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„Europäischer Sicherheitspreis Nutzfahrzeuge“ für Christian Wiehen
 

Dr.-Ing. Christian Wiehen wurde für sein Lebenswerk mit dem „Europäischen Sicherheitspreis Nutzfahrzeuge“ geehrt. Der Preis wurde im Rahmen des Jahreskongresses 2016 der Europäischen Vereinigung für Unfallforschung und Unfallanalyse (EVU) am 20. Oktober in Bratislava vergeben.

„Dr. Christian Wiehen erhält die Ehrung für seine exzellenten Ingenieurleistungen auf dem Gebiet der Fahrerassistenzsysteme für Nutzfahrzeuge und Nutzfahrzeugkombinationen, die vor allem in den letzten Jahren zu einer signifikanten Steigerung der aktiven Sicherheit im Straßenverkehr beigetragen haben“, sagte Prof. Dr. Egon-Christian von Glasner, Präsident der EVU, in seiner Laudatio.

Der Preis wurde in diesem Jahr zum 27. Mal von der EVU, dem DVR und DEKRA für herausragende technische Innovationen oder für ein herausragendes Lebenswerk an Personen vergeben, die sich in besonderer Weise um die Sicherheit des Nutzfahrzeuges verdient gemacht haben.

Christian Wiehen wurde 1954 in Hamburg geboren. Er schloss 1981 ein Maschinenbaustudium an der TU Hannover ab und promovierte dort 1985 zum Dr.-Ing.

Er begann seine Karriere bei WABCO Westinghouse Fahrzeugbremsen in Hannover als Leiter der Entwicklung von hydraulischen Bremssystemen. 1991 übernahm er die Entwicklungsleitung von elektronischen Brems- und Regelungssystemen und wurde 1997 General Manager der Firma WABCO Perrot Bremsen in Mannheim. Er trieb dort die Entwicklung von Scheibenbremsen für schwere Nutzfahrzeuge voran. 1999 wurde Christian Wiehen zum Leiter der Produktentwicklung der WABCO Fahrzeugregelsysteme in Hannover ernannt und trug wesentlich zur Entwicklung von Fahrzeugstabilitätssystemen (EVSC) in Zug- und Anhängefahrzeugen bei.

2002 folgte die Ernennung zum Vice President Product Marketing and Development der WABCO Vehicle Control Systems in Brüssel. Hier war er für die Entwicklung und die systematische Markteinführung des Abstandsregeltempomats (ACC) und des Reifendrucküberwachungssystems (TPMS) zuständig.

Im Jahr 2008 wurde Christian Wiehen Chief Technology Officer der WABCO Holdings Inc. und Geschäftsführer der WABCO Holding GmbH in Hannover. Seit dieser Zeit ist er – neben seiner Verantwortlichkeit für die Gesamtentwicklung von fahrdynamischen Systemen – maßgeblich an der Entwicklung und weiteren Optimierung von Notbremsassistenzsystemen (AEBS) für Nutzfahrzeuge und Busse beteiligt.

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Abbiegeunfälle vermeiden

BG Verkehr: Branchenkonferenz für den Güterkraftverkehr

„Kind von Lkw erfasst und tödlich verletzt“ – es sind Schlagzeilen wie diese, die bei allen Beteiligten schwere Betroffenheit auslösen, besonders bei den Familienangehörigen. Oft bekommen auch die Fahrer oder Fahrerinnen den Unfall nicht mehr aus dem Kopf und sind im Extremfall so traumatisiert, dass sie ihren Beruf aufgeben müssen.

Die BG Verkehr hat deshalb in den letzten Jahren vieles getan, damit solche Meldungen der Vergangenheit angehören. Auf einer Branchenkonferenz für den Güterkraftverkehr am 9. November in Hamburg diskutierte die BG Verkehr mit mehr als 100 Fachleuten Lösungen zur Verhinderung von Abbiegeunfällen. Deutlich wurde, dass Unternehmer, Hersteller und die Politik auf einem guten Weg sind, bei der Suche nach Lösungen aber nicht nachgelassen werden darf.

