Menu Suche
 

Editorial

 

Der Radverkehr muss sicherer werden
 

Im Jahr 2016 kamen 3.214 Menschen bei Unfällen auf deutschen Straßen ums Leben. Nach vorläufigen Ergebnissen des Statistischen Bundesamtes ging die Zahl der tödlich Verunglückten gegen- über 2015 um 7,1 Prozent zurück. Die Zahl der Verletzten stieg um 0,8 Prozent auf rund 396.700.

Die Polizei registrierte insgesamt rund 2,6 Millionen Verkehrsunfälle. Gegenüber 2015 eine Zunahme von 2,8 Prozent. Während die Zahl der reinen Sachschadensunfälle um 3,1 Prozent auf etwa 2,3 Millionen stieg, erhöhte sich die Summe der Unfälle, bei denen Personen zu Schaden kamen, um 0,8 Prozent auf 308.200.

Eine negative Bilanz weist der Radverkehr auf. Es sind 15 Menschen mehr auf dem Sattel ums Leben gekommen als im Vorjahr. Klar, man muss in Relation setzen, dass die Zahl der Radfahren- den stetig zunimmt – sei es auf dem Weg zur Arbeit oder aus Spaß an der Bewegung an der frischen Luft; Rad fahren hält gesund und schont die Umwelt. Speziell bei der älteren Generation liegen E-Bikes im Trend. Durch die Unterstützung des Elektromotors können auch größere Entfernungen zurückgelegt werden, steile Anstiege verlieren ihren Schrecken, der Transport von Einkäufen lässt sich leichter bewältigen. Nicht nur für ältere Radfahrende ist der elektrische Rückenwind angenehm.

Einsteiger sind sich des Risikos einer erhöhten Verletzungsschwere aufgrund höherer Geschwindigkeiten allerdings oft nicht bewusst. Es kommt darauf an, sich gut vorzubereiten, auf keinen Fall sollte man einfach aufsteigen und losfahren. Die örtlichen Verkehrswachten und der ADFC bieten zum Beispiel spezielle Rad- beziehungsweise Pedelec-Kurse an. Hier kann das Bremsen, Schalten, Anfahren und Kurvenfahren geübt werden, bevor es in den Realverkehr geht.

Radfahrende können selbst etwas tun, um sicherer unterwegs zu sein: einen Fahrradhelm tragen, sich gut sichtbar machen und regelkonform verhalten. Darüber hinaus kommt es auf ein partnerschaftliches und rücksichtsvolles Miteinander im Straßenverkehr an. Dann kann es hoffentlich gelingen, die Zahl der Opfer im Jubiläumsjahr „200 Jahre Fahrrad“ wieder zu reduzieren.

Ich wünsche Ihnen viel Vergnügen bei der Lektüre,
herzlichst, Ihr

Sven Rademacher, Chefredakteur
srademacher@dvr.de

nach oben