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Editorial

 

Zehn Top-Forderungen des DVR zur Verkehrssicherheit
 

Was müssen Politik und Industrie tun, um die Zahl der Getöteten und Schwerverletzten im Straßenverkehr zu senken? Der DVR hat zehn Top-Forderungen aufgestellt, die Antworten auf diese zentrale Frage liefern. Eingeflossen sind Erkenntnisse aus Technik und Forschung sowie gesellschaftliche Bedürfnisse und eine Orientierung an den größten Gefährdungen im Straßenverkehr.

Die Top-Forderungen konzentrieren sich auf die Aspekte, deren Umsetzung die Zahl der Getöteten und Schwerverletzten besonders effizient senken würde.

Ein zentraler Punkt ist, die Verkehrsüberwachung gezielt zu verstärken. Die finanzielle und personelle Ausstattung der Polizei und entsprechender staatlicher Überwachungsorgane muss erhöht, die Aus- und Weiterbildung verbessert werden. In diesem Zusammenhang kommt es darauf an, die Höchstgeschwindigkeiten anzupassen. Auf Landstraßen mit einer Fahrbahnbreite bis einschließlich sechs Meter soll die zulässige Höchstgeschwindigkeit auf 80 km/h reduziert werden. Ferner sollte ein Modellversuch zur Umkehrung der Regelgeschwindigkeit innerorts von 50 auf 30 km/h durchgeführt werden.

Die Top-Forderungen umfassen auch die Verhinderung von Baumunfällen, die Erhöhung der Sicherheit für Motorradfahrende, eine verbesserte Infrastruktur sowie Maßnahmen im Fuß- und Radverkehr. Die Ausrüstung von Fahrzeugen mit sicherheitsrelevanten Fahrerassistenzsystemen, Automatisierung und Vernetzung sollen ebenfalls forciert werden. Außerdem geht es dem DVR darum, Fahren unter Alkohol- und Drogeneinfluss zu verhindern, Fahranfängerinnen und Fahranfänger besser zu qualifizieren und die Gefahren durch Ablenkung zu verringern.

Der DVR hofft, dass sowohl Politik als auch Industrie die Top-Forderungen zu einer Grundlage ihrer Arbeit machen und umsetzen. Das wäre ein Bekenntnis zur Strategie Vision Zero, zu der sich die Bundesregierung im Koalitionsvertrag verpflichtet hat. Und natürlich auch vor dem Hintergrund der Opferzahlen für das Jahr 2017, in dem 3.180 Menschen auf unseren Straßen ums Leben gekommen sind und 390.312 verletzt wurden, davon 66.513 schwer. Es gibt immer noch sehr viel zu tun.

Ich wünsche Ihnen viel Vergnügen bei der Lektüre,
herzlichst, Ihr

Sven Rademacher, Chefredakteur
srademacher@dvr.de

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