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Rundschau

 

Zugewanderten Verkehrsregeln vermitteln
 

Zebrastreifen, Ampeln, Autos, Fahrräder – wie kommen zugewanderte Kinder und Jugendliche sicher durch den turbulenten Straßenverkehr? Im Rahmen eines Workshops hat der DVR gemeinsam mit Unfallkassen, der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV) sowie Berliner Lehrerinnen und Lehrern Unterrichtsmaterialien entwickelt. Sie sollen die Verkehrsregeln verständlich vermitteln und die Verkehrssicherheit erhöhen.

Kinder und Jugendliche, die neu und ohne Deutschkenntnisse bei uns ankommen, kennen nicht alle Verkehrsregeln. Sicher durch den Straßenverkehr zu kommen, ist für sie eine Herausforderung. Gefährliche Situationen warten auf dem Weg zur Schule oder unterwegs zum Treffen mit Freunden. Wie überquert man den Zebrastreifen richtig? Bei welcher Ampelfarbe muss man warten, wann darf man gehen? Ab welchem Alter muss man mit dem Rad auf der Straße fahren? Diese und weitere Alltagssituationen sollen in den Unterrichtsmaterialien anschaulich dargestellt werden und so die Verkehrsregeln vermitteln. Erklärvideos, in denen deutsche Worte geschrieben und gesprochen werden, unterstützen das Angebot. Die Materialien runden die Aktivitäten von German Road Safety ab, in dem sie Kinder und Jugendliche aus anderen Ländern dabei unterstützen, sicher am Straßenverkehr teilzunehmen.

Weitere Informationen unter: www.germanroadsafety.de

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Wie ist die Verkehrssicherheitsarbeit in Deutschland organisiert?

DVR-Förderpreis „Sicherheit im Straßenverkehr“

Wie erreichen wir mehr Sicherheit auf unseren Straßen? Mit dieser Frage beschäftigten sich auch 2017 mehrere Studierende deutschlandweit in ihren Abschlussarbeiten. Drei von ihnen wurden dafür mit dem DVR-Förderpreis ausgezeichnet.

Der erste Preis ging an Marc-Philipp Waschke, der sich in seiner Masterarbeit mit der Organisation der Verkehrssicherheit in Deutschland befasst hat. Am Beispiel der drei Stadtstaaten Berlin, Bremen und Hamburg hat Waschke (Universität Potsdam) herausgearbeitet, wie sich der Organisationsgrad auf das Unfallgeschehen auswirkt. Laut Jury besteht der besondere Wert der Abschlussarbeit im Praxisbezug. Waschke habe Standards entwickelt, wie die Verkehrssicherheit in den verschiedenen Ländern effektiver organisiert werden könne, nämlich durch „feste Zuständigkeiten und Federführung, feste Verantwortungsbereiche, ausreichend Fachpersonal, ausreichende und planbare Mittel, die Einbindung von Verbänden und privaten Akteuren, Wissensnutzung und Monitoring.“ Notwendig seien eine langfristige Strategie, mittelfristige Ziele sowie ein umfassendes Aktionsprogramm und detaillierte Maßnahmen. Dies könne dann dazu führen, die Unfallzahlen langfristig zu verringern. Die Jury lobte, dass diese Kriterien auf alle 16 Bundesländer übertragbar seien: „Die Arbeit sollte Pflichtlektüre für die Verantwortlichen im Bereich der Verkehrssicherheitsarbeit sein.“

Wie sich Tempo 30 als Regelgeschwindigkeit in Ortschaften auf die Verkehrssicherheit auswirkt, untersuchte Christoph Niebrügge in seiner Bachelorarbeit (Fachhochschule für öffentliche Verwaltung Nordrhein-Westfalen). Die Arbeit kommt zu dem Schluss, dass Tempo 30 nicht nur Anhaltewege verkürzt, sondern vor allem Unfälle unter Tempo 30 weniger schwerwiegend sind und sich in Tempo-30-Bereichen seltener ereignen. Für stark befahrene Durchgangsstraßen gelten diese Aussagen nicht ohne Weiteres. Um die Wirkung von Tempo 30 umfassend bewerten zu können, schlägt Niebrügge kontrollierte Modellversuche vor.