„Die Verhinderung von Abbiegeunfällen, vorrangig durch technische Maßnahmen, bleibt das Ziel“, machte Klaus Peter Röskes, der Vorsitzende des Vorstandes der BG Verkehr, bei der Eröffnung deutlich. Aber auch alle anderen Möglichkeiten, solche Unfälle zu verhindern, müssten in die Präventionsarbeit einbezogen werden. „Dabei steht bei uns stets der Fahrer im Mittelpunkt“.

Neben Gewerbevertretern aus der Praxis kamen Sprecher von MAN Truck und Bus und der Daimler AG Truck-Product-Engineering, ein Vertreter des Landes Berlin, des Allgemeinen Deutschen Fahrrad Clubs (ADFC), des Berufsbildungszentrums Straßenverkehr (BBZ) Nordhausen sowie des Instituts für Arbeitssicherheit der DGUV (IFA) und der BG Verkehr zu Wort.

Wichtig für die Vermeidung von Abbiegeunfällen sei zum Beispiel die gute Sicht. Korrekt eingestellte Spiegel seien dafür eine wesentliche Voraussetzung. Hier hat die BG Verkehr angesetzt und Material für die Unterstützung der Fahrer und Fahrerinnen erstellt. Im Mittelpunkt stehen Spiegeleinstellplanen sowie die Anleitung für einen Spiegeleinstellplatz, so kann das Einstellen auf dem Betriebshof erfolgen.

Ferner wurde über eine Studie berichtet, die die BG Verkehr zum Thema Kamera-Monitor-Systeme (KMS) in Auftrag gegeben hat. Sie kommt zu dem Ergebnis, dass KMS eine wirkungsvolle Präventionsmaßnahme sind und helfen können, Abbiegeunfälle zu vermeiden. Es wurde deutlich, dass die technische Entwicklung bereits weit fortgeschritten ist und der Einsatz von KMS und Abbiegeassistenten in der Praxis bevorsteht. Aktuell sind die Systeme darauf ausgelegt, die Verkehrssituation für den Fahrer optimiert darzustellen und den Fahrer oder die Fahrerin zu warnen. Durch das aktive Eingreifen der Systeme könnten im Ernstfall wichtige Sekunden gewonnen und dadurch Unfälle verhindert werden. Dieser Eingriff in die Steuerung ist jedoch noch in der Entwicklung.

Bis dahin müssen weitere Optionen genutzt werden. Gezeigt wurden Möglichkeiten zur Optimierung der Straßeninfrastruktur, bei denen Fahrradspuren besser getrennt und Ampelschaltungen optimiert werden. Als wichtiger Faktor wurde auch die Sensibilisierung sowohl der Lkw-Fahrenden als auch der Radfahrenden sowie Fußgängerinnen und Fußgänger genannt. So können Besuche in Schulen schon die Kleinsten erreichen.

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Fahrradabstellanlagen sorgen für mehr Sicherheit im Verkehr

VCD-Projekt „Mehr Platz fürs Rad!“

Rund 80 Prozent aller Haushalte in Deutschland verfügen über mindestens ein Fahrrad und der Radverkehrsanteil steigt weiter, gerade in Ballungsgebieten. Und die Radmodelle werden vielfältiger. Mittlerweile sind neben dem klassischen Fahrrad auch Elektroräder, Lastenräder, Dreiräder oder Fahrräder mit Anhängern zum Kindertransport unterwegs. Der zunehmende Radverkehr benötigt eine angemessene und sichere Infrastruktur.

