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Journal
Infokonzerte „Kind und Verkehr“
Zur Vorstellung des neuen Projekthandbuches
„Kind und Verkehr“
hatte der DVR innerhalb einer gleichnamigen
Konzertreihe in die Hauptstädte
der Bundesländer eingeladen.
Die vierwöchige Tournee erreichte
etwa 7.000 interessierte Konzertbesucherinnen
und
„16 Bundesländer, 16 Infokonzerte, 16 Mal Begeisterung für ein sonst eher sprödes, aber nun mal lebenswichtiges Thema: Verkehrssicherheit. Ich bedanke mich bei den vielen tausend Erzieherinnen und Erziehern für die Bereitschaft, uns jeweils drei Stunden lang zuzuhören, mitzusingen und nicht zuletzt auch mitzufreuen. Da stand so viel Lebensfreude im Raum, so viel Liebe zu unseren Kindern und so viel Humor – ohne die Ernsthaftigkeit unseres Anliegens und der Botschaft des neuen Projekthandbuches 'Kind und Verkehr' je in Frage zu stellen.“ So lautete die Bilanz von Rolf Zuckowski.

Der „ausverkaufte“ Mozartsaal in der Liederhalle in Stuttgart (Foto > GWM)
Die vierwöchige Tournee im September und Oktober 2009 mit in der Regel vollen, häufig „ausverkauften“ Hallen war ein schöner Erfolg. Die Begeisterung der Erzieherinnen war spürbar, und so konnten neben dem gemeinsamen Musikerlebnis viele neue Impulse zur Verkehrssicherheitsarbeit in die Kindergärten hineingetragen werden.
Das Projekthandbuch „Kind und Verkehr“, auf der Bühne humorvoll und leidenschaftlich präsentiert von Michael Heß, einem der Autoren, richtet sich an sozialpädagogische Fachkräfte, die in Krippen und Kindergärten tätig sind, sowie an Moderatorinnen und Moderatoren des DVR-Programms „Kind und Verkehr“.
Es enthält insgesamt acht Themenbausteine und zwei Projekte. Die klare Strukturierung, die konkreten Zielbeschreibungen und die vielseitigen Aktivitäten ermöglichen es, Verkehrserziehung in Krippe und Kindergarten fachlich kompetent, kindgemäß und effektiv umzusetzen. Eine individuelle Auswahl der Themen, die für die Lebenssituationen der Kinder in ihrer Gruppe bedeutsam sind, ist problemlos möglich. Themen sind beispielsweise: Die Welt des Straßenverkehrs entdecken, Mitfahrt im Auto, Kindergartengelände, Spielbereiche, Spielfahrzeuge, Gehweg, Sichtbarkeit bei Dunkelheit, Überquerung der Fahrbahn, Druckknopfampel, Zebrastreifen, Mittelinsel, Sichthindernisse am Fahrbahnrand und Schulweg. Darüber hinaus gibt es vielfältige Praxishilfen für die Zusammenarbeit mit Eltern. Eine Spielesammlung und Beispiele für Dokumentationen und Präsentationen runden das Handbuch ab.

Ein volles Haus auch in der Johanniskirche in Magdeburg (Foto > GWM)

Rolf Zuckowski und Michael Heß „bei der Arbeit“ (Foto > GWM)

