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Bundesverkehrsminister Scheuer und der DVR warnen vor Handynutzung am Steuer

„Runter vom Gas“ präsentiert neue Autobahnplakate

Von Carla Bormann

Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer und DVR-Geschäftsführerin Ute Hammer haben am 21. Juni 2018 auf dem Hindernisparcours des ADAC-Fahrsicherheitszentrums Berlin-Brandenburg demonstriert, wie gefährlich die Handynutzung am Steuer ist. Mit einer Sekunde Ablenkung bei einer Geschwindigkeit von 50 km/h legt der Autofahrer 14 Meter „blind“ zurück. Sie präsentierten den Medienvertretern auch drei neue Autobahn- und Rastplatzplakate zum Thema Ablenkung am Steuer. Laut einer Studie der Allianz ist Ablenkung die Ursache für jeden zehnten Unfall mit Todesfolge auf deutschen Straßen.

Der Minister und die DVR-Geschäftsführerin konnten auf der Teststrecke selbst erleben, wie gefährlich der Griff zum Smartphone ist. Schon bei den ersten Handgriffen rauschten sie prompt in die Hindernisse aus Wasserfontänen. Zum Schreiben einer Textnachricht während des Fahrens kamen sie gar nicht mehr.

Bundesminister Andreas Scheuer erläuterte: „Tipp, tipp, tot. Multitasking am Steuer funktioniert nicht. Eine Nachricht auf dem Smartphone getippt bedeutet über 250 Meter blind fahren. Damit riskiert man nicht nur das eigene Leben, sondern auch das der anderen Verkehrsteilnehmer. Also: Hände ans Steuer und nicht ans Handy. Ich halte nichts davon, einfach die Geldbußen zu erhöhen. Unsere drastische Informationskampagne ist mir sehr wichtig und sensibilisiert alle Verkehrsteilnehmer nachhaltig.“

Ute Hammer ermahnte auch Beifahrerinnen und Beifahrer, auf abgelenkte Fahrer und Fahrerinnen Einfluss zu nehmen: „Keine Nachricht ist so wichtig wie das Leben eines Menschen. Das Mobiltelefon gehört am Steuer auf keinen Fall in die Hand. Denn das komplexe Verkehrsgeschehen verzeiht auf Dauer keine Fehler beziehungsweise Unaufmerksamkeit. Und: Beifahrer sollten einschreiten, wenn der Fahrer abgelenkt ist.“

Einen Anruf beantworten, eine E-Mail lesen oder eine SMS tippen – jede Sekunde der Ablenkung ist lebensgefährlich. Die neuen Autobahnplakate warnen mit dem Slogan „tipp, tipp, tot“ vor der Gefahr der Handynutzung am Steuer.

Die Motive werden ab diesem Sommer auf über 700 Plakatflächen entlang deutscher Autobahnen und auf Rastplätzen zu sehen sein. Die Plakatierung wird von der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV) finanziell unterstützt.

Die Autorin ist Referatsleiterin Öffentlichkeitsarbeit Kampagnen/Medienarbeit und stellvertretende Pressesprecherin beim DVR.
cbormann@dvr.de


Multitasking ist ein Mythos

Viele Menschen glauben, mehrere Dinge parallel erledigen zu können. Doch das ist schlichte Selbstüberschätzung. Mehrere wissenschaftliche Studien haben nachgewiesen: Multitasking ist ein Mythos. Menschen können Entscheidungen lediglich nacheinander treffen.

Autofahrende, Radfahrende, Fußgängerinnen und Fußgänger müssen sich oft in Sekundenbruchteilen entschließen: Überquere ich die Straße? Leite ich den Überholvorgang ein? Gewähre ich Vorfahrt oder ist der Abstand zum herannahenden Auto groß genug, um die Kreuzung noch zu überqueren? Diese Fragen werden – so scheint es – intuitiv, reflexartig und routiniert beantwortet.

Tatsächlich liegt aber jeder Handlung im Verkehrsgeschehen eine sekundenschnelle Entscheidung zugrunde. Ist eine Person durch andere Aktivitäten abgelenkt, wird dieser Entscheidungsprozess gestört. Die Folge ist: Die Wahrnehmung wird beeinträchtigt, die Zeit zum Reagieren schwindet – was fatale Folgen haben kann.

Weiterführende Informationen, Shareables und GIFs für die sozialen Medien und den emotionalen „Runter vom Gas“-Spot #FingervomHandy gegen Ablenkung am Steuer finden Sie hier:

www.runtervomgas.de
www.facebook.com/runtervomgas

Hintergrund „Runter vom Gas“:
Initiatoren der Verkehrssicherheitskampagne „Runter vom Gas“ sind das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) und der Deutsche Verkehrssicherheitsrat (DVR). Mit einer emotionalen Ansprache sensibilisiert „Runter vom Gas“ seit 2008 für Risiken im Straßenverkehr sowie eine Vielzahl von Unfallursachen und will damit für mehr Sicherheit auf deutschen Straßen sorgen.

Im Jahr 2017 verloren 3.180 Personen ihr Leben im Straßenverkehr. 2011 waren es noch 4.009 Getötete. Im selben Jahr wurde im nationalen Verkehrssicherheitsprogramm das Ziel von 40 Prozent weniger Todesopfern im Straßenverkehr bis 2020 definiert.

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