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Rheinland-Pfalz auf dem Weg, die Zahl der Unfalltoten zu halbieren

Jürgen Menge
(Ministerium für Wirtschaft, Verkehr, Landwirtschaft und Weinbau , Mainz)

Die Unfallzahlen für das Jahr 2006 zeigen, dass die intensiven Anstrengungen für die Verkehrssicherheit gerade in Rheinland-Pfalz weiterhin Früchte tragen. 2006 waren danach noch 267 Tote im Straßenverkehr zu beklagen, was der geringste Stand seit Einführung der Unfallstatistik ist. Auch im Ländervergleich liegt Rheinland-Pfalz damit auf einem der vorderen Plätze.

Der registrierte Rückgang war gerade im Jahr 2006 deutlich überdurchschnittlich. Dieser Trend bestätigte sich auch im ersten Halbjahr 2007 mit einer Reduzierung um über 10 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum - auch gegen die derzeitige bundesweite Entwicklung.

Rheinland-Pfalz verfolgt dabei den Weg, die Zahl der Toten zwischen 2000 und 2010 zu halbieren, so wie es die EU in ihrem Europäischen Aktionsprogramm für Straßenverkehrssicherheit, dem so genannten Weißbuch, gefordert hat.

Im Mittelpunkt der Anstrengungen steht dabei die Frage, wie die Risiken im Verkehrsverhalten der Menschen minimiert werden können. Einer der wichtigsten Ansätze ist dabei die Verbesserung der Infrastruktur insbesondere auch auf den Landstraßen. Zu den Maßnahmen zählen die Überprüfung der sicherheitsrelevanten Aspekte schon in der Planung, über die Definition von Schwerpunkten in einer landesweiten Unfallkonferenz bis hin zur Sicherheit in Tunnels oder moderne Verkehrsbeeinflussungsanlagen (Telematik).

Beispiel gebend ist allerdings auch die zentrale Unfallauswertestelle beim Landesbetrieb Mobilität in Koblenz, die es in dieser Form so nur noch in Bayern gibt. Mit ihr steht seit vielen Jahren ein Instrument zur Verfügung, das die Grundlage für gezielte und effektive Verkehrssicherheitsmaßnahmen schafft.

Es gilt also insgesamt, Straßen so sicher wie möglich zu bauen und die Sicherheitspotenziale vorhandener Straßen zu nutzen. Dieses Ziel verfolgt Rheinland-Pfalz dabei mit verschiedenen Schwerpunkt-Strategien, wie beispielsweise:

  • Mit dem Instrument des Sicherheitsaudits für Straßen (SAS) werden Straßenprojekte beginnend von der Vorplanung bis hin zur Verkehrsfreigabe systematisch auf mögliche Gefahrenquellen geprüft.
  • Bei bestehenden Straßen setzt das Land auf ein Monitoring. Auf der Grundlage der Empfehlungen für die Sicherheitsanalyse von Straßennetzen (ESN) wird das vorhandene Straßennetz auf Sicherheitspotentiale überprüft und Handlungsempfehlungen ausgesprochen.
  • Zur Beseitigung von Unfallschwerpunkten wird auch zukünftig die Arbeit der Unfallkommissionen einen maßgeblichen Beitrag leisten. Sie haben auf der Grundlage der örtlichen Untersuchung von Straßenverkehrsunfällen die Aufgabe, Unfallhäufungen zu erkennen, zu bewerten und für Abhilfemaßnahmen zu sorgen. Entsprechende Schwerpunktprojekte werden sich speziell auf Unfallhäufungsstellen fokussieren. In speziell ausgearbeiteten 3-tägigen Seminaren wurden daher alle etwa 400 Kommissionsmitglieder von Rheinland-Pfalz gebührenfrei geschult.
  • Ein weiterer Fokus ist die Motorradsicherheit. In einem Modellversuch wird an einer der bekanntesten Motorradstrecken Deutschlands, der B 48 am Johanniskreuz und dem Wellbachtal im Pfälzer Wald mit einem Maßnahmebündel die Verkehrssicherheit erhöht. Von 1999 bis 2004 waren etwa 230 Motorradunfälle mit 11 Toten und 125 Personenschaden zu verzeichnen; etwa 28% sind gegen Schutzplanken geprallt. Um die Motorradsicherheit auf dieser Strecke zu erhöhen, werden neben der Ausstattung mit Unterfahrschutz beispielsweise Hindernisse im Straßenseitenraum beseitigt, bisher starre Verkehrszeichen wie Richtungstafeln werden durch flexible Leiteinrichtungen ersetzt, oder spezielle Fahrbahneinbauten sorgen für erhöhte Aufmerksamkeit bei gleichzeitiger Reduzierung der Geschwindigkeit. Erfahrungen an dieser Strecke werden eine der Grundlagen für das weitere landesweite Vorgehen bilden.
  • Zur Verbesserung der Sicherheit an Bahnübergängen wird auf der Grundlage eines speziell hierfür entwickelten Leitfadens eine Überprüfung der Bahnübergänge vorgenommen.
Neben diesen Schwerpunkten gibt es weitere zahlreiche Möglichkeiten, die Verkehrssicherheit zu erhöhen. Die Landesregierung Rheinland-Pfalz hat diese Herausforderung der Halbierung der Verkehrstoten angenommen und wird die gesteckten Ziele Punkt für Punkt abarbeiten. Aus diesem Grund wurde im Mai 2007 auch zum 2. Mal die Verkehrssicherheitswoche gestartet, um damit alle Kräfte zu mobilisieren. Gleichzeitig soll gezeigt werden, dass derzeit jede Gelegenheit genutzt wird, um Kräfte zu bündeln und um an die Verantwortung aller Beteiligter zu appellieren.


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PDF Kurzfassung des Vortrags als pdf-Datei (116 kb)

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