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Wechselwirkungen

Alkohol wird wie jede andere Substanz, die wir aufnehmen, im Stoffwechsel verarbeitet. Gesundheitszustand und Befinden einer Person beeinflussen den Alkoholabbau. Schon eine Erkältung kann die Alkoholwirkung verstärken. Die beeinträchtigende Wirkung von Alkohol auf die sinnesphysiologische Leistungsfähigkeit bei körperlichen und psychischen Erkrankungen ist nicht zu unterschätzen – das gilt auch für die Phase der Genesung.

Wer wenig geschlafen hat, sollte besonders vorsichtig im Umgang mit Alkohol sein. Schon geringe Alkoholmengen können dann zu einer gefährlichen Ermüdung führen. Emotionen wie Aufregung, Trauer, Ärger oder Freude können durch Alkohol verstärkt werden. Wetterfühlige Menschen sollten ebenfalls besonders vorsichtig mit Alkohol umgehen.

Alkohol und Medikamente

Alkohol und Arzneimittel passen nicht zusammen. Die Wechselwirkungen können vielschichtig und schwer vorhersehbar sein.

Grundsätzlich sind drei Wechselwirkungen bekannt:

  • Alkoholkonsum kann den Abbau von Arzneimitteln, die wie Alkohol über die Leber abgebaut werden, verzögern oder verhindern.
  • Alkohol senkt den Blutdruck. Werden gleichzeitig blutdrucksenkende Medikamente eingenommen, kann dies zu einer ungewollt starken Blutdrucksenkung führen.
  • Alkohol und bestimmte Arzneimittel (z. B. Schlafmittel, Beruhigungsmittel, Antidepressiva) wirken an den gleichen Organ-Systemen im Körper. Dadurch können sie sich gegenseitig stark in ihren Wirkungen und Nebenwirkungen beeinflussen.

Viele Medikamente, zum Beispiel starke Schmerzmittel oder Psychopharmaka, beeinträchtigen die Fahrtüchtigkeit. Kommt Alkohol hinzu, verstärken sich die Wirkungen der Substanzen. Die Leistungsfähigkeit wird vermindert: Alkohol- und medikamentenbedingte Ausfallerscheinungen nehmen zu, obwohl der Promillewert im Blut konstant bleibt. Für den Konsumenten können unberechenbare Effekte entstehen.

Beipackzettel geben nicht immer Auskunft über die Wechselwirkung eines Medikamentes mit Alkohol. Bisher schreibt kein Gesetz vor, solche Wechselwirkungen anzugeben. Gleichwohl ist es gesetzliche Pflicht des Konsumenten, sich über die Wirkung seines Arzneimittels genau zu informieren. Diese Informationen können Arzt oder Apotheker geben.

Achtung!
Nehmen Sie keine Tablette oder Kapsel mit Alkohol ein.
Besprechen Sie mit Arzt/Ärztin oder Apotheker/Apothekerin, ob Sie Alkohol zu sich nehmen dürfen.

Nach einer kalten Dusche, einem Spaziergang oder starkem Kaffee können sich Betrunkene durchaus nüchterner fühlen – sie sind es aber nicht. Diese vermeintlichen Hilfsmittel machen zwar wach, doch der Vorgang des Alkoholabbaus lässt sich nicht beschleunigen.

Alkohol und Drogen

Unter Mischkonsum versteht man die gleichzeitige Einnahme verschiedener (illegaler) Drogen bzw. den zusätzlichen Konsum von Medikamenten und/oder Alkohol (legale Droge). Problematisch ist, dass sich die Wirkungen der einzelnen Substanzen gegenseitig stark beeinflussen können. Das Wirkungsergebnis ist für den Konsumenten nicht absehbar. Als Folge können starke psychische (z.B. Halluzinationen, Psychosen) oder körperliche Folgeerscheinungen (z.B. Herzrasen) auftreten.

Ein typisches Konsummuster junger Leute am Wochenende ist beispielsweise, Ecstasy zusammen mit Speed, Amphetaminen und Alkohol zu konsumieren. Danach folgt als „chill-out“ Haschisch.

 

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