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Medikamenteneinfluss auf das Fahrverhalten

Niemand ist gerne krank oder hat gerne Schmerzen. Medikamente sind wichtig, um Krankheiten zu heilen und Schmerzen zu lindern. In vielen Fällen sind Arzneimittel lebensnotwendig oder sogar überlebensnotwendig.

Wer schwer krank ist oder unter Medikamenten steht, die ihn stark beeinflussen (z. B. nach einer Narkose beim Kieferchirurgen) wird im Regelfall auch nicht Auto fahren. Aber abgesehen von diesen Extremsituationen gibt es einen großen „Graubereich“, in dem der Einfluss von Erkrankungen und Medikamenten im Straßenverkehr nicht beachtet, unterschätzt oder sogar billigend in Kauf genommen wird. Denn bislang ist immer alles gut gegangen.

Bei einer Erkrankung macht man sich eher Gedanken darüber, wie die Arbeit verrichtet, die vielen Termine eingehalten oder wie die dringend notwendige Gartenarbeit erledigt werden kann. Wie häufig wird aber die Frage gestellt: „Schaffe ich es überhaupt, sicher mit meinem Auto zu meiner Arbeitsstelle kommen?“. Oder: „Ist es für mich oder andere gefährlich, wenn ich mich heute in den Pkw setze, sollte ich nicht lieber einen Bus oder ein Taxi nehmen?

Sehstörungen

Fachleute gehen davon aus, dass sich von den in Deutschland etwa 55.000 im Handel befindlichen Arzneimittel rund 2.800 dieser Präparate (fünf Prozent) negativ auf die Fahrtüchtigkeit auswirken können. Einen besonders riskanten Einfluss haben Schlafmittel, Beruhigungsmittel und Schmerzmittel. Aber auch andere Medikamente, z. B. gegen Allergien, Bluthochdruck, Herzmittel (Koronarmittel) oder Magen-Darm-Erkrankungen, sowie Erkältungsmittel oder Psychopharmaka können Wirkstoffe enthalten, die die Fahrtüchtigkeit negativ beeinflussen. Viele dieser Wirkstoffe machen müde. Es kommt zu einer psychophysiologischen Verlangsamung. Umweltreize werden dann nicht mehr rechtzeitig wahrgenommen und erkannt und/oder eine adäquate Reaktion erfolgt verzögert oder zu spät. Weitere für die Teilnahme am Straßenverkehr bedeutsame Auswirkungen können beispielsweise Schwindel, Übelkeit, Sehstörungen, Unruhe, starkes Schwitzen, Konzentrationsschwäche oder starke Blutdruckschwankungen sein. Es ist zusätzlich zu bedenken, dass grundsätzlich jedes Medikament zu allergischen Reaktionen führen kann.

Nicht nur verschreibungspflichtige Medikamente, sondern auch freiverkäufliche Arzneimittel können zum Risikofaktor beim Fahren werden. Dies gilt besonders für Schmerz- und Erkältungsmittel. Sogenannte Kombinationspräparate, welche auch stimulierende Substanzen (z. B. Koffein) enthalten, führen kurzfristig zu einer subjektiv empfundenen Verbesserung der Symptome. Man fühlt sich fahrtüchtig. Allerdings kann dies auch bedeuten, dass man euphorisiert kurzfristig Gefahren im Straßenverkehr unterschätzt. Lässt die Wirkung des Medikamentes hingegen nach, kommt es häufig zu einer Ermüdung. Diese kann dann die Reaktionsfähigkeit deutlich verlangsamen. Ähnliches gilt für Arzneimittel, die Alkohol enthalten.

 

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