17,8 Prozent); 14.124 wurden schwer verletzt, 1.374 (9,7 Prozent) davon auf einem Pedelec. Jeder vierte aller innerorts Getöteten ist mit dem Rad verunglückt.

Die amtliche Statistik weist jedoch nicht das gesamte Unfallgeschehen aus. Bei den Radverkehrsunfällen besteht eine hohe Dunkelziffer. Von den in Krankenhäusern behandelten Personen, die sich bei Fahrradunfällen verletzten, sind der Polizei nur etwa ein Drittel bekannt. Die Dunkelziffer von nicht in der amtlichen Unfallstatistik erfassten Fahrradunfällen wird nach Angaben der Bundesanstalt für Straßenwesen auf etwa 70 Prozent geschätzt.

In einem aktuellen Beschluss spricht sich der DVR daher dafür aus, die Sicherheit im Radverkehr zu verbessern. Insbesondere an Kreuzungen, Einmündungen und Zufahrten muss für alle, die am Verkehr teilnehmen, klar erkennbar und begreifbar sein, wo Fahrräder fahren können. Wer Rad fährt, muss gesehen werden, insbesondere von denen, die mit Lkw oder Pkw unterwegs sind. Parkende Fahrzeuge dürfen diesen Blickkontakt keinesfalls stören. Auch die Anordnung einer zulässigen Höchstgeschwindigkeit von 30 km/h kann im Einzelfall das richtige Mittel sein, um die Sicherheit von Radfahrerinnen und Radfahrern zu gewährleisten.

Beides erfordert eine bessere Überwachung des Straßenverkehrs. Positive Beispiele für eine Verkehrsüberwachung mit hoher Akzeptanz in der Bevölkerung sind die Fahrradstaffeln der Polizei in unseren Städten. Sie sind das ganze Jahr über im Straßenverkehr präsent und befassen sich ausschließlich mit Verkehrsdelikten. Diese Beispiele sollten Schule machen und Fahrradstaffeln flächendeckend in Deutschland eingesetzt werden.

Dem Thema „Sichere Mobilität mit Fahrrad und Pedelec“ widmete sich auch das diesjährige DVR-Kolloquium in Berlin (ausführlicher Bericht).

Ich wünsche Ihnen viel Vergnügen bei der Lektüre,
herzlichst, Ihr

Sven Rademacher, Chefredakteur
rademacher@vkm-dvr.de

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