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Müdigkeit am Steuer ist gefährlich

Kampagne „Vorsicht Sekundenschlaf“ klärt über mögliche Ursachen auf

Von Anna-Sophie Börries

Müdigkeit am Steuer kann jeden treffen. Daher klärt der DVR mit Unterstützung des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI), der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV) sowie weiterer Partner im Rahmen der Kampagne „Vorsicht Sekundenschlaf“ Autofahrer und Autofahrerinnen über die Gefahr von Müdigkeit am Steuer auf und zeigt präventive und akute Gegenmaßnahmen auf.

Risiko Schlafmangel

Das Risiko für Müdigkeit am Steuer kann durch unterschiedliche Faktoren – wie vor allem durch Schlafmangel – erhöht werden. Jeder kennt es, einmal nicht gut schlafen zu können. Dies ist bereits ungünstig für das sichere Führen eines Fahrzeugs. Viele Menschen können jedoch über einen längeren Zeitraum nicht optimal schlafen, weil sie abends entweder nicht gut einschlafen oder nachts nicht durchschlafen können. Die Gründe sind vielfältig, große Sorgen können ebenso wach halten wie kleine Kinder. Andere Menschen leiden unter Schlafkrankheiten wie etwa der Schlafapnoe, dem nächtlichen Schnarchen mit zusätzlichen Atemstillständen, oder aber dem Restless-Legs-Syndrom, dem Syndrom der unruhigen Beine. Ein durch solche Schlafstörungen und Schlafkrankheiten bedingter regelmäßiger Schlafmangel kann zu einem erhöhten Risiko für Stoffwechsel- und Herzkreislauferkrankungen, zu psychischen Störungen und zu einem Abfall der Leistungs- und Konzentrationsfähigkeit führen. Letzteres ist besonders beim Autofahren gefährlich, da die aktuelle Geschwindigkeit sowie zurückgelegte und bevorstehende Strecken falsch eingeschätzt werden können.

Jede Stunde mehr mit Schlafmangel erhöht laut der US-amerikanischen „AAA Foundation for Traffic Safety“ das Risiko für einen Verkehrsunfall: Im Vergleich zu einer Schlafdauer von sieben Stunden oder mehr ist nach nur vier bis fünf Stunden Schlaf die Wahrscheinlichkeit 4,3-mal höher, nach weniger als vier Stunden Schlaf ist das Risiko sogar 11,5-mal erhöht. Autofahrer und Autofahrerinnen sollten daher Schlafstörungen ernst nehmen und sich im Bedarfsfall medizinisch untersuchen lassen.

Gefahr durch Medikamente

Die Wahrscheinlichkeit für Müdigkeit am Steuer kann auch durch die Einnahme von Medikamenten erhöht werden. Viele Menschen müssen besonders im Frühjahr mit Beginn der Pollenflugzeit sogenannte Antihistaminika gegen ihre Allergie einnehmen. Antihistaminika, aber auch Psychopharmaka und einige Schmerzmittel können müde machen, die kognitive Leistungsfähigkeit einschränken und damit die Fahrtüchtigkeit beeinträchtigen.

Dies trifft nach Angaben der Hersteller auf 15 bis 20 Prozent aller zugelassenen Medikamente zu. Autofahrer und Autofahrerinnen sollten daher bei verschreibungspflichtigen, aber auch bei frei verkäuflichen Arzneimitteln mögliche Einflüsse auf ihre Fahrtüchtigkeit abklären. Dies ist insbesondere vor der ersten Anwendung, bei einer Dosissteigerung, bei einer Umstellung oder beim Absetzen von Medikamenten wichtig. Zudem sollten Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln berücksichtigt werden, da sie mögliche Nebenwirkungen, wie etwa eine verminderte Konzentration und vermehrte Schläfrigkeit, noch verstärken können.

Weitere Informationen unter
www.dvr.de/vorsicht-sekundenschlaf.

Die Autorin ist Referentin im Bereich Öffentlichkeitsarbeit Initiativen/Veranstaltungen beim DVR.
asboerries@dvr.de

Was tun bei Müdigkeit während der Fahrt?

Wer während der Autofahrt müde wird, sollte einen Parkplatz ansteuern, zehn bis 20 Minuten schlafen oder sich an der frischen Luft bewegen. Vor dem Kurzschlaf kann ein Kaffee getrunken werden. Das darin enthaltene Koffein wirkt erst nach 30 Minuten, hindert daher nicht beim Einschlafen, erleichtert aber das Wachwerden und verstärkt so den Erfrischungseffekt. Dies gilt allerdings nur in Kombination mit dem Kurzschlaf, denn Kaffee allein ersetzt den Kurzschlaf nicht.

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„German Road Safety“ mit Verkehrssicherheitspreis ausgezeichnet


Mit der Initiative „German Road Safety“ setzt sich der DVR, unterstützt durch die Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung (DGUV), für die sichere Teilhabe von Geflüchteten am Straßenverkehr ein. Nun wurde das Projekt mit dem „Mobility& Safety Award“ von HUK-Coburg und auto motor und sport geehrt. Zentrales Element der Kampagne ist eine mehrsprachige Smartphone-App für iOS und Android, die in einfachen Texten auf Deutsch, Englisch und Arabisch sowie mit Bildern die wichtigsten Verkehrszeichen und elementare Regeln im Straßenverkehr vermittelt. Eine Internetseite sowie Broschüren und Arbeitsmaterial in verschiedenen Sprachen runden das Angebot ab. Der Verkehrssicherheitspreis wurde im Rahmen des auto motor und sport-Kongresses 2017 verliehen.

DVR-Präsident Dr. Walter Eichendorf bekräftigte die Zielsetzung des Projektes: „Die Auszeichnung ist für uns eine große Ehre und eine ganz besondere Freude. Bundesweit engagieren sich viele ehrenamtlich Aktive in der Mobilitätsunterstützung für Geflüchtete. Der Preis rückt damit auch dieses großartige Engagement in den Blickpunkt.“

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