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Wissenschaft

 

Helmtragequote bei älteren Menschen zu niedrig
 

Im Jahr 2015 verunglückten 13.685 Radfahrende über 65 Jahre im Straßenverkehr, 198 davon verstarben und 3.813 wurden schwer verletzt. Personen dieses Alters stellen 52 Prozent aller getöteten Fahrradfahrerinnen und Fahrradfahrer (383). Kopfverletzungen sind bei getöteten Radfahrenden die häufigste Todesursache. Eine Studie der medizinischen Hochschule Hannover zeigt auf, dass ab einem Alter von etwa 50 Jahren ein Radhelm zur Reduktion der Kopfverletzungsschwere besonders effektiv ist. Mit zunehmendem Alter nämlich steigt die Verletzlichkeit des Körpers und sinkt die Fähigkeit zur schnellen Regeneration nach Verletzungen. Bei vergleichbaren Anprallbelastungen sind für ältere Radfahrende schwerere Schädel-Hirn-Traumata oder schwerere Verletzungsfolgen zu erwarten als bei jüngeren. Darüber hinaus können regelmäßig eingenommene Medikamente wie Blutverdünner die Situation nach Hirnblutungen verschärfen.

Radfahren hat sich in den letzten Jahren auch bei den Menschen der Generation 65+ zu einer zunehmend beliebten Mobilitätsart entwickelt. Radfahren bietet nicht nur die Möglichkeit, kurze und längere Wege zurückzulegen, sondern wird auch gern als Mittel zur Erhaltung der persönlichen Fitness genutzt. Pedelecs werden von der Altersgruppe 65 und älter überdurchschnittlich häufig gefahren, weil sie gesunde Körperbewegung ohne Überanstrengung erlauben und damit auch in topografisch anspruchsvollerem Gelände einsetzbar sind.

Der DVR empfiehlt angesichts der Erkenntnisse der Unfallforschung und aktueller Unfallstatistiken das Tragen eines Fahrradhelms. Dabei sollte im Rahmen von Kampagnen, Programmen und der Öffentlichkeitsarbeit die Nutzung eines Fahrradhelms gerade für Rad fahrende ältere Personen besonders eindringlich und schwerpunktmäßig kommuniziert werden. Die aktuelle Tragequote der Radfahrenden ab 61 Jahren ist mit 18 Prozent eindeutig zu gering und sollte mittelfristig (bis 2020) auf mindestens 30 Prozent steigen.

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Volle Konzentration am Steuer?
 

Fahranfänger und ältere Menschen scheinen besonders anfällig zu sein für Ablenkungen beim Autofahren. Welche Reize in welchem Alter am stärksten ablenken, untersucht das Leibniz-Institut für Arbeitsforschung an der TU Dortmund. Der Anteil von jungen und alten Autofahrerinnen und Autofahrern wird in Zukunft weiter steigen. Deshalb wird Wissen über die Ursachen, Konsequenzen und Mechanismen erhöhter Ablenkbarkeit in den einzelnen Altersgruppen benötigt, um Empfehlungen für verkehrsgestalterischen Maßnahmen und Trainings für die jeweiligen Altersgruppen geben zu können. In einer von der Deutschen Forschungsgemeinschaft geförderten Querschnittsstudie mit Probanden in vier Altersklassen sollen durch Analyse von Verhaltensdaten und mit Hilfe neurophysiologischer Methoden wichtige Erkenntnisse über altersbedingte Ablenkungsmechanismen gewonnen werden. Die Studie gliedert sich in drei Untersuchungen, von denen die erste aktuell läuft: Die Probanden steuern unter verschiedenen Ablenkbedingungen im Fahrsimulator ein virtuelles Auto, sie müssen die Spur halten und in kritischen Situationen bremsen oder andere Aufgaben ausführen, ohne sich dabei ablenken zu lassen.

In einem zweiten und dritten Teil der Studie, die erst 2017 stattfinden werden, wird die Hirnaktivität der Probanden im Fahrsimulator gemessen und anschließend ausgewertet.

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