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Interview (Langfassung)

 

„Das Begleitete Fahren ab 17 ist ein Riesenerfolg, aber kein Grund, sich darauf auszuruhen“

Der Leiter Interessenvertretung des ADAC Ulrich Chiellino über die Risiken junger Menschen im Straßenverkehr, eine verbesserte Fahrausbildung sowie Ablenkung und Alkohol am Steuer

DVR-report: Herr Chiellino, im Jahr 2014 sind 496 junge Fahrerinnen und Fahrer im Straßenverkehr ums Leben gekommen, insgesamt sind über 67.000 verunglückt. Warum ist das Unfallrisiko für die 18- bis 24-Jährigen besonders hoch?

Chiellino: Wir kennen drei wesentliche Einflussfaktoren, die sich gegenseitig verstärkend auf die Gruppe auswirken. Zum einen ist es das Anfängerrisiko, also die Tatsache, dass sich die jungen Menschen neu im motorisierten Straßenverkehr bewegen und die Fähigkeiten erst erlernen und begreifen müssen. Dazu kommt das Jugendlichkeitsrisiko, die Fehleinschätzung von Risiken in bestimmten Situationen, der jugendliche Leichtsinn sozusagen. Und die dritte Variable sind die jugendtypischen Fahrsituationen, das heißt, die jungen Fahrer kommen häufiger zum Beispiel mit Alkohol in Kontakt oder fahren häufiger auch mal bei Dunkelheit von der Disco nach Hause und das dann häufig auch mit vielen Mitfahrern.

DVR-report: Welche Faktoren verursachen bei diesem Risikomix die größten Probleme?

Chiellino: Es wäre schön, wenn man das pauschal beantworten könnte. Man spricht zwar davon, dass das Anfängerrisiko einen bedeutsamen Einfluss hat. Das mag aber auch daran liegen, dass man natürlich weiß, wie man dieses Problem am einfachsten beheben kann, nämlich mit Fahrpraxis. Während das Jugendlichkeitsrisiko sicherlich immer mitschwingt und man gerne mal alle Vorsätze über Bord wirft. Nur ist das Jugendlichkeitsrisiko nicht gleichmäßig verteilt. Besonders gefährdet sind junge Männer, die im Durchschnitt nicht so eine ausgeprägte Selbstreflexion vorweisen, wie das vielleicht bei den jungen Damen der Fall ist.

DVR-report: Stichwort Fahrpraxis. Das „Begleitete Fahren ab 17“ (BF17) gilt als Erfolgsmodell. Für Sie auch?

Chiellino: Ganz klar, das Begleitete Fahren ab 17 ist ein Riesenerfolg und das ist gar nicht hoch genug einzuschätzen, zumal diese Maßnahme als eine freiwillige Möglichkeit konzipiert wurde. Und wir sehen in der Evaluation einen deutlich positiven Effekt im Unfallgeschehen, auch was die Delikte betrifft.

DVR-report: Nun nehmen noch nicht alle jungen Menschen an diesem Programm teil. Was müsste aus Ihrer Sicht getan werden, um den Anteil der Jugendlichen, die am BF17 teilnehmen, zu erhöhen?

Chiellino: Es ist in der Tat schwierig, den Anteil noch weiter zu erhöhen. Aktuell liegt er ungefähr bei 50 Prozent, also jeder Zweite, der einen Führerschein in der Klasse erwirbt, entscheidet sich für das Begleitete Fahren. Das ist einerseits schön, andererseits aber noch zu wenig. Nur muss man auch erkennen, dass nicht jeder die Möglichkeiten hat, am Begleiteten Fahren teilzunehmen. Nicht jeder hat einen geeigneten Begleiter oder ein passendes Fahrzeug zur Verfügung. Insofern ist es sicherlich nicht so einfach möglich, diesen Anteil beliebig zu erhöhen. Man muss über bestimmte Anreize nachdenken, die den Zugang zum Begleiteten Fahren erleichtern, vielleicht auch über gezielte Bonusprogramme.

DVR-report: Seit Jahren wird in Deutschland über verlängerte Lernzeiträume diskutiert. Nach meinem Eindruck sind sich die Fachleute über die Vorteile erweiterter Lernphasen einig. Warum wird das nicht endlich umgesetzt?