Stimmungsvoller Ausklang mit FERRI Feils, Beate Lambert, Rolf Zuckowski, Michael Heß und Michael Gundlach (Foto > GWM)
Viele begeisterte Rückmeldungen erreichten den DVR und die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der GWM, die mit der Planung und Organisation der Konzerttournee beauftragt worden war, zum Beispiel aus der Kita Stotternheim: „Das Infokonzert war ein voller Erfolg. Alle anwesenden Kolleginnen waren begeistert. Wir haben durch diese Veranstaltung viele neue Anregungen erhalten für die Arbeit im Kindergarten. Das Projekthandbuch hilft sehr gut dabei, verschiedene Themenbausteine in der Gruppe spielerisch zu bearbeiten und mit Musik die Kinder zu begeistern. Besser kann man für das Thema Verkehrserziehung nicht motivieren. Im Namen unseres Teams noch einmal ein herzliches Dankeschön.“
Unterstützt wurde die Aktion von der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV), von der Deutschen Verkehrswacht (DVW) und vom Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung (BMVBS).
Die aufwändige Organisation in den Ländern – die Einladung der Kindergärten und die Betreuung bei den Konzerten – haben Unfallkassen und Landesverkehrswachten übernommen.
Die Geschäftsführerin der Landesverkehrswacht Thüringen, Dagmar Lemke, schreibt: „Ich bin immer noch sehr berührt von unserem Konzert. Es war einfach rundum eine gelungene Sache. Besonders positiv habe ich auch die Zusammenarbeit mit der Unfallkasse Thüringen erlebt. Die meisten Teilnehmerinnen haben mich noch am Konzerttag angesprochen und ihrer Begeisterung Ausdruck verliehen. Es hat einen sehr großen Motivationsschub für die Verkehrserziehung im Kindergarten gegeben. In dem Handbuch steckt eine immense Arbeit. Abgesehen vom Inhalt ist es klug strukturiert und mit viel Liebe zum Detail präsentiert, so dass es richtig Spaß macht, darin zu lesen. In den Erzieherinnenfortbildungen, die wir weiterhin in Thüringen anbieten, werden wir uns auf das Konzert und das Handbuch beziehen und diese und jene Idee aufgreifen.“
Fotos der Veranstaltungen sowie Informationen zum Projekthandbuch „Kind und Verkehr“ unter www.gwm-bonn.de
Mehr Licht, weniger Schatten
Teilnehmer beim DVR-Presseseminar erleben lichttechnische Innovationen

Interessiert und engagiert: Journalisten beim DVR-Presseseminar (Foto > GWM)
Jeder vierte Verkehrsunfall in Deutschland mit Personenschaden ereignete sich 2008 in den dunklen Tagesstunden. Über ein Drittel (38,5 Prozent) der bei Verkehrsunfällen Getöteten verunglückte während der Dämmerung oder der Dunkelheit. Mit diesen Unfällen, ihren Ursachen und den Möglichkeiten, ihre Zahl zu verringern, beschäftigte sich das DVR-Presseseminar „Licht und Schatten“ in Lippstadt. Hier hatten die Journalisten unter anderem Gelegenheit, im Hella-Lichtkanal die Wirkung lichttechnischer Innovationen und entsprechender Assistenzsysteme live mitzuerleben.
Susanne Schönebeck von der Bundesanstalt für Straßenwesen (BASt) beleuchtete das Unfallgeschehen des Jahres 2008. Nachtunfälle seien auch deshalb ein Schwerpunkt der Verkehrssicherheitsarbeit, weil sie schwerere Folgen nach sich zögen als Unfälle am Tage. Die relative Unfallschwere resultiere auch daraus, dass nachts der Anteil des Freizeitverkehrs sowie der Anteil der jungen Fahrer unter den Verunglückten höher sei. „An Nachtunfällen sind hauptsächlich Pkw und Fußgänger beteiligt, Lkw, motorisierte Zweiräder und Radfahrer spielen eine untergeordnete Rolle“, sagte die Statistikerin.
Ihr Kollege Claus-H. Pastor berichtete über eine Tiefenstudie über Unfälle bei Dunkelheit, die im Auftrag der BASt im Großraum Hannover sowie in Dresden durchgeführt wurde. Nachtunfälle wiesen zwei hervorstechende Merkmale auf: zum einen die erhöhte Anzahl des Abkommens von der Fahrbahn nach rechts, häufig aufgrund widriger Witterungsbedingungen, Alkoholmissbrauchs und Übermüdung, sowie den erhöhten Anteil der Fußgängerunfälle. Bei Unfällen zwischen Fußgängern und Pkw komme der Fußgänger häufig von links, wo er vom Autofahrer aufgrund der schlechteren Fahrbahnausleuchtung zu spät erkannt werde.
Professor Amos Cohen (Universität
Zürich) stellte in seinem Vortrag
wahrnehmungspsychologische Faktoren
in den Vordergrund. „Bei Nacht
kann es nicht langsam genug gehen“,
betonte der Schweizer Forscher. Dies
werde jedoch von den Menschen
nicht umgesetzt, vielfach werde bei
Dunkelheit sogar schneller gefahren
als am Tag. Dies vielleicht auch, weil
sich der autofahrende Mensch in
einer falschen Sicherheit wiege: Anhand
der reflektierenden Fahrbahnbegrenzungen
könne er zwar den
Straßenverlauf erkennen, nicht aber
plötzlich in seinen Sichtbereich geratende
Fußgänger oder Radfahrer.
Es sei Aufgabe der Fahrschulen, die
Sichtprobleme bei Nachtfahrten stärker
als bisher zu verdeutlichen.
Rainer Hillgärtner vom Auto Club Europa berichtete über Ergebnisse einer vom ACE durchgeführten Verkehrszählung: Trotz offizieller Empfehlungen seien im Beobachtungszeitraum im Herbst am Tage nur etwa 60 Prozent der Autofahrer mit Licht unterwegs gewesen. Auch bei Fahrzeugen von Fahrschulen und Polizei sei keine höhere Quote zu beobachten gewesen. Die Vorteile des Tagfahrlichts seien vielfältig, so dass der ACE die Hersteller auffordere, Tagfahrleuchten in alle Neufahrzeuge serienmäßig einzubauen.
Claudia Schiffer vom Zentralverband Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe (ZDK) berichtete über die Aktion „Licht-Test“, die seit über 50 Jahren jeweils zum Beginn der dunklen Jahreszeit von den Mitgliedsbetrieben des Kfz-Gewerbes durchgeführt wird. Rund 14 Millionen Prüfplaketten seien in diesem Zeitraum ausgegeben worden. Bei jedem dritten Fahrzeug seien im Zuge der Aktion Mängel an der Beleuchtungsanlage entdeckt und in der Folge abgestellt worden. So trage der Licht-Test seit über 50 Jahren zur Verkehrssicherheit bei.

