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Sichere Mobilität durch moderne Technik?

7. Symposium des Deutschen Instituts für Qualitätsförderung

Nach Auffassung vieler Fachleute helfen moderne Fahrzeugtechnik und Antriebstechnologien, die Mobilität sicherer und komfortabler zu gestalten. Aber verspricht der technische Fortschritt mit Blick auf die Mobilität von morgen tatsächlich absolute Sicherheit? Dieser zentralen Fragestellung widmete sich das 7. Symposium des Deutschen Instituts für Qualitätsförderung (DIQ) in Frankenthal.

Der Leiter des DIQ-Symposiums, Professor Dr.-Ing. Peter König von der Hochschule Trier, betonte, wie wichtig es sei, Tendenzen zu entdecken, die vor Fehlentwicklungen warnen. „Nur so kann das Fragezeichen hinter dem Titel ‚Mehr Sicherheit durch moderne Technik?‘ durch ein Ausrufezeichen ersetzt werden“, stellte der Wissenschaftler fest.

Eine gewisse Skepsis sei angebracht, Meldungen über ernsthafte Probleme mit moderner Technik würden derzeit zunehmen. Brennende Handys oder komplett abgebrannte Batteriefabriken seien die Folge. Die Systemgrenzen elektronischer Fahrassistenzsysteme seien nicht ermittelt, der Kunde erfahre davon nichts. Schützenswerte Mobilitätsdaten würden auf den umkämpften Markt des Datenhandels geraten und zum Verkauf angeboten, der Vertrauensverlust in neue Systeme sei die Folge.

Die Referenten des DIQ-Symposiums zeigten auf, wie in allen Bereichen saubere und korrekte Systeme entwickelt werden könnten, mit denen echte Sicherheit durch moderne Technik gewährleistet sei.

Dr.-Ing. Adrian Zlocki von der Forschungsgesellschaft für Kraftfahrwesen Aachen zeigte die Möglichkeiten auf, wie das vernetzte Fahren den Weg zum unfallfreien Fahren ebnen kann. Jens Vogt von der Hochschule für Technik und Wirtschaft des Saarlandes in Saarbrücken informierte über den so wichtigen Schutz der Daten im vernetzten Fahrzeug. Über die Möglichkeiten, die Schadenhöhe bei Unfällen durch moderne Fahrassistenzsysteme zu reduzieren, berichtete Bernd Schmidt von der Celette Deutschland GmbH in Kehl. Dr. rer. nat. Dietmar Schelb vom Karlsruher Institut für Technologie (KIT), Brandschutzstelle, gab einen Einblick in die Vorkehrungen und Sicherheitsmaßnahmen der Feuerwehr im Umgang mit Bränden bei batterieelektrischen Fahrzeugen. Weitere Vorträge befassten sich mit den Herausforderungen moderner Antriebstechnologien.

Worauf kommt es also an, damit moderne Technik für ein echtes Sicherheitsplus sorgen kann? Hier einige zentrale Ergebnisse des Symposiums: Neue Technologien müssen einen messbaren Beitrag zur sicheren Mobilität der Zukunft leisten. Der Schutz der persönlichen Daten muss Priorität vor deren kommerzieller Nutzung haben.

Die Sicherheit der Systeme muss für alle Produktzyklen sichergestellt sein (Beispiel Gebrauchtwagen, bei Missbrauch, Unfall und Entsorgung). Sicherheitsrelevante Schäden und Reparaturen müssen erkennbar sein. Innovative Technologien müssen eine Revolution der Fahrzeugstrukturkonzepte mit sich bringen.

„Die Menschen müssen Vertrauen in die neue Technik haben können, damit man hinter den Satz ‚Mehr Sicherheit durch moderne Technik‘ ruhigen Gewissens ein Ausrufezeichen setzen kann“, fasste DIQ-Geschäftsführer Thomas Koch abschließend zusammen.

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Institut für Zweiradsicherheit gewinnt „OttoCar“ in Gold

ARCD gibt Tipps zum richtigen Verhalten

Mit dem Spot „Motorrad: Mit Sicherheit“ zählt das Institut für Zweiradsicherheit (ifz) zu den Preisträgern der renommierten „OttoCar Awards“, die im Rahmen der diesjährigen Internationalen Automobil-Ausstellung (IAA) in Frankfurt am Main prämiert wurden.

