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Editorial

 

Junge Erwachsene besonders gefährdet
 

Junge Erwachsene sind im Straßenverkehr nach wie vor besonders gefährdet. In keiner anderen Altersgruppe passieren so viele Unfälle wie bei den 18- bis 24-Jährigen. Im Jahr 2017 verunglückten in Deutschland insgesamt 62.966 junge Männer und Frauen dieser Altersgruppe im Straßenverkehr, 394 junge Menschen wurden getötet. Damit waren 16,1 Prozent aller Verletzten und 12,4 Prozent aller Getöteten im Straßenverkehr in diesem Alter, obwohl nur jeder 13. der Gesamtbevölkerung (7,7 Prozent) zu dieser Altersgruppe zählte. Deshalb ist es wichtig, dass junge Fahrerinnen und Fahrer sicher und reflektiert Erfahrungen im Straßenverkehr sammeln können.

Die jüngst von der Verkehrsministerkonferenz beschlossenen konkreten Vorschläge zur Verbesserung der Verkehrssicherheit für die „Hochrisikogruppe Fahranfänger“ sind zu begrüßen. Dazu zählt, die Probezeit von zwei auf drei Jahre zu verlängern. Dabei sollen sinnvolle Möglichkeiten geschaffen werden, durch nachgewiesene Lernerfolge bis zu einem Jahr Probezeit wieder abbauen zu können.

Besondere Aufmerksamkeit wird auf das Begleitete Fahren ab 17 (BF17) gelegt. Die neuen Regelungen sind grundsätzlich eine gute Sache. Allerdings bleibt zu hoffen, dass durch die Lockerung der Bestimmungen für Begleitpersonen beim BF17 das Erfolgsmodell insgesamt keinen Schaden nimmt. Während begleitende Personen heute noch in die Prüfungsbescheinigung der Jugendlichen namentlich eingetragen werden müssen und maximal einen Punkt im Flensburger Fahreignungsregister aufweisen dürfen, soll auf diese Einschränkungen zukünftig verzichtet werden. Es sollte sorgfältig beobachtet werden, ob diese Änderung Auswirkungen auf die Sicherheit der jungen Erwachsenen hat.

Selbstverständlich bleibt in diesem Zusammenhang die professionelle Fahrausbildung eine unverzichtbare Säule. Es ist und bleibt im Sinne der jungen Fahranfängerinnen und -anfänger eine zentrale Aufgabe, die Bemühungen aller beteiligten Akteure zu einem gemeinsamen Handeln zu bündeln, damit die Risiken für diese Hochrisikogruppe minimiert werden können.

Wir brauchen die größtmögliche Bandbreite an Hilfestellungen, damit auch bald für alle jungen Menschen im Straßenverkehr die Vision Zero gilt: Keiner kommt um, alle kommen an!

Ich wünsche Ihnen viel Vergnügen bei der Lektüre,
herzlichst, Ihr

Sven Rademacher, Chefredakteur
rademacher@vkm-dvr.de

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