Eindrucksvoll: Der blendfreie Fernlichtassistent (Foto > GWM)
Dr. Walter Schlager (LightSightSafety, Brüssel) zeigte in seinem Vortrag die Vorteile, die Xenon-Licht bei Dämmerung und Dunkelheit bietet. Neben einer besseren Erkennung von Fußgängern und Radfahrern trage Xenon-Licht auch dazu bei, den Fahrbahnverlauf besser einschätzen zu können. „So können nicht nur Kollisionen mit den schwächeren Verkehrsteilnehmern, sondern auch Unfälle infolge Abkommens von der Fahrbahn vermieden werden“, sagte Dr. Schlager. Wenn alle Fahrzeuge in Europa mit Xenon-Licht ausgestattet wären, so eine Studie der Universität Köln, könnten EU-weit nahezu 4.000 Verkehrstote verhindert werden.
Markus Heß von der Daimler AG stellte verschiedene Assistenzsysteme vor, die die Sicht des Fahrers bei Dunkelheit verbessern. Adaptive Scheinwerfer seien in der Lage, je nach Situation bis zu 90 Prozent mehr Sicht zu ermöglichen. Der Totwinkel-Assistent überwache mittels Radar den Seitenbereich neben dem Fahrzeug bei einem Spurwechsel. „Mithilfe des Nachtsichtassistenten kann in einem Display ein permanentes elektronisches Fernlichtbild erzeugt werden, das sogar in der Lage ist, Fußgänger besonders hervorzuheben“, unterstrich der Technikexperte.
Henriette Reinsberg (3M Deutschland) referierte über die vielfältigen Einsatzmöglichkeiten von Reflexfolien. Bei Verkehrszeichen, Fahrbahnmarkierungen und an Baustellen finden sie genauso Verwendung wie zur Kenntlichmachung von Personen und Fahrzeugen. Retroreflektierende Konturmarkierungen, die demnächst bei Lkw über 7,5 Tonnen Pflicht werden, erhöhten die Sicherheit, indem sie dem nachfolgenden Verkehr die Einschätzung von Größe und Geschwindigkeit des vorausfahrenden Fahrzeugs erleichterten.
Überzeugend demonstriert wurde der erreichte lichttechnische Fortschritt bei einer Exkursion in den Hella-Lichtkanal. Forschungsleiter Franz-Josef Kalze demonstrierte die Entwicklung der Lichttechnologie in den letzten fünf Jahrzehnten. Die Teilnehmer konnten sich auch von der Wirkung des so genannten blendfreien Fernlichtassistenten (vHDG) überzeugen, der derzeit in der Erprobung läuft: Dabei wird die gesamte Fahrbahn permanent mit Fernlicht ausgeleuchtet. Eine Blendung anderer Verkehrsteilnehmer wird vermieden, indem aus der Fernlichtverteilung diejenigen Bereiche ausgeblendet werden, die andere stören könnten. Gesteuert wird diese Technik durch eine Kamera im Fahrzeug. Die Journalisten konnten sich direkt vor Ort für Probefahrten mit dieser innovativen Technologie anmelden.
Unterstützt wurde das Presseseminar vom Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung.

Im Hella-Lichtkanal: Präsentation und Demonstration im Wechsel (Foto > GWM)
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