Ablenkung kann tödlich sein

Auch für ältere Verkehrsteilnehmer ein oft unterschätztes Risiko

Bonn, 8. Juni 2017 (DVR) – Die Teilnahme am Straßenverkehr – ob mit dem Auto, dem Fahrrad oder zu Fuß – erfordert ein hohes Maß an Konzentration. Schon eine kurze Unaufmerksamkeit kann zu riskantem Verhalten, gefährlichen Situationen und schweren Verkehrsunfällen führen. „Experten gehen davon aus, dass in Deutschland mindestens jeder zehnte Unfall durch Ablenkung verursacht wird. Bei rund einem Drittel der Unfälle spielt Unaufmerksamkeit eine Rolle“, erklärt Dr. Walter Eichendorf, Präsident des Deutschen Verkehrssicherheitsrats (DVR).

Und es sind nicht nur junge Menschen, die den Verlockungen der elektronischen Medien unterliegen und sich ablenken lassen. Bei immer mehr älteren Personen spielen Smartphone, Tablet und Co. ebenfalls eine wichtige Rolle in ihrem kommunikativen Alltag, auch unterwegs. Bei der Fülle von Informationen, die wir im Straßenverkehr aufnehmen und verarbeiten müssen, läuft das Gehirn ständig auf Hochtouren. Allerdings sind seine Aufnahmekapazität und Leistungsfähigkeit begrenzt: auch unter optimalen Bedingungen können wir nur wenige Sachverhalte gleichzeitig erfassen und auswerten. Dabei lenken nicht nur Aktivitäten wie Telefonieren oder die Bedienung des Navigationsgeräts ab – auch Emotionen spielen eine große Rolle. Ganz egal, ob Musik oder Gespräche einen erfreuen oder wütend machen, einen Sorgen quälen oder Zeitdruck und Stress Körper und Geist belasten. All dies lässt das Verkehrsgeschehen leicht zur Nebensache werden.

Deshalb sollte man Stress und starke Emotionen abklingen lassen, bevor man losfährt. Der Start sollte erst erfolgen, wenn es gelingt, sich ganz auf das Fahren zu konzentrieren, und man sich fit fühlt. Das Navigationssystem ist vor der Fahrt einzustellen, das Handy dagegen sollte ausgeschaltet sein, wichtige Dinge erreichen den Fahrer auch nach der Fahrt. Intensive und stark emotionale Gespräche mit Mitfahrern sind zu vermeiden, sie sollten vielmehr um Unterstützung bei der Fahrt gebeten werden.

Auch jeder Spaziergänger sollte seine volle Aufmerksamkeit auf das sichere Überqueren der Straße legen. Mit nur flüchtigem Blick nach links und rechts wird die Verkehrssituation möglicherweise nicht vollständig erfasst. Das Gespräch mit Begleitern an Gefahrenstellen sollte man unbedingt unterbrechen.

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