Wer Gefahren im Straßenverkehr schneller erkennt, hat ein geringeres Unfallrisiko. Auf diese Annahme stützt sich Christiane Glogers Diplomarbeit (TU Dresden). Sie geht davon aus, dass Fahranfänger und Fahranfängerinnen seltener Gefahren erkennen als Fahrprofis und hat diese Hypothese mit ausgewählten Probanden im Fahrsimulator untersucht. Ergebnis: Gefahrenkognitions-Tests könnten bei der Fahrausbildung und der -prüfung hilfreich sein.

Die Jury für den Förderpreis „Sicherheit im Straßenverkehr“ setzte sich aus Professor Dr. Rüdiger Trimpop von der Friedrich-Schiller-Universität Jena, Dr. Torsten Kunz, Präventionsleiter der Unfallkasse Hessen, und Jochen Lau, Dipl.-Pädagoge, zusammen.

Der Förderpreis wird von der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV) unterstützt und ist mit insgesamt 7.500 Euro dotiert.

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DVR fordert Modellversuch zum Begleiteten Fahren ab 16
 

Mit 16 Jahren die Fahrerlaubnis machen und bis zum 18. Lebensjahr begleitet Auto fahren – der DVR fordert hierzu einen Modellversuch und hofft damit, die Verkehrssicherheit weiter erhöhen zu können.

Die Forderung fußt auf den durchweg positiven Erfahrungen mit dem Begleiteten Fahren ab 17 Jahren (BF17). Seit 2011 ist BF17 geltendes Recht in ganz Deutschland. Die Evaluation der Bundesanstalt für Straßenwesen (BASt) hat ergeben, dass Jugendliche, die am BF17 teilgenommen haben, im ersten Jahr des Alleinfahrens rund 20 Prozent seltener an Verkehrsunfällen beteiligt sind und weitaus seltener gegen Verkehrsregeln verstoßen als Jugendliche, die auf das Begleitete Fahren verzichtet haben. BF17 zeigt: Je mehr Fahrpraxis junge Erwachsene unter Begleitung zwischen 17 und 18 Jahren bekommen, desto sicherer fahren sie. Schwerere Verkehrsverstöße nehmen ab, je länger die Begleitphase ist.

Die Praxis zeigt, dass viele Jugendliche nicht die gesamte mögliche Dauer des BF17 nutzen, um Fahrpraxis zu gewinnen. Nur ein Viertel schafft es, die vollen zwölf Monate begleitet zu fahren. Die Gründe liegen vielfach im Zeitmanagement. Die frühe Anmeldung in der Fahrschule und eine zügige Fahrausbildung sind neben der Schule oder der beruflichen Ausbildung nicht immer einfach zu organisieren. Das Begleitete Fahren ab 16 (BF16) würde eine Verlängerung der Lernzeit ermöglichen.

„Der DVR fordert daher die Bundesregierung auf, sich bei der EU-Kommission für einen Modellversuch zum BF16 einzusetzen. Mit 16 Jahren sollen Jugendliche die Fahrerlaubnis erwerben und danach bis zum vollendeten 18. Lebensjahr begleitet Auto fahren dürfen“, erläutert DVR-Hauptgeschäftsführer Christian Kellner.

BF16 soll zunächst als regional begrenzter Modellversuch ausprobiert werden. Das bedeutet, dass die Jugendlichen in den Teilnehmerländern – Interesse haben Niedersachsen, Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein signalisiert – die Möglichkeit haben, am BF16 teilzunehmen. Das Fahren ohne Begleitperson soll weiterhin erst ab 18 Jahren möglich sein.

„Der Modellversuch muss evaluiert werden. Wichtig ist dabei zu überprüfen, wie hoch die Anzahl der Fahrten und die gefahrenen Kilometer, also die Fahrleistung, über die längere Zeit sind, ob die Teilnehmenden tatsächlich besser fahren, also genauso wie bei BF17 beim späteren Alleinfahren deutlich weniger Unfälle verursachen und ob es mehr Konfliktpotenzial zwischen Jugendlichen und der Begleitperson gibt und welche Auswirkungen das auf die vorgenannten Punkte hat“, ergänzt Kellner.

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