Chiellino: Das ist eine sehr gute Frage. Ich kann sie leider auch nicht beantworten. Die Ideen liegen alle auf dem Tisch, sie sind auch nicht neu und teilweise auch schon in einigen Nachbarländern erprobt. Vielleicht fehlt noch so ein kleiner Schuss Mumm, aufs Gaspedal zu drücken und zu sagen: Das wollen wir jetzt auch wirklich umsetzen und erreichen. Ich denke aber, dass wir inzwischen auf einem guten Weg sind und die größten Bedenken erstmal ausgeräumt sind, was mögliche unerwünschte Nebeneffekte betrifft, sodass ich zuversichtlich bin, dass das klare Bekenntnis der Koalitionsvereinbarung zur Mehr-Phasen-Ausbildung absehbar Realität werden kann.

DVR-report: DVR-report: Wenn wir über verlängerte Lernzeiträume für die jungen Menschen sprechen, welche Rolle spielen in diesem Zusammenhang Feedbacksysteme?

Chiellino: Eine ganz zentrale Rolle und aus meiner Sicht ist das im Augenblick noch viel zu wenig implementiert im Ausbildungsprozess. Man ist sehr stark konzentriert auf die Manöver­ebene, auf das Erlernen der Fahrzeugbedienung und das vermeintliche Beherrschen des Fahrzeugs. Aber das Reflektieren, sprich zu hinterfragen, wo liegen meine Defizite, wo kann ich mich noch verbessern, wo sind meine fahrerischen Grenzen, das wird noch viel zu wenig angesprochen. Und genau da würde auch eine erweiterte Lernphase ansetzen, nämlich mit Rückmeldeschleifen dazu angeregt werden, seine eigene Fahrkompetenz selbstkritisch zu hinterfragen. Und das im Coaching-Prinzip auf Augenhöhe mit dem Fahrlehrer.

DVR-report: Inwieweit können spezielle Fahrsicherheitstrainings für die jungen Leute einen Beitrag leisten, das Unfallrisiko zu reduzieren?

Chiellino: Fahrsicherheitstrainings haben den großen Vorteil, dass sie in einem geschützten Raum stattfinden. Sie ermöglichen das Ausprobieren von Grenzsituationen oder auch das Herbeiführen von kritischen Situationen – zum Beispiel ablenkende Faktoren im Auto. Wenn man das Training für die jungen Fahrer so auslegt, dass man nicht die Perfektionierung der Fahrfähigkeiten im Blick hat, sondern das Aufzeigen der Defizite, sodass der Fahrer bestenfalls demütig vom Platz geht und erkannt hat, was er alles nicht kann und seinen Schwerpunkt auf das Vermeiden von Gefahren und nicht auf das Bewältigen von Gefahren legt, dann wäre viel erreicht. Ein weiterer positiver Effekt der Trainings ist, dass die Teilnehmer in Gruppen agieren können. Die Effekte in der Peergroup können positiv genutzt werden, denn wir sehen in der Unfallstatistik, sie klafft weit auseinander, was Männer und Frauen betrifft oder was das Verursachen von Unfällen angeht. Gut geschulte Moderatoren können diese Situationen geschickt ansprechen.

DVR-report: Für wie sinnvoll halten Sie den Einbau von Fahrdatenspeichern in die Autos junger Fahrerinnen und Fahrer?

Chiellino: Sie wirken auf den ersten Blick sehr vielversprechend, so wie man immer mit neuen Technologien eine gewisse Euphorie verbindet. Ich sehe das aber ein wenig kritischer, denn ob tatsächlich der Einbau eines Fahrdatenspeichers langfristige Effekte erzielen kann oder ob nicht sehr frühzeitig eine Gewöhnung an diesen Gefahrdatenspeicher geknüpft ist, die dann letztlich die erhofften, gewünschten Effekte nivellieren würde, bleibt für mich fraglich. Hinzu kommt die Gefahr des Datenmissbrauchs. Insofern muss man sich immer sehr gut überlegen, wo im Fahrzeug will ich welche Daten generieren und schließlich auch verarbeiten.

