Sicher unterwegs? Angehörige machen sich häufig Sorgen um ältere Autofahrer in der Familie

Bonn, 30. Oktober 2013 – Mehr als ein Drittel der Angehörigen* eines älteren Autofahrers haben sich bereits Sorgen um dessen Sicherheit am Steuer gemacht (41 Prozent). Das zeigt eine aktuelle forsa-Umfrage im Auftrag der Aktion Schulterblick des Deutschen Verkehrssicherheitsrates (DVR). Hauptgrund** ist das Alter des Betreffenden (56 Prozent). Beunruhigend finden die besorgten Familienmitglieder (43 Prozent) aber auch Fahrfehler ihres Verwandten oder die Tatsache, dass der Betreffende Medikamente einnehmen muss (43 Prozent). Jeder Dritte (35 Prozent) fühlt sich zudem unsicher, wenn er auf dem Beifahrersitz mit dem älteren Autofahrer unterwegs ist.

Kein Verfallsdatum für den Führerschein

„Bis zu welchem Alter man ohne Leistungseinbußen Auto fahren kann, ist individuell sehr unterschiedlich“, sagt DVR-Präsident Dr. Walter Eichendorf. „Das hängt in der Regel vom persönlichen Gesundheitszustand ab und nicht vom Geburtsdatum. Das Alter allein sagt nichts über die Fahrtüchtigkeit aus. Neben Faktoren wie Fahrerfahrung und Routine ist die Gesundheit ein wichtiger Indikator. Deshalb ist es ratsam, seine Gesundheit regelmäßig beim Arzt überprüfen zu lassen. Das bringt Klarheit.“ Besorgte Angehörige oder Freunde sollten ältere Autofahrer ermutigen, sich regelmäßig untersuchen zu lassen. Verschiedene Probleme, die die Fahrtüchtigkeit beeinträchtigen, lassen sich in den Griff bekommen, etwa der Graue Star oder ein erhöhter Blutzuckerspiegel. In Fällen, in denen es überdurchschnittlich riskant ist, weiter mit dem Auto unterwegs zu sein, kann der Rat eines Arztes zudem mehr Gewicht haben als der des Partners oder der Kinder und Enkel – zum Beispiel, wenn der Betreffende sich nicht mehr bei Dämmerung und Dunkelheit ans Steuer setzen sollte.

Sensibles Thema

Das Thema Fahrtüchtigkeit anzusprechen, ist nicht immer einfach. Laut Umfrage haben zwei Drittel (67 Prozent) bereits einmal das Gespräch gesucht. Viele Angesprochene reagierten jedoch abwehrend (25 Prozent) oder fanden die Sorge übertrieben (35 Prozent). Nur jeder Dritte (36 Prozent) reagierte aufgeschlossen. „Sensibilität und Sachlichkeit sind bei einem solchen Gespräch besonders gefragt“, sagt der Verkehrspsychologe Professor Dr. Heinz Jürgen Kaiser. Wer ein Gespräch führen will, sollte nicht gleich mit der Tür ins Haus fallen, sondern eine passende Gelegenheit abwarten. Anlass können zum Beispiel Berichte im Fernsehen oder in der Zeitung über das Thema „Auto fahren“ sein. „Die Botschaft sollte lauten: Ich unterstütze dich dabei, so lange wie möglich mobil zu sein, mache mir aber auch Sorgen um deine Gesundheit“, so Kaiser. Wer auf Unverständnis stößt, sollte nicht gleich aufgeben, sondern seinem Gesprächspartner Zeit geben, über das Thema nachzudenken, und sich eventuell Verbündete suchen – etwa den Hausarzt. Eine frühere Umfrage des DVR hat gezeigt: Zwei Drittel aller Senioren würden auf den Ratschlag ihres Arztes hören, wenn es um das Thema Fahrtüchtigkeit geht.

Die „Aktion Schulterblick“ des DVR macht auf die Notwendigkeit freiwilliger Gesundheitschecks aufmerksam. Mehr Informationen finden Sie unter www.dvr.de/schulterblick.

* Datenbasis: 2.458 Befragte mit einem Angehörigen in der Familie über 65 Jahre, der selbst Auto fährt, Befragungszeitraum 24. September bis 7. Oktober 2013

** Mehrfachantworten möglich



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