Dabei gelang es den Motorrad-Sicherheitsexperten in Kooperation mit dem DVR und der Agentur RIDDER WERKE, sich im namhaften Bewerberfeld zu behaupten und vor der internationalen Fach-Jury durchzusetzen. Am Ende konnte sogar der OttoCar in Gold abgeräumt werden.

Bei der Produktion handelt es sich um einen kleinen Film mit großer Wirkung. Dabei scheint die Story zunächst rein gar nichts mit Verkehrssicherheit oder gar Motorrädern zu tun zu haben, es geht nämlich um fliegende Toastbrotscheiben. Was diese aber zur sicheren Vorbereitung auf den Straßenverkehr beitragen können, zeigt der 45-sekündige Film auf witzige Weise. Auf einprägsame Art wird zum Trainieren und zur Konzentration auf das Wesentliche aufgerufen. Die Botschaft richtet sich an alle, die unterwegs sind, vor allem aber an die Fahrerinnen und Fahrer motorisierter Zweiräder.

Der Spot ist auf der facebook-Seite des ifz, auf dem ifz-YouTube-Kanal und auch hier: https://www.ifz.de/kampagne- motorrad-mit-sicherheit/ zu finden.

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Preisverleihung zum Wettbewerb „Unterwegs – aber sicher!“

VDSI und DVR zeichnen gute Ideen für betriebliche Verkehrssicherheit aus

Zum dritten Mal suchten der VDSI – Verband für Sicherheit, Gesundheit und Umweltschutz bei der Arbeit und der DVR nach innovativen Konzepten, die das Unfallrisiko auf dem Arbeitsweg, dem Schulweg oder beim innerbetrieblichen Transport und Verkehr senken. Jetzt stehen die Gewinnerinnen und Gewinner des Wettbewerbs „Unterwegs – aber sicher!“ fest.

Platz eins belegte die SAP SE, Platz zwei ging an die wuidi GmbH, Dritter wurde das Unternehmen LSG Sky Chefs. Alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer hatten außerdem die Chance, eines von zehn Fahrsicherheitstrainings zu gewinnen. Die Preisverleihung fand im Rahmen der A+A in Düsseldorf statt. Die drei Gewinnerteams konnten sich über Preisgelder von insgesamt 6.000 Euro freuen. Eine Jury, bestehend aus Fachleuten des VDSI und des DVR sowie aus Industrie und Medien, hatte sie unter allen Einreichungen ausgewählt. Entscheidende Kriterien waren neben der Schutzwirkung auch Nachhaltigkeit, Effizienz und Kreativität der Projekte.

Beide Verbände zogen eine positive Bilanz: „Die Fachjury war der Meinung, dass die drei ausgewählten Gewinnerprojekte die Vorgaben des Wettbewerbs ganz besonders gut erfüllen – und das, obwohl sie so unterschiedlich sind. ,Unterwegs – aber sicher!‘ zeigt also einmal mehr, wie vielfältig Maßnahmen zur betrieblichen Verkehrssicherheit sein können“, sagte der VDSI-Vorstandsvorsitzende Professor Rainer von Kiparski.

„Unser gemeinsamer Wettbewerb hat ein ambitioniertes Ziel und zwar die Strategie der Vision Zero weiter in der Fachöffentlichkeit zu verankern. Die Verkehrssicherheit ist hierbei ein überaus bedeutender Baustein“, meinte Kay Schulte, Referatsleiter Unfallprävention – Wege und Dienstwege beim DVR.

Die Gewinnerinnen und Gewinner 2017

Erster Platz: „Bike to work month“, SAP SE, Walldorf

2016 gab es bei SAP in Deutschland erstmals mehr meldepflichtige Fahrradunfälle als Autounfälle. Daher setzte das Team Occupational Safety Germany zahlreiche Aktionen zum Thema „Sicher Fahrrad fahren“ um. Das seit fünf Jahren stattfindende, globale Projekt der SAP „Bike to work“ wurde 2016 als Anlass genutzt, einen besonderen Fokus auf die Verkehrssicherheit als wichtigen Beitrag zur Gesundheit und Nachhaltigkeit bei dem größten europäischen Softwarehersteller zu legen. Ziel ist es, Fahrradunfälle bei SAP zu vermeiden. Hierbei geht es um eine nachhaltige Verbesserung der Infrastruktur inner- und außerhalb des Firmengeländes sowie um eine gezielte Schulung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Zu den Maßnahmen gehören unter anderem Fahrradsicherheitstrainings, der Einsatz von Tourguides, die den Beschäftigten sichere Arbeitswege aufzeigen sowie kostenlose Fahrrad-Check-ups.