DVR-report: Was raten Sie Eltern von Heranwachsenden? Welchen Beitrag können sie leisten, ihren Nachwuchs gut auf den sicheren motorisierten Straßenverkehr vorzubereiten?

Chiellino: Viele Eltern unterschätzen ihre Vorbildfunktion. Sie sind immer Vorbild im Straßenverkehr, nicht nur für andere, sondern insbesondere auch für den eigenen Nachwuchs, der auf der Rückbank mitfährt und das Verhalten der Fahrer mitbekommt. Da ist schon sehr entscheidend, wie stark rege ich mich über Fehler anderer Verkehrsteilnehmer auf, wie schätze ich bestimmte 18 DVR-report 1/2016 Situationen ein, wie häufig kommt man in kritische Situationen, wie werden sie dann im Fahrzeug im Nachhinein besprochen, werden sie als Bagatelle abgetan oder ist es doch ein Anlass, sich stärker zu hinterfragen. Dass es nicht immer gelingen kann, vorbildlich unterwegs zu sein, ist auch klar und allzu menschlich. Aber zumindest sollte man den Vorsatz fassen, als Vorbild in den Straßenverkehr zu gehen. Ich denke, das wäre schon ein großer Schritt.

DVR-report: Wird dem Thema Verkehrserziehung in den Schulen ausreichend Beachtung geschenkt? Nach der Fahrradprüfung in der vierten Klasse passiert in der Regel nicht mehr viel. Wie könnten Jugendliche in den weiterführenden Schulen besser auf die eigene motorisierte Mobilität vorbereitet werden?

Chiellino: In der Tat ist es so, dass in den Grundschulen noch sehr ausgewogen Verkehrserziehung stattfindet, aber danach sehen wir eine große Lücke und auch unterschiedliche Handhabungen in den Bundesländern. Das mag sicherlich auch daran liegen, dass Verkehrserziehung nicht das beste Image hat. Es ist einfach nicht sexy, das kann man so deutlich sagen. Aber das heißt ja nicht, dass es deswegen nicht weniger wichtig ist und wir als ADAC engagieren uns beispielsweise mit Verkehrssicherheitsprogrammen, die wir an den Schulen anbieten, mit „Achtung Auto!“ zum Beispiel. Immerhin erreichen wir damit pro Jahr um die 150.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmer. Auch bei unseren Trainingsangeboten im Fahrradbereich haben wir bundesweit jährlich um die 300.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmer. Sicherlich wäre es wünschenswert, dass diese Angebote stärker standardisiert und mit einem besseren Image versehen wären. Auch die weiterführenden Schulen sollten mehr ein Auge darauf haben, was im Bereich Verkehrserziehung geleistet, wo gegebenenfalls Unterstützung geholt werden kann. Andere Themen, wie zum Beispiel Drogen und Alkohol, sind in den Schulen meist sehr prominent vertreten. Völlig zu Recht, aber es zeigt, was möglich ist, wenn man sich mit interessanten Angeboten an die Schülerinnen und Schüler wendet. Das sollte übrigens nicht nur für die motorisierte Verkehrsteilnahme gelten, sondern auch für die Jugendlichen, die als Fußgänger und Radfahrer unterwegs sind. Bereits so vermeintlich triviale Hinweise auf zum Beispiel gute Sichtbarkeit im Straßenverkehr sind ein wichtiger Beitrag für die Sicherheit der Schülerinnen und Schüler. Oft sind es sehr kleine Sachen, die große Wirkungen erzielen.

DVR-report: Junge Menschen sind auch mit dem Roller oder dem Leichtkraftrad unterwegs. In Sachsen-Anhalt, Sachsen und Thüringen ist zum 1. Mai 2013 ein Modellversuch für den Moped-Führerschein mit 15 Jahren (AM15) gestartet. Der Modellversuch sieht vor, dass bereits 15-Jährige in den drei Bundesländern über eine Fahrschulausbildung die Berechtigung für die Führerscheinklasse AM erwerben können. Sie dürfen damit zweirädrige Kleinkrafträder und Mopeds sowie drei- und vierrädrige Kleinkraftfahrzeuge bis 45 km/h fahren. Mit Blick auf das Unfallrisiko der jungen Fahrerinnen und Fahrer: Was halten Sie von der Herabsetzung des Alters in der Führerscheinklasse AM von 16 auf 15?

