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Wissenschaft

 

Kreislaufversagen im Straßenverkehr: Unterschätzte Gefahr

Deutsche Gesellschaft für Kardiologie fordert verbesserte Fahreignungsprüfung

Ein Autofahrer verliert kurz vor einem frequentierten Fußgängerübergang das Bewusstsein, oder dem Lenker eines vollbesetzten Busses bei 100 km/h schwinden auf der Autobahn die Sinne. Alptraumszenarien, die zum Glück nur vergleichsweise selten vorkommen. Studien zufolge ist eine plötzliche krankheitsbedingte Fahrunfähigkeit für 0,15 bis 3,4 Prozent aller Unfälle verantwortlich. Wenn aber ein krankheitsbedingter Unfall verursacht wird, sind die Folgen oft fatal. Die Deutsche Gesellschaft für Kardiologie – Herz und Kreislaufforschung e.V. (DGK) setzt sich deshalb dafür ein, die gesetzlichen Bestimmungen zur Überprüfung der Fahreignung bei Herzkrankheiten zu verbessern.

In 38 Prozent der Fälle sind Epilepsien die Auslöser für Unfälle, bei 18 Prozent ist eine Unterzuckerung (Hypoglykämie) bei Diabetikern der Grund. Herzerkrankungen rangieren mit acht Prozent deutlich dahinter. Das individuelle jährliche Risiko, aufgrund einer kreislaufbedingten Ohnmacht einen schweren Verkehrsunfall zu verursachen, liegt gar nur bei 1:1.500 oder 0,0006 Prozent. „Dieser vergleichsweise geringen Häufigkeit stehen aber die potenziell fatalen Folgen – auch für Unbeteiligte – gegenüber“, erklärt Professor Christian Meyer, leitender Oberarzt und stellvertretender Klinikdirektor am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf. „Insbesondere gilt das natürlich für Berufsfahrer wie Bus-Chauffeure oder Taxifahrer“.

Ärzte sind gesetzlich verpflichtet, ihre Patienten aufzuklären, ob und wie lange nach ihrer Erkrankung sie nicht geeignet sind, ein Fahrzeug zu führen. „Bei der Beurteilung der Fahreignung ist prinzipiell ein Kompromiss zwischen dem Wunsch nach Mobilität und dem Schutz der Allgemeinheit und des Fahrers herzustellen“, so Professor Meyer. „Die Grundlagen, auf die wir uns dabei berufen können, wurden kürzlich erfreulicherweise aktualisiert. Allerdings sind weiterhin relevante Aspekte nur unzureichend geklärt.“

So sei etwa die Fahreignung bei kardiovaskulären Erkrankungen (betreffen das Herz und das Gefäßsystem) in der Fahrerlaubnisverordnung (FeV) lange Zeit nur kursorisch behandelt worden. Die relevanten Begutachtungsleitlinien wurden 2016 aktualisiert und an den Stand des medizinischen Wissens angepasst. Allerdings ließen etliche Aussagen in der Verordnung und Leitlinien noch relevante Aspekte offen.

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BASt: Helmtragequote bei Kindern konstant hoch
 

Rund drei Viertel der sechs- bis zehnjährigen Kinder tragen beim Radfahren einen Helm. Dies zeigen Zahlen aus Beobachtungen der Bundesanstalt für Straßenwesen (BASt) für das Jahr 2016. In der Gruppe der Elf- bis 16-Jährigen stieg die Helmquote von 29 auf 34 Prozent. Über alle Altersgruppen hinweg sank die Tragequote allerdings von 18 auf 17 Prozent.

Unter den Mitfahrenden motorisierter Zweiräder lag die Helmtragequote bei 100 Prozent, unter den Fahrerinnen und Fahrern bei 99 Prozent. 17 Prozent aller Motorradfahrenden hatten komplette Schutzkleidung angelegt – 2015 betrug diese Quote noch 26 Prozent.

Den Sicherheitsgurt legten im Pkw wie im Vorjahr 98 Prozent aller Insassen an. Somit bleibt auch hier der bestehende Höchststand aktuell. Auch im Güterkraftverkehr blieb die Quote konstant bei 88 Prozent.

Die konstante Sicherungsquote für Kinder im Pkw liegt bei 99 Prozent im Querschnitt aller Straßenarten. Allerdings sank die Nutzung von Kinderrückhaltesystemen bei Kindern ab sechs Jahren auf Landstraßen von 83 auf 81 Prozent und auf Innerortsstraßen von 81 auf 73 Prozent. Somit fuhren nicht alle Kinder altersgerecht gesichert mit: Auf Landstraßen wurden 18 Prozent und auf Innerortsstraßen 23 Prozent der Kinder ab sechs Jahren mit Erwachsenengurten gesichert.

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