Nach Ansicht des ökologischen Verkehrsclubs Deutschland (VCD) sollte besonders der ruhende Radverkehr beachtet werden. Gute und ausreichende Fahrradabstellanlagen seien nicht nur wichtig, um den bestehenden „Fahrrad-Parkdruck“ zu lösen, sondern auch zur Erhöhung der Verkehrssicherheit. „Der Radverkehr wird heute oft ausgebremst durch eine desolate Abstellsituation, die Radfahrende vorfinden, wenn sie ihre Zwei- und Dreiräder am Bahnhof und an Haltestellen, in Geschäftsstraßen oder vor öffentlichen Einrichtungen abstellen wollen“, sagt Sabine Stanelle, Projektleiterin des VCD-Projekts „Mehr Platz fürs Rad!“. Geeignete Fahrradabstellanlagen würden oft nicht in ausreichender Zahl angeboten. „Fahrräder werden an Straßenlaternen, Bänken, Bäumen oder Zäunen angeschlossen, um Diebstahl zu verhindern“, beschreibt Stanelle die gängige Praxis. Dabei könne es nicht nur zu Schäden am zweckentfremdeten Stadtmobiliar kommen, „auch Fußgängerwege werden durch das ungeordnete Abstellen blockiert und das Vorwärtskommen für Fußgänger wird zum Hindernislauf“.

Mit einem Lastenrad gelinge es noch seltener, in den knapp bemessenen Seitenbereichen der Fußverkehrsfläche einen passenden Platz zu finden. Fußgängerinnen und Fußgänger mit und ohne Kinderwagen, mobilitätseingeschränkte und sehbehinderte Menschen seien meist die Leidtragenden dieser unbefriedigenden Abstellsituation für Fahrräder. „Und den Ärger bekommen die Falschen ab“, stellt Fahrradexpertin Stanelle klar. Neben fehlenden Abstellanlagen komme dann noch das unzulässige Parken von Autos im Kreuzungsbereich hinzu. Dies beeinträchtige die Sicherheit von Fußgängern und Fußgängerinnen sowie Radfahrenden gleichermaßen. „Personen, die die Straße überqueren wollen, werden von herannahenden Fahrzeugen zu spät gesehen. Radler haben keine Sicht auf den einbiegenden Verkehr von rechts und werden viel zu spät von einbiegenden Autofahrenden wahrgenommen“, beschreibt sie drohende Gefahren.

Kostengünstige Lösungen

Durch Radabstellanlagen lasse sich die Sicherheit erhöhen: Städte und Kommunen könnten schnelle und kostengünstige Abhilfe leisten: Durch eine einfache Anordnung der Straßenverkehrsbehörde ließen sich einige wenige Autoparkplätze in Fahrradabstellanlagen für viele Räder umwandeln. „Auf die Fläche eines Autoparkplatzes passen fünf Fahrradbügel, die Platz für zehn konventionelle Fahrräder bieten. Und wenn aus fünf Autoparkplätzen 50 Radabstellanlagen werden, entlastet das auf einen Schlag die Raumnot“, entgegnet Stanelle aller aufkommenden Kritik. Alternativ könnten vier Lastenradabstellplätze auf einem Autoparkplatz entstehen. Spezielle Abstellbügel für Lastenräder könnten ebenfalls eingebaut werden. An Kreuzungen und Fußgängerüberwegen könnten weitere Fahrradbügel eingerichtet werden. Die Bügel hätten laut VCD einen weiteren Vorteil: Das ordnungswidrige Parken und Halten von Pkw würde zugunsten besserer Sichtbeziehungen für alle verhindert.

Das Thema Fahrradparken werde bei der Radverkehrsförderung in Deutschland leider immer noch unterschätzt. Wie wichtig den Menschen gute Abstellplätze für ihre Räder sind, belege die repräsentative Umfrage „Fahrrad-Monitor Deutschland 2015“ im Auftrag des Deutschen Bundestages. Auf die Frage „In welchen Bereichen könnte die Politik Ihrer Meinung nach mehr für den Radverkehr tun?“, nannten 47 Prozent der Befragten sichere Abstellanlagen schaffen, und 31 Prozent „mehr Abstellanlagen bauen“.

Wie so ein Konzept umgesetzt werden kann, zeigt beispielhaft die Stadt Frankfurt am Main, die 100 Kreuzungen mit Fahrradbügeln ausgestattet hat.

Das VCD-Projekt „Mehr Platz fürs Rad!“ hat weitere erprobte Beispiele zur Vergrößerung und Umwidmung von Abstellanlagen aus vielen Städten in Deutschland gesammelt und stellt sie auf dem Online-Portal fahrradfoerderung.vcd.org zur Verfügung.

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