Chiellino: Da schlagen zwei Herzen in meiner Brust. Auf der einen Seite ist es natürlich gut, wenn man insbesondere in ländlichen Gegenden die Möglichkeit für die Jugendlichen schafft, motorisiert unterwegs zu sein. Auf der anderen Seite ist genauso klar, dass man nicht beliebig an der Schraube des richtigen Einstiegsalters drehen kann, besonders mit Blick auf die Verkehrssicherheit. Man hat sich ja dazu entschlossen, das sehr engmaschig zu betreuen, zu begleiten und zu evaluieren. Aus unserer Sicht hat dieser Modellversuch eine Chance verdient und man muss sich am Ende die Ergebnisse sehr genau anschauen. Was ich bislang gehört habe, ist zumindest die Nachfrage nach diesem Modell sehr hoch.

DVR-report: Ein zunehmendes Problem sind ablenkende Tätigkeiten am Steuer, vor allem Textnachrichten lesen und schreiben mit dem Smartphone. Haben Sie Erkenntnisse, ob Ablenkung besonders problematisch für junge Fahrerinnen und Fahrer ist? Gibt es einen Beleg, dass dieses Fehlverhalten bei den jungen Leuten ansteigt?

Chiellino: Es gibt nicht den empirischen Beweis oder mir ist er zumindest nicht bekannt, der das genau erfassen kann, weil die Dunkelziffer einfach riesig ist. Aber, was plausibel ableitbar ist, die Ausstattungsrate mit Smartphones, die eine sehr große Vielzahl an Ablenkungen bieten, ist in den letzten Jahren enorm gestiegen. Gleichzeitig ist die Verkehrsleistung nicht weniger geworden. Leider hören wir immer wieder von tragischen Unfällen und das große Problem ist, dass wir hier einer Wahrnehmungsverzerrung unterliegen, denn die Risikobewertung ist schlussendlich das Produkt aus einer Bewertung der Schadenshöhe, was bedeutet ein Unfall für mich persönlich, das ist etwas sehr Abstraktes, und auf der anderen Seite die subjektive Einschätzung einer Unfallwahrscheinlichkeit im Sinne, wie häufig tritt das Ereignis ein. Man macht häufig die Erfahrung, dass es zehn- oder zwanzigmal gut gegangen ist, dass es möglicherweise hundertmal gut gegangen ist, aber wir haben keine Garantie, dass es beim hundertundersten Mal immer noch gut geht. Und das muss man deutlich machen, dass man nicht alle Dinge gleich gut erledigen kann. Dass jeder einer Leistungseinschränkung unterlegen und es sehr schwierig ist, Zeitfenster vorauszusehen, wann kann ich mich ablenken und wann nicht. Das ist ein großes Problem, das wir verstärkt an die Verkehrsteilnehmer adressieren müssen, um diesem Trend entgegenzuwirken. Ich sehe schon die Gefahr, dass Ablenkung zunehmend ein negativer Faktor im Straßenverkehr werden kann, der durchaus zum Beispiel das Alkoholproblem und die damit in Zusammenhang stehende Unfallauffälligkeit verdrängen könnte.

DVR-report: Die zentrale Frage ist, wie kann man diesem Problem Herr werden. Müsste das Thema Ablenkung nicht viel stärker in die Fahrausbildung integriert werden?

Chiellino: Das wäre sicherlich ein Weg, dass man es schon dort adressiert und den jungen Menschen bewusst macht, welche Auswirkungen Ablenkung haben kann. Im geschützten Umfeld könnten beispielsweise Aufgaben gestellt werden, die deutlich machen, wie die eigene Fahrleistung darunter leidet. Lernen durch Einsicht sozusagen. Andererseits ist auch ganz klar, wir können nicht alles verbieten, was gefährlich ist. Jede Form der Nebentätigkeit im Fahrzeug stellt eine ablenkende Tätigkeit dar und wir werden nicht alles verbieten können. Wir müssen auch hier sehr stark den Fokus darauf legen, die eigene Verantwortung zu stärken und genau diese Risikobeurteilungen transparenter machen. Schlussendlich auch psychologische Elemente, wie funktioniert unsere Wahrnehmung, ein Stück weit mit in die Ausbildung tragen. So wird für den Einzelnen nachvollziehbarer, warum er sich denn so verhält, wie er sich verhält und er damit auch den Mechanismus kennt, wie er sich selbst austricksen kann und dem entgegensteuern kann. Es geht darum, Strategien zu entwickeln, nicht in die eigene Falle zu tappen.