Zweiter Platz: „wuidi – Gemeinsam Wildunfälle vermeiden“, wuidi GmbH, Leiblfing

Alle zwei Minuten verursacht ein Wildtier auf Deutschlands Straßen einen Unfall. Der jährliche Versicherungsschaden von Wildunfällen beläuft sich dabei auf über 650 Millionen Euro. Um die Unfallzahl zu senken, riefen die drei Gründer Alfons Weinzierl, Alexander Böckl und Jozo Lagetar den digitalen Wildwarner „wuidi“ ins Leben. Das Gerät warnt Autofahrerinnen und Autofahrer bei der Fahrt durch Gefahrengebiete mit erhöhtem Wildwechsel, erstmals orts- und zeitabhängig. Die Warnung erfolgt entweder über eine App oder mittels Bluetooth-Kopplung direkt über das Automobil. Dank eines Hintergrundmodus ist keine Bedienung während der Fahrt notwendig und wuidi kann problemlos im Straßenverkehr eingesetzt werden. Kommt es dennoch zu einem Wildunfall, hilft die App bei der effizienten Abwicklung. Der Präventionsansatz setzt beim Menschen an, nicht beim Wildtier.

Dritter Platz: „Konzeptänderung Catering-Hubwagen“, LSG Sky Chefs, Frankfurt/Main

LSG Sky Chefs ist das Catering-Tochterunternehmen der Deutschen Lufthansa AG. Mit einem Marktanteil von weltweit 20 Prozent ist sie der zweitgrößte Anbieter von Bordverpflegung. Zum Transport in die Flugzeuge werden spezielle Hubwagen genutzt. Der Hubwagenfahrer muss beim Beladen häufig zwischen der Arbeitsplattform und dem Fahrerhaus wechseln. Dieser Prozess stellt die häufigste Unfallursache bei dieser Mitarbeitergruppe dar. Bei der Konstruktion und Beschaffung neuer Fahrzeuge war der Aspekt des Ein- und Aussteigens wesentlich bei der Auswahl des Chassis. Für den Wechsel zwischen Fahren und Beladen ist nun keine Treppe oder Leiter mehr notwendig; es ist lediglich ein Plattformwechsel vorgesehen. Der Ein- und Ausstieg wird über eine deutlich breitere Treppe mit größerer Auftrittsfläche realisiert. Pro Jahr können durch diese Modifizierung bis zu 18 Unfälle vermieden werden.

Mehr Informationen zum Wettbewerb unter www.vdsi-unterwegs-aber-sicher.de

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Ehrung für mutiges und beherztes Handeln

„Kavaliere der Straße“ in Weiden ausgezeichnet

Von Gernot Sittner

Gute Nachrichten – schlechte Nachrichten: Dieser Kontrast prägt alljährlich den Festakt der Arbeitsgemeinschaft „Kavalier der Straße“, die dem DVR als Mitglied verbunden ist.

Die schlechte Nachricht heuer: insgesamt 2,6 Millionen Straßenverkehrsunfälle, trauriger Höchststand seit Beginn der Zeitreihen 1950, 3.206 Verkehrstote, 396.666 bei Unfällen Verletzte, davon 67.426 Schwerverletzte. Täglich neun Verkehrstote auf unseren Straßen.

DVR-Geschäftsführerin Ute Hammer nannte in ihrem Grußwort zur Jahrestagung der Arbeitsgemeinschaft in Weiden in der Oberpfalz diese Zahlen „inakzeptabel“. Und sie beklagte: „Es vergeht kaum eine Woche, in der das Verhalten mancher Mitbürgerinnen und Mitbürger im Straßenverkehr einen nicht fassungslos macht … Gaffer behindern den Verkehr, stören die Rettungskräfte und blockieren Rettungswege. Und das Widerliche ist, wie sie die Persönlichkeitsrechte der Opfer verletzen.“ Der DVR habe es deshalb sehr begrüßt, dass künftig höhere Bußgelder und Fahrverbote drohen, wenn Rettungskräfte bei ihrer Arbeit behindert werden.