DVR-report: Meine letzte Frage richtet sich nach einem Bereich, der auch bei jungen Fahrerinnen und Fahrern nach wie vor eine Rolle spielt: Alkohol am Steuer. Für Fahranfängerinnen und -anfänger sowie junge Fahrerinnen und Fahrer gibt es bereits ein absolutes Alkoholverbot am Steuer. Jüngst haben sich in einer repräsentativen Umfrage unter ADAC-Mitgliedern 67 Prozent der Befragten generell für eine strikte Abstinenz am Steuer ausgesprochen. Ein Ergebnis, das sich auch in früheren Umfragen zu diesem Thema, unter anderem vom DVR, wiederfinden lässt. Was halten Sie von einem generellen absoluten Alkoholverbot am Steuer?

Chiellino: Die Schwierigkeit besteht darin, dass man sich überlegen muss, was heißt ein absolutes Alkoholverbot. Die Null-Promille-Regelung als solche kann es ja nicht geben, weil es immer auch Prozesse im Körper geben kann, die durchaus zu 0,1 oder 0,2 Promille führen können und schon heute haben wir ja eine Grenze bei 0,3 Promille, die möglicherweise bereits straftatrelevant sein kann. Insofern bewegen wir uns im juristischen Sinne schon sehr nahe an einer Null-Promille-Regelung. Was sicherlich helfen würde, wäre eine höhere Kontrolldichte. Es gibt Zahlen, dass auf eine entdeckte Alkoholfahrt sehr viele unentdeckte kommen und insofern wäre das eine Stellschraube, an der man drehen könnte, um geltendem Recht zur besseren Durchsetzung zu verhelfen.

Wir sehen darüber hinaus, dass der Trend bei den Alkoholunfällen eher rückläufig ist. Natürlich stehen auch wir zu der klaren Aussage, wenn ich fahre, trinke ich nicht. Wir sind aber auch der Überzeugung, dass eine neue Promilleregelung das Problem alleine nicht lösen kann. Möglicherweise könnte das absolute Alkoholverbot, das bei den jungen Fahranfängern bei 21 Jahren endet, auf 24 Jahre ausgedehnt werden. Das werde ich im Rahmen meiner Aufgabe als Vorsitzender des Vorstandsausschusses „Junge Kraftfahrer“ auch zeitnah in die Diskussion einbringen, um ein Meinungsbild innerhalb des DVR zum Thema herbeiführen zu können. Denn bis zu diesem Alter sind die jungen Menschen einem erhöhten Risiko ausgesetzt. Vielleicht könnte diese verlängerte Sozialisation ohne Alkohol im Straßenverkehr positive und nachhaltige Effekte für die Altersgruppen danach haben.

Interview: Sven Rademacher

Das Interview in voller Länge unter www.dvr.de.
 

Zur Person: Ulrich Chiellino

Ulrich Chiellino ist seit 2009 für den ADAC e.V. als Verkehrspsychologe im Ressort Verkehr verantwortlich für den Themenschwerpunkt der Verkehrssozialisation und Interaktion, insbesondere auch im Kontext der Mensch-Maschine-Schnittstelle. Seit 2015 leitet er die Bereiche der Interessenvertretung sowie der Verkehrssicherheits­programme. Zuvor analysierte Chiellino für die Audi Accident Research Unit (AARU) in einem interdisziplinären Team etwa 1.000 Verkehrsunfälle und entwickelte hierzu ein vereinfachtes Auswertungsschema zur retrospektiven Bestimmung menschlicher Unfallursachen­einflussfaktoren. Somit engagiert sich der Psychologe seit inzwischen mehr als zehn Jahren aktiv für die Verkehrssicherheit. Zudem führt er seit April 2015 den Vorsitz im neu gegründeten DVR-Vorstandsausschuss „Junge Kraftfahrer“.

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