Die gute Nachricht: Die Arbeitsgemeinschaft, der einige Dutzend deutsche Tageszeitungen angehören, konnte auch heuer wieder Verkehrsteilnehmerinnen und Verkehrsteilnehmer als „Kavaliere der Straße“ auszeichnen, die sich in kritischen Situationen vorbildlich verhalten haben – Männer und Frauen, die, wie Ute Hammer sagte, „uneigennützig, mutig und beherzt gehandelt haben, ohne dabei das Risiko für sich selbst zu scheuen – und die noch dazu geistesgegenwärtig zu reagieren wussten“.

Ein Beispiel, eine gute Nachricht: Es ist ein kalter Winterabend im Januar dieses Jahres. Eine 79-jährige Autofahrerin kommt mit ihrem Auto auf schneebedeckter Straße ins Schleudern, kann nicht mehr gegensteuern. Der Wagen kommt von der Fahrbahn ab und kippt in den neben der Straße verlaufenden Bach auf das Dach. Die Fahrerin hängt im Sicherheitsgurt und kann sich nicht alleine befreien. Es dringt immer mehr Wasser ins Innere des Autos. Das Gesicht der Frau gerät bereits unter Wasser, als ihr ein Autofahrer, der den Unfall beobachtet hat, zu Hilfe eilt. Er kann den Sicherheitsgurt durchschneiden, die Frau in letzter Minute aus dem Pkw ziehen und in Sicherheit bringen.

Einer von einem guten Dutzend „Kavalieren der Straße“, die für ihren couragierten Einsatz in Weiden Urkunde, Plakette, Anstecknadel entgegennahmen – und dazu den starken Beifall der Versammelten.

Der Autor ist Geschäftsführer der Arbeitsgemeinschaft Deutscher Tageszeitungen „Kavalier der Straße“ im DVR e.V.

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BADS setzt virtuelle Rauschbrille ein
 

Der Bund gegen Alkohol und Drogen im Straßenverkehr (BADS) geht neue Wege in der Prävention und setzt moderne Technik ein. Für bereits auf dem Markt befindliche sogenannte Augmented-Reality-Brillen wurde jetzt eine virtuelle Rauschbrille als App (Android und iOS) entwickelt.

Mit der App kann der Alkoholgehalt im Blut zwischen 0 und 1,3 Promille simuliert werden. Dabei lassen sich die optischen Effekte wie Unschärfe, Doppelbilder und Tunnelblick je nach eingestelltem Blutalkoholwert unterschiedlich stark in die Wahrnehmung integrieren.

Wie funktioniert das? Die App wird gestartet und anschließend das Smartphone in die Brille eingelegt. Die Kamera des Smartphones nimmt ein Bild auf und überträgt es auf die Linsen der Brille. Das wirkt, als würde man auf einen Bildschirm schauen, der direkt vor den Augen liegt. Es gibt vier Einstellungen (0,0; 0,5; 0,8 und 1,3 Promille) und entsprechend wird das Bild verzerrt. Zum Umstellen der Werte muss die Brille nicht einmal abgesetzt werden, dies geschieht mittels Kopfbewegung und veränderter Blickrichtung.

App und Rauschbrille werden von den jungen Menschen sehr positiv bewertet: „krasser Effekt“ oder „echter als die analogen Rauschbrillen“ heißt es oft.

Die App macht es möglich, junge Menschen zeitgemäß, auf dem aktuellen Stand der Technik, und ohne erhobenen Zeigefinger auf die Gefahren des Alkoholkonsums im Straßenverkehr hinzuweisen und mit ihnen ins Gespräch zu kommen.

Die App kann hier kostenlos heruntergeladen werden:
https://play.google.com/store/apps/details?id=de.nextreality.rauschbrille
https://itunes.apple.com/de/app/bads-rauschbrille/id1246667863